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Duderstadt Leinefelde-Worbis richtet Landesgartenschau aus
Die Region Duderstadt Leinefelde-Worbis richtet Landesgartenschau aus
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00:27 19.05.2018
Rendering für Bewerbung Landesgartenschau Gartenstadt und Ohne-Aue Leinefelde-Worbis veranstaltet Landesgartenschau 2024 Quelle: Büro Sinai Berlin
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Leinefelde / Erfurt

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Landwirtschaftsministerin Birgt Keller (beide Linke) haben die Entscheidung am Dienstag nach der Sitzung des Kabinetts in Erfurt bekannt gegeben. Das Land stelle der Kommune für die Schau bis zu 5,2 Millionen Euro zur Verfügung, kündigten sie an. Für weitere Aufwertungsmaßnahmen in der weiteren Region, darunter Mitbewerber Mühlhausen, stünden Fördermittel in noch nicht bezifferter Höhe zur Verfügung, sagte Keller. So solle etwa der die Wallanlage des Mühlhäuser Landgrabens mit Wander- und Radwegen ausgebaut werden, sagte Ramelow.

„Mutiges Konzept“ in Leinefelde-Worbis

Im Rahmen eines umfangreichen Bewertungskatalogs habe Leinefelde-Worbis unter dem Motto „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ vor allem bei städtebaulichen und strukturellen Aspekten sowie der innovativen und nachhaltigen Gestaltung von neuen Lebensräumen und Grünzonen punkten können, heißt es. „Die Stadt tritt mit einem mutigen Konzept an und die Umsetzung verspricht sehens- und erlebenswerte Ergebnisse“, sagte Ramelow.

Die Bewertungskommission Landesgartenschau besucht Leinefelde und lässt sich das Konzept für 2024 erläutern. Quelle: Hünger

„Landesgartenschauen sind ein Motor für die Stadtentwicklung“, sagte Keller und erinnerte daran, dass eine Landesgartenschau dauerhaft das Gesicht einer Stadt verändere, indem es die Kommune grüner, attraktiver und lebenswerter mache. Das erhoffe man sich auch für Leinefelde-Worbis. Die Stadt habe mit einem Konzept überzeugt, mit dem städtebauliche Defizite in Angriff genommen würden, sagte Keller.

Garagenbauten zu Themengärten

Für die Gartenschau will die Stadt etwa einen Standort mit Garagenbauten noch aus DDR-Zeiten umwandeln. Hier sollen verschiedene Themengärten entstehen. Hier sollen dann 2024 zur Landesgartenschau Musterhäuser mit Vor- und Hausgärten stehen. Komplettiert werden der Ausstellungsbereich mit einem Veranstaltungsgelände samt Bühne und Blumenhalle.

Die Fläche solle nach der Schau dann als Wohngebiet genutzt werden, an dem es der Stadt aktuell mangele, sagte der Bürgermeister Marko Grosa (CDU). Nach dem erfolgreichen Stadtumbau stelle sich die Stadt wieder einer großen Herausforderung. „Wir setzen uns damit selbst unter Druck, das Begonnene nun fortzusetzen“, sagte Grosa. Ihm sei es wichtig, dass die Stadt nicht nur die Gartenschau um ihrer selbst willen ausrichtet, sondern alles dafür Geschaffene auch Sinn für die Kommune macht, nachhaltig für die Bürger sei.

Ministerpräsident Ramelow auf Twitter

Erste Ideen seien zu Papier gebracht und mit einer Machbarkeitsstudie sowie einem Finanzplan versehen, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Sie rechnet mit Investitionen in Höhe von knapp 18 Millionen Euro, bei einer Förderquote von durchschnittlich 60 Prozent. Die verwaltungsinterne Arbeitsgruppe „Landesgartenschau“ gehe nächste Woche in Klausur, um die ersten wichtigen Entscheidungen nach dem Zuschlag für die Landesgartenschau 2024 zu fällen, heißt es weiter.

Investitionen in Millionenhöhe

Die Landesgartenschau in Apolda 2017 besuchten nach den Angaben zufolge mehr als 366 000 Menschen. Sie brachte der Stadt öffentlich und private Investitionen in Millionenhöhe, wie Keller sagte. Auch bei der Schau in Leinefelde-Worbis geht die Ministerin von einem deutlichen Wirtschaftsschub aus. Vor allem Tourismus, Hotels und Gaststätten in der gesamten Region würden davon profitieren. Vor der Landesgartenschau 2024 richtet Erfurt 2021 die Bundesgartenschau aus.

Von Michael Brakemeier (mit DPA und EPD)

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