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Duderstadt Mehr Routine bei der Notfallversorgung
Die Region Duderstadt Mehr Routine bei der Notfallversorgung
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15:20 23.08.2017
Während der Chefarzt Anästhesie Dr. Patrick Jung (r.) am Phantom eine Reanimation mittels Herzrhythmusmassage übt, zeigt Dr. Florian Löffler das Tablet, mit dem wichtige Parameter wie Druckstärke und Frequenz dabei überwacht werden. Quelle: Niklas Richter
Duderstadt

„Die Mitarbeiter lernen dabei nichts Neues. Sie sollen nur regelmäßige Gelegenheiten bekommen, die Patientenversorgung in einem Notfall zu üben“, erklärte Florian Löffler, Arzt und Initiator der Löffler Notfallmedizin, der das Konzept zusammen mit dem Anästhesisten Patrick Jung und Ralf Wulff, Pfleger auf der Intensivstation, vorstellte. Dass professionelle Ersthilfe tatsächlich Routine und Gefühl braucht, demonstrierten die Fachleute an der Trainingspuppe. Auf einem Display wird angezeigt, wie stark der Druck bei einer Herzdruckmassage ist oder ob genügend Sauerstoff bei künstlicher Beatmung in der Lunge des Patienten ankommt. „Anhand der Aufzeichnungen können wir die Technik üben und unser Feingefühl verbessern“, sagte Löffler. Selbst im Krankenhaus seinen Notfälle relativ selten, sodass die Routine bei der Erstversorgung verloren gehen könne. Im Zweijahresrhythmus sollen alle Mitarbeiter des St.-Martini-Krankenhauses ihr Wissen und Können bei der Notfallversorgung auffrischen. Im ersten Jahr wurden rund 360 Mitarbeiter geschult. Das Programm soll alle Sparten ansprechen, Pflegeschüler sollen ebenso regelmäßig teilnehmen wie Ärzte. „Auch Ärzte arbeiten meistens in ihrem jeweiligen Fachgebiet und sollten die Handgriffe beim Notfall regelmäßig trainieren. Bei der Ersthilfe ist es wie beim Autofahren: nur mit Routine erreicht man das nötige Feingefühl“, erklärte Jung.

Bis vor zwei Jahren sei jede Station mit umfangreichem Notfallmaterial ausgestattet gewesen, dessen Haltbarkeit aber bei Nichtgebrauch irgendwann abgelaufen sei. „Da haben wir viel unbenutztes Material weggeworfen“, sagte Jung. Mit dem Start des Fortbildungsprogramms sei auch ein neues Konzept zur Ausstattung auf den Stationen entwickelt worden. Ein kleiner Ersthilfekoffer ist auf jeder Station sofort greifbar. Mit dem Inhalt sei jede lebensrettende Soforthilfe möglich. Spezialisiertere Reanimation könne dann das Notfall-Team im Krankenhaus leisten, das aus Fachleuten und Ärzten besteht, die unter anderem auch medikamentöse Hilfe leisten dürften. „Wir haben daher auch die Fortbildung in zwei Formate aufgeteilt. In der Basis wird jeder geschult, in den erweiterten Hilfsmaßnahmen nur die Fachleute“, erklärte Löffler.

Doch nicht nur die Mitarbeiter des Krankenhauses sollen von den Schulungen profitieren. „Wir bieten die Fortbildung auch in Arztpraxen an“, sagte Jung. Da könnte das Personal im Rahmen der jeweiligen räumlichen und manchmal engen Gegebenheiten einer Praxis die Notfallversorgung üben. „Wir wollen auf keinem Fall dem DRK mit den Schulungen Konkurrenz machen“, betonte Jung. Laien, Privatpersonen und Führerscheinanwärter würden nämlich nicht die Zielgruppe der Fortbildungen sein, die vom Martini Life Support angeboten werden. ny

Von Claudia Nachtwey

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