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Duderstadt Leuchtfontänen sind neuer Verkaufsschlager
Die Region Duderstadt Leuchtfontänen sind neuer Verkaufsschlager
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00:16 31.12.2012
Von Kuno Mahnkopf
Reiche Auswahl unter dem Rauchverbotsschild: Pyrotechnik gibt es im Duderstädter Toom-Baumarkt gleich körbeweise. Quelle: Lüder
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Eichsfeld

An Mahnern vor dem Abfeuern des Silvesterfeuerwerks mangelt es nicht: Versicherungen und Feuerwehren warnen vor Brandschäden, Ärzte vor Verletzungen, Tierschützer vor panischen Haustieren, die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde vor Knalltraumata, die Deutsche Lungenstiftung vor Feinstaubpartikeln mit giftigen Metallverbindungen. Sogar vom Bleigießen wird abgeraten. 

Das tut der Lust am lautstarken und farbenfrohen Brauchtum zum Jahreswechsel jedoch keinen Abbruch. Die ersten Feuerwerkfans standen schon vor den Türen, als im Eichsfeld Verkaufsstellen für Raketen & Co öffneten. Nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes nahmen die Verkaufsstellen unter die Lupe und sorgten dafür, dass Plakate auf das Feuerwerksverbot innerhalb des Duderstädter Walls hinweisen, das auch für den Großraumparkplatz gilt.

Auch im Lauf des Tages mangelte es nicht an Interesse an dem auf drei Werktage beschränkten, noch bis Montag laufenden Saisongeschäft mit vom Verband der Pyrotechnischen Industrie geschätzten 113 Millionen Euro Umsatz bundesweit: Die Verkaufstische in Supermärkten und Drogerien waren stets umlagert, am Feuerwerksrondell mit eigener Kasse im Edeka-Markt in der Feilenfabrik riss die Schlange nicht ab.

Billigimporte aus Polen und China

„Bunt, bequem und sicher“ bringt Geschäftsführer Dominik Gotthardt die Entwicklung der Branche abseits gefährlicher Billigimporte aus Polen und China auf den Punkt. Um für noch mehr Sicherheit und höhere Standards zu sorgen, habe Edeka in diesem Jahr den Lieferanten gewechselt. Nicht nur bei Edeka ist die pyrotechnische Palette  immer größer geworden. Seit einigen Jahren haben sich neben den nach wie vor beliebten Raketensortimenten Verbundbatterien zu Verkaufsschlagern entwickelt, deren Preise fallen. Tischfeuerwerk sieht man hingegen kaum noch. „Batterien und Leuchtfontänen sind immer mehr gefragt, die früher palettenweise verkauften klassischen Kracher und Böller auf dem Rückzug“, bestätigt der Leiter des Duderstädter Toom-Marktes, Ulrich Wagner.

Hinter Produktbezeichnungen wie Pyro Planet, Power Factory oder Black Beauty verbergen sich Feuerwerksbatterien mit zwei- und dreistelligen Schusszahlen bei nur einer Zündschnur, Deep Impact verheißt „49 Tiefschläge“, Water World „tosende und spritzige Effekte“. Verbundfeuerwerk sei nicht nur bequem und sicher, sondern auch sauber, versichern die Verkäufer. Man müsse nicht so viele Zündschnüre anzünden, und der Kehraus am Morgen danach werde erleichtert.

Seit zwei Jahren dürfen deutsche Knaller mehr Explosiv-Masse enthalten. Derartige XXL-Batterien und Verbundfeuerwerk mit bis zu 600 Gramm „Netto-Explosiv-Stoffmasse" kommen erst jetzt verstärkt auf den Markt, da sie zuvor von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) getestet werden mussten.

Sicherheitstipps zu Silvester

Zum Abbrennen von Feuerwerkskörpern gibt die Stadt Duderstadt eine Reihe von Tipps, die hinlänglich bekannt sein dürften, aber immer wieder missachtet werden: Auf das BAM-Zulassungszeichen achten, Sicherheitsabstand einhalten, Raketen gegen Umfallen sichern, nicht auf Menschen oder Tiere zielen, Blindgänger nicht erneut zünden, Fenster und Türen schließen, brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen entfernen, den Restmüll entsorgen.

Das Ordnungsamt weist auch auf den vorgeschriebenen 200-Meter-Abstand zu Fachwerkhäusern hin, der in den Ortskernen der Eichsfelder Dörfer allerdings praktisch nicht einzuhalten ist. Das weiß auch Stadtbrandmeister Stefan Schindler, der in diesem Jahr Silvester-Bereitschaft hat und an die Vernunft appelliert: „So vorsichtig mit Feuerwerk umgehen, wie es nur geht.“ Nicht nur die mit dem Alkoholpegel steigende Risikobereitschaft bereitet Schindler Sorgen, sondern trotz aller Versicherungen der Hersteller auch die pyrotechnische Aufrüstung: „Je mehr Sprengstoff, umso gefährlicher“.

Immerhin: Mit illegalen Böllern gebe es im Eichsfeld bislang keine Probleme, sagt Polizeichef Otto Moneke.

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