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Duderstadt Mingeröder wollen Äpfel in der Feldflur ernten
Die Region Duderstadt Mingeröder wollen Äpfel in der Feldflur ernten
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00:19 30.06.2018
Mingeröder Ortsbürgermeister Pascal Schwedhelm (l.) notiert die Versteigerungen von Obstbäumen im schwarzen Buch. Quelle: Claudia Nachtwey
Mingerode

Schon ab einem Euro konnte das unbehandelte Obst eines Baumes ersteigert werden. Pflücken muss dann jeder selbst.

„Mindestens seit 1966 werden die Obstbäume versteigert“, sagte Schwedhelm und hielt das Beweisstück für diese These unterm Arm. In einem antiquiertem Buch mit schwarzem Einband wurden auch die diesjährigen Obstbaum-Ersteigerer eingetragen. Begonnen haben die Aufzeichnungen im Sommer 1966 mit Kirschbaumversteigerungen. Vielleicht habe es davor schon ein anderes Buch gegeben, genau wisse man das aber nicht, erklärte der Bürgermeister.

Verschiedene Baumgrößen und Apfelsorten zur Auswahl

Am Treffpunkt Hahlebrücke haben sich rund 20 Mingeröder unterschiedlichen Alters versammelt. Familien mit Kindern waren dabei, und auch einige Rentner. Rund zwei Stunden ging es dann zu Fuß und mit dem Fahrrad durch die Feldflur entlang des Obstbaumlehrpfades. Vor allem Apfelbäume standen zur Auswahl. „Die Kirschen waren in diesem Jahr zu früh reif, da lohnt sich jetzt keine Versteigerung mehr“, sagte Schwedhelm. Auf die Äpfel würde man allerdings noch etwas warten müssen, die meisten waren noch steinhart, klein und grün. Auch die Bäume und Sorten waren unterschiedlich. Alte hochstämmige Bäume stehen ebenso am Rand des Feldweges wie niedrigstämmige Nachpflanzungen und ganz junge Bäumchen, die erst eine Hand voll Miniäpfel trugen. Gespritzt werde keiner der Bäume, bestätigten die Anwesenden.

Jörg Deppe hat zwar auch im eigenen Garten Obstbäume, aber bei der Versteigerung hat er trotzdem mitgeboten und auch gleich beim ersten mittelgroßen Baum voller Äpfel unbekannter Sorte den Zuschlag erhalten. Schwedhelm hat das dann ordnungsgemäß ins Buch eingetragen. Um den Baumstamm wurde ein Kreppband gewickelt, auf dem der Name des Ersteigerers notiert wurde. Auch die anderen Bäume tragen in diesem Jahr üppige Früchte, so dass die Mitbieter auf eine gute Ernte hoffen können. „Manche Früchte werden gleich vom Baum gegessen, wenn sie reif sind. Was übrig bleibt, wird gemostet“, erklärte Deppe.

Was übrig bleibt, wird zu Most verarbeitet

Für den ortseigenen Apfelsaft sind seit dem vergangenen Jahr vor allem Maximilian Fahlbusch und die Dorfentwicklungsinitiative „Mingerode 2030“ zuständig. „Wir haben im Herbst zum ersten Mal ein Apfelfest veranstaltet. Da hatten wir aber nur eine kleine Handpresse, weil wir nicht wussten, ob das Angebot angenommen würde“, erzählte Fahlbusch. Doch die Resonanz war riesig. Nach dem zwölften Durchgang an der Presse seien die Arme schlapp geworden. Daher planen die Organisatoren in diesem Herbst, eine große Apfelpresse anzufordern, um vor Ort Most herzustellen. Da könnten auch die Obstbaumersteigerer ihre Ernte zu Saft verarbeiten lassen. Das Datum steht schon: Am Sonnabend, 29. September, soll das Apfelfest stattfinden. Näheres soll in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden.

Von Claudia Nachtwey

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