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Duderstadt Zwei Varianten für Schutzkonzept in Duderstadt vorgestellt
Die Region Duderstadt Zwei Varianten für Schutzkonzept in Duderstadt vorgestellt
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00:19 17.06.2018
Rückhaltebecken in Duderstadt. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Wanke war für die Nordhäuser Filiale der Fugro Germany Land an der Erstellung der zweiten Stufe des Hochwasserschutzkonzeptes für die Stadt Duderstadt beteiligt. Dabei sei es um die Neubewertung der Bemessungsabflüsse der Hahle und ihrer Nebenflüsse Sandwasser, Muse und Sulbig, die Konkretisierung der Maßnahmen sowie die Entwicklung einer Vorzugsvariante gegangen.

16 Einzelmaßnahmen betrachtet

Insgesamt habe das Team aus Nordhausen 16 unterschiedliche Einzelmaßnahmen zum technischen Hochwasserschutz in der Stadt betrachtet. Am Ende seien zwei Vorzugsvarianten entstanden, erläuterte Wanke, eine mit und eine ohne Hochwasserrückhaltebecken an der Hahle südlich von Gerblingerode. Bei der ersten Variante könnte der potenzielle Gesamtschaden von mehr als 6,2 Millionen Euro bei einem Jahrhunderthochwasser im aktuellen Zustand auf weniger als 200 000 Euro gesenkt werden. Bei der zweiten Variante würde der Wert der potenziellen Schäden noch rund 420 000 Euro betragen. Ohne den Rückhalt durch einen Aufstau in der Hahle seien dann besonders im Bereich der Einmündung des Sandwassers in die Hahle mehrere Schutzmaßnahmen notwendig.

Hohe Investition

In den weiteren Berechnungen haben sich allerdings für die Variante mit Rückhaltebecken ein deutlich unwirtschaftliches Ergebnis im Kosten-Nutzen-Verhältnis ergeben. Immerhin seien für das Becken Investitionskosten von fast acht Millionen Euro einzuplanen. Hinzu kämen Jahreskosten zur Unterhaltung von mehr als 200 000 Euro.

Alle Maßnahmen wichtig

Wanke betonte, dass der vorhergesagte Hochwasserschutz nur erreicht werden könne, wenn alle Maßnahmen umgesetzt werden und das möglichst in zeitlicher Nähe. Bei beiden Varianten komme dabei dem Wehr an der Schindangerbrücke, der Verdolung (Verrohrung) im Hartmannkanal und dem Damm des Hochwasserrückhaltebeckens Sandwasser eine große Bedeutung zu. Deshalb müssten diese Maßnahmen unbedingt beibehalten werden.

Gespräch mit Wasserbehörden

Bürgermeister Wolfgang Nolte erklärte, jetzt die Wasserbehörden aus Thüringen und Niedersachsen an den Tisch holen zu wollen, ebenso wie die untere Wasserbehörde und weitere Partner in der Landwirtschaft. Der Ausschuss-Vorsitzende Hermann Hesse (CDU) äußerte seine Meinung, zunächst in einem ersten Schritt die kleinen Maßnahmen umzusetzen, später aber doch das Rückhaltebecken zu bauen. Für die Umsetzung eines solchen Beckens könne die Stadt, wenn alles gut laufe, mit mindestens zwei bis fünf Jahren rechnen, wahrscheinlich aber länger.

Erinnerung an schwere Hochwasser

Ein Plädoyer für den Bau eines Rückhaltebeckens an der Hahle gab aber auch ein Bürger in der anschließenden Bürgerfragestunde ab. Er erinnerte zunächst aus der Chronik der Stadt an schwere Hochwasser, zum Beispiel im Jahr 1981. Die Schäden würden hauptsächlich im Südwesten der Stadt auftreten. Er sprach für den Bereich Sachsenring, Bodelschwingstraße, Am Westerborn. So habe er 1996 erlebt, dass in der Bodelschwingstraße innerhalb einer Viertelstunde die Keller 1,60 Meter hoch zugelaufen seien. Wenn die jetzt vorgestellten Maßnahmenvarianten eins und zwei fast gleich lange in der Umsetzung dauern, bitte er darum, das Rückhaltebecken zu bauen, da dieses nach Angaben von Wanke den besten Schutz biete.

Nutzen-Kosten-Analyse

Den Abschlussbericht zur zweiten Stufe des Hochwasserschutzkonzeptes für die Stadt Duderstadt nahmen die Ausschussmitglieder zur Kenntnis. Die Maßnahmen der Vorzugsvarianten eins und zwei seien durch Nutzen-Kosten-Analyse mit den Wasserbehörden zu bewerten, um zu einer Entscheidung über die zu realisierende Variante zu gelangen. Nach der Entscheidungsfindung seien die erforderlich werdenden Planfeststellungsverfahren einzuleiten und notwendig werdende Haushaltsmittel sind für die Haushaltsjahre ab 2019 bereitzustellen.

Von Rüdiger Franke

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