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Duderstadt Marihuana in Duderstadt an Minderjährige verkauft
Die Region Duderstadt Marihuana in Duderstadt an Minderjährige verkauft
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15:52 04.12.2018
Wegen des Handels mit Betäubungsmitteln und der Abgabe an Minderjährige wurden zwei Syrer vom Amtsgericht Duderstadt verurteilt. Quelle: dpa
Duderstadt

„Sie haben ihren vielen Tausend Landsleuten, die straffrei bleiben, einen Bärendienst erwiesen“, sagte Richter Michael Pietzek zum Abschluss des Prozesses am Amtsgericht Duderstadt. Auch wenn sie sicher kein einfaches Leben gehabt hatten, gelte dies auch für die große Mehrzahl der anderen Flüchtlinge und könne die Taten nicht entschuldigen. Und in der Öffentlichkeit würden nur die Fälle bekannt, in denen Flüchtlinge straffällig werden. Beide Angeklagte waren 2015 ohne ihre Familien nach Deutschland gekommen, einer sogar gegen den Willen seiner Familie.

„Chaotische Beweisaufnahme“

„Ich habe selten eine so chaotische Beweisaufnahme erlebt“, fasste der Richter den Verhandlungstag zusammen. Das sei aber nicht nur den Angeklagten sondern auch an den Zeugen geschuldet, die entweder gar nicht erschienen oder gemauert hätten. So musste zum Beispiel eigens für einen der Zeugen noch ein Dolmetscher bestellt werden. Doch als dieser ankam, war der Zeuge verschwunden.

Kein „Dealer-Duo“

Die ursprüngliche Anklage gegen die 22 und 24 Jahre alten Männer lautete zunächst auf gemeinschaftlichen Handel. Doch während die Syrer ihre Taten einräumten, widersprachen sie in diesem Punkt. Sie hätten nur gemeinsam in Göttingen Marihuana eingekauft, aber jeder auf eigene Rechnung, ebenso wie jeder von ihnen die Drogen auch nur für sich selbst verkauft habe. Auch wenn vieles darauf hingedeutet habe, habe sich „ein Dealer-Duo“ nicht beweisen lassen, so der Richter.

Forderung der Staatsanwaltschaft

Mit dem Urteil kam das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft weitestgehend nach. Lediglich im Fall des jüngeren Angeklagten fiel es um einen Monat milder aus. Pietzek erläuterte, dass es gerechtfertigt sei, beide gleich zu behandeln. Allerdings hätte die Aussetzung zur Bewährung anders ausgesehen, wenn die beiden minderjährigen Kunden dem Gericht nicht schon seit Jahren bekannt gewesen wären. Beide seien früh mit Betäubungsmitteln in Kontakt gekommen, ohne dass die beiden Angeklagten im Spiel gewesen seien.

Weitere Fälle

Den Angeklagten, die zur Unterstützung ebenfalls einen Dolmetscher zur Seite gestellt bekamen, erklärte der Richter, dass insgesamt die Fälle behandelt worden seien, wegen derer sie angeklagt waren. Es gebe aber noch weitere Fälle. Doch da hätten die Jugendlichen bestritten bei den Angeklagten Marihuana gekauft zu haben, obwohl diese die Taten schon zugegeben hatten. So gingen bei dem älteren der beiden Syrer die unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln an Personen unter 18 und über 21 Jahren in 30 Fällen in das Urteil ein, beim jüngeren in 14 Fällen. Beim jüngeren kam noch der Diebstahl und Verkauf von 300 Gramm Marihuana hinzu.

Wertersatz

Zusätzlich zu den Haftstrafen auf Bewährung werde beim jüngeren ein Wertersatz aus dem Erlös von 760 Euro, beim älteren von 1340 Euro eingezogen, bestimmte der Richter. Beide Angeklagten erklärten sich mit der außergerichtlichen Einziehung und Vernichtung der Asservaten (Betäubungsmittel, USB-Sticks, diverse Handys beziehungsweise Handykarten) einverstanden.

Bewährungsauflagen

Die Bewährungszeit legte der Richter auf drei Jahre fest. Der 22-Jährige müsse darüber hinaus 300 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten, seine begonnene Entgiftung fortsetzen und mindestens eine ambulante Drogentherapie beginnen. Beim 24-Jährigen werde die gemeinnützige Arbeit ebenfalls auf 300 Stunden festgesetzt, aber ausgesetzt, für den Fall, dass er seine in Aussicht gestellte Lehrstelle bekomme.

Von Rüdiger Franke

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