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Duderstadt Henning und Welitschkin zugelassen, Heise abgelehnt
Die Region Duderstadt Henning und Welitschkin zugelassen, Heise abgelehnt
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14:57 14.03.2018
Wer als Landrat für die kommenden sechs Jahre in das Heiligenstädter Schloss einzieht, wird am 15. April entschieden. Quelle: r
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Heiligenstadt

„Für den Fall, dass ich gewählt werde, wäre es meine letzte Amtsperiode“, sagt Landrat Werner Henning. Der 61-Jährige will „nicht lange nach hinten schauen“. „Ich habe den Landkreis immer als Unternehmen gesehen und auch immer so gedacht“, erklärt er. Der Kreis sei in einer „guten Verfasstheit“, habe rund 35 Millionen Euro Guthaben bei Verbindlichkeiten von 14,7 Millionen Euro. Er sei also schuldenfrei und habe ein positives Polster. Die Arbeitslosenquote liege deutlich unter fünf Prozent, im Jahresmittel bei ungefähr 4,5 Prozent, davon 2,5 Prozent Langzeitarbeitslose.

Dr. Werner Henning (CDU) ist für die Landratswahl zugelassen. Quelle: r

Die Zeit, die vor ihm liege, stünde unter der Hauptüberschrift der Digitalisierung. „Das ist kein Modebegriff“, betont er. Neben der analogen Verwaltung auf kommunaler und Kreisebene müsse eine bearbeitbare Plattform in Verantwortung des Kreises geschaffen werden. Dadurch würden Kreis und Gemeinden enger zusammenrücken, „außerhalb einer Gebietsreform“. Er wolle die operative Einheit im Tagesgeschäft stärken, um die kommunale Unabhängigkeit von Landeszuwendungen zu stärken. Der Begriff Heimat spiele für ihn weiter eine große Rolle, aber „ohne ideologische Verifizierung und ohne politische Färbung.“

Petra Welitschkin ist die erste weibliche Bewerberin um den Landratsposten. „Grundsätzlich geht es um das wie“, sagt sie, weshalb sich ihre Bewerbung von der des amtierenden Landrats absetze. Die Aufgaben des Landrats seien schließlich vorgegeben. „Ich möchte mehr direkte Demokratie und mehr Bürgerbeteiligung“, erklärt sie ihre Ziele. Offenheit und Transparenz wolle sie schaffen, „nicht im stillen Kämmerlein entscheiden“. Sie wolle eine moderne bürgerliche Verwaltung schaffen, in der der Bürger nicht als Bittsteller dastehe.

Petra Welitschkin (Die Linke) ist für die Landratswahl zugelassen. Quelle: r

Darüber hinaus wolle sie sich politisch klar äußern. „Der Landrat glaubt, er muss unpolitisch und neutral sein“, sagt sie. Sie wolle hingegen kein politisches Neutrum sein. „Ich würde deutlich Stellung gegen rechts beziehen“, ergänzt sie und nennt als Beispiel den „Eichsfelder Heimattag“, der mittlerweile regelmäßig in Leinefelde stattfinde. Von daher hoffe sie, dass Thorsten Heise nicht zur Landtagswahl zugelassen werde. Denn auch wenn die NPD nicht verboten worden sei, so sei sie vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft worden.

Heises Bewerbung, die erst kurz vor dem Fristende eingereicht wurde, wurde vom Wahlausschuss abgelehnt. Das sei aus formalen Gründen sowie aus Gründen der möglicherweise verfassungsfeindlichen Ausrichtung des Bewerbers geschehen, erklärte ein Sprecher des Kreiswahlbüros. Über die Bewerbung müsse aber wahrscheinlich noch einmal befunden werden, da der Wahlbeauftragte bereits in der Sitzung eine Berufung gegen die Entscheidung angekündigt habe. Die Frist dazu verstreiche am Montag, 19. März, um 18 Uhr.

Der neue Landrat des Landkreises Eichsfeld wird am Sonntag, 15. April, gewählt. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Von Rüdiger Franke

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