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Duderstadt Maffay und Näder schaffen Schutzraum für Kinder
Die Region Duderstadt Maffay und Näder schaffen Schutzraum für Kinder
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15:15 08.12.2010
Pressekonferenz: Begleitet vom Aufbaulärm für das Konzert erklären Hans Georg Näder (l.) und Peter Maffay ihre Pläne für Duderstadt. Quelle: CR

Auf drei Innenstadtgrundstücken entsteht eine Therapieeinrichtung für behinderte, benachteiligte und traumatisierte Kinder. Die ehemalige Duderstädter Stadtbibliothek und ein benachbartes Gebäude werden dafür ausgebaut. Diese Pläne präsentierten Maffay und Näder am Dienstag, 7. Dezember, in der Göttinger Lokhalle.

Lärm als Verheißung – der dröhnende Aufbau in der Göttinger Lokhalle kündete am gestrigen Dienstagnachmittag, 7. Dezember, das Konzert von Peter Maffay und Band am Abend an. Gleichzeitig erläuterten der Deutschrocker und Otto-Bock-Chef Hans Georg Näder in einer Pressekonferenz, warum im kommenden Jahr in Duderstadt Baulärm zu hören sein wird: Zwei Fachwerkhäuser in der Innenstadt werden zu einer Therapieeinrichtung für körperlich und psychisch beeinträchtigte Kinder ausgebaut.

Schutzräume für Kinder Duderstadt“ heißt das Projekt. Nach dem Muster existierender Einrichtungen der Peter-Maffay-Stiftung entstehen in Kooperation mit der Otto-Bock-Stiftung Wohn- und Therapie- räume. Hier sollen bis zu 25 Kinder mit Eltern und Betreuern zwei Wochen Urlaub vom Alltag nehmen können, durch Gemeinschafts- und Naturerlebnisse Behinderungen oder Traumata therapiert werden.

Seit zehn Jahren engagiert sich Maffay mit seiner Stiftung für Kinder. Zehn Jahre, so berichtete Näder, suche auch er schon einen Weg, etwas für „Kinder, die nicht so behütet aufgewachsen sind“, zu tun. Die enge Freundschaft mit Maffay habe aus beider Engagement nun ein gemeinsames Projekt werden lassen. Es sei in den vergangenen zwei Jahren entstanden. „Es ist eine Fügung des Schicksals, dass diese beiden Jungs sich getroffen haben“, erklärte Näder der versammelten Presse die „Männerfreundschaft“ mit Maffay.

570 Kinder, „so viel wie noch nie“, seien in diesem Jahr in den Einrichtungen seiner Stiftung betreut worden, erklärte Maffay. „Wir stoßen an unsere Leistungsgrenze.“ Bis zu 1000 Kinder sollen es aber nach dem Willen Maffays künftig sein, deshalb habe man Partner gesucht und in Duderstadt gefunden. Hier gebe es mit Näder einen „Protagonisten mit Leidenschaft und Energie“ und eine Bürgerschaft, die sich auf Kinderlärm freue und diesen nicht ablehne. „An Duderstadt gefällt mir, dass der ganze Ort diese Einrichtung trägt“, so Maffay.

Geplant ist, die ehemalige Stadtbibliothek und das Haus der Familie May – unter Einbeziehung des dazwischenliegenden Grundstücks – auszubauen. Ausführender Architekt wird der Duderstädter Michael Schmutzer sein. „Das wir mit den schönsten Fachwerkhäusern der Stadt für diese Freundschaft einen Rahmen geben können, ist klasse“, erklärte dazu Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU).

Zur Frage der Finanzierung weist die Pressemitteilung eine „Initialspende“ Näders in Höhe von zwei Millionen Euro aus. Für den Betrieb der Einrichtung wird im Januar eine Trägergesellschaft gegründet. Die Bauarbeiten sollen im April/Mai beginnen.

Von Ulrich Lottmann

Kommentar von Ulrich Lottmann

Im Parkhaus an der Göttinger Lokhalle sieht man die Plakate mit Konzertankündigungen. Die Amigos versprechen „Das Beste live 2011“, Andrea Berg gar die „Tausend und eine Nacht Tour“. Auf dem Weg zur Pressekonferenz denkt man angesichts märchenhafter Superlative: Ist das zu toppen? In der Lokhalle bekommt man dann von zwei anderen Herren keine Versprechen, sondern handfeste Ankündigungen. Seit zehn Jahren engagiert sich Peter Maffay mit seiner Stiftung für Kinder, münzt Popularität in Hilfe um. In Duderstadt ermöglicht ihm Hans Georg Näder nun, dies auszubauen und fortzuführen. Maffay und Näder lassen ein Märchen wahr werden.

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