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Duderstadt Familienfeier statt Bürgerfest
Die Region Duderstadt Familienfeier statt Bürgerfest
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15:53 28.01.2018
Agnes Grobecker verteilt bunte Bilder an die Gäste beim Neujahrsempfang der Lebenshilfe (sitzend von links): Manfred Thiele (Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Eichsfeld), Ditmar Hartmann (Geschäftsführer der Harz-Weser-Werkstätten), Lothar Koch (stellvertretender Landrat), Bürgermeister Wolfgang Nolte, CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Ehbrecht und Propst Bernd Galluschke. Quelle: be
Duderstadt

Ohne die vielen Ehrenamtlichen könnte die Lebenshilfe Eichsfeld nicht das leisten, was sie beispielsweise im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt hat. Das betonte Thiele vor seinen Gästen beim Neujahrsempfang in den Räumlichkeiten am Kutschenberg in Duderstadt gleich mehrfach. Das Bürgerfest 2017 habe nur durch deren „großartigen Einsatz“ und die Unterstützung unter anderem durch die Stadt sowie Spenden gestemmt werden können.

Zukunft des Bürgerfests überdenken

Für die Zukunft müsse man sich Gedanken machen, wie es mit dem Bürgerfest weitergeht, denn der Aufwand sei enorm, so Thiele. „Ein weiterer Gesichtspunkt kommt hinzu“, führte er aus, denn inzwischen gebe es ein solch großes Angebot an Veranstaltungen, dass das Alleinstellungsmerkmal des Lebenshilfe-Bürgerfestes nicht mehr gegeben sei, und damit die Besucherzahlen von einst nicht mehr zu erreichen seien. Dadurch werde es immer schwieriger, Erlöse zu erwirtschaften. Außerdem nähmen die Sicherheitsanforderungen immer mehr zu, so dass „wir als ehrenamtlicher Vorstand auf einer Gratwanderung sind“, sagte Thiele.

Auch deshalb soll es zum 50-jährigen Bestehen der Lebenshilfe Eichfeld auch kein großes Event geben, sondern ein Familienfest für möglichst viele der Ehrenamtlichen. Geplant sei das Fest am 25. und 26. August. „Wir hoffen, dass die beiden noch lebenden Gründungsmitglieder dabei sind und von früher berichten“, so Thiele.

Im vergangenen Jahr hatte die Lebenshilfe das ambulante betreute Wohnen in die Hände der Harz-Weser-Werkstätten (HWW) übergeben, die seither das Ambulant Unterstützte Wohnen (AUW) in Duderstadt betreiben. Für die Bewohner habe sich durch den Betreiberwechsel nicht viel verändert, so Thiele. Die HWW könne viele Dinge besser leisten, weil sie ganz anders aufgestellt seien. Der Lebenshilfe-Vorstandsvorsitzende zog ein halbes Jahr nach dem Wechsel ein positives Fazit: „Das war eine gute und richtige Entscheidung.“

HWW-Geschäftsführer Ditmar Hartmann stellte die gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz in Osterode beim Empfang der Lebenshilfe Eichsfeld vor. „Wer glaubt, dass bei uns in den Werkstätten nur Besen gebunden werden, der täuscht sich ganz gewaltig“, sagte Hartmann, denn die HWW sei zum Beispiel Industriedienstleister und Systemlieferant für Unternehmen wie Bosch, Stiebel Eltron oder Symrise.

Mit Übernahme der 13 Wohnungen in Duderstadt stünden etwa 3000 Plätze an den verschiedenen HWW-Standorten zur Verfügung, sagte Hartmann und kündigte an, die Weiterentwicklungsmöglichkeiten in Duderstadt zu prüfen. Der HWW-Geschäftsführer bezeichnete Duderstadt als „Vorposten“ im südlichen Landkreis Göttingen, wo die Gesellschaft bisher nicht vertreten war.

„Mal sehen, was in Duderstadt alles machbar ist“, kündigte Hartmann an. Derzeit werde mit den Kommunen und dem Landkreis beziehungsweise den Kostenträgern verhandelt. Mit der geplanten Einführung der sogenannten Fachleistungsstunden wäre zum Beispiel möglich, über 13 Klienten hinauszugehen. Eines der Ziele sei die Einführung eines Qualitätssiegels, denn, so Hartmann, bei manchem privaten Konkurrent auf dem Markt gehe es nur ums Geld verdienen, weniger um die Qualität. „Das darf nicht sein,“ betonte der HWW-Geschäftsführer, „dagegen müssen wir uns wehren“. Hartmann setzt dabei auf die Unterstützung durch die kommunalen Träger.

Informationen über die Harz-Weser-Werkstätten und die Lebenshilfe Eichsfeld gibt es im Internet unter h-w-w.de und unter lebenshilfe-eichsfeld.de.

Von Britta Eichner-Ramm

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