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Duderstadt Missbrauch: Pfarrer in Ruhestand versetzt
Die Region Duderstadt Missbrauch: Pfarrer in Ruhestand versetzt
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21:10 22.03.2010
Hier war Hermann S. von 2007 bis 2009 Pfarrer: St.-Sebastian-Kirche in Rhumspringe. Quelle: Pförtner

Nachdem im vergangenen Jahr ein Strafbefehl über eine Bewährungsstrafe von weniger als einem Jahr und eine Geldstrafe von rund 3000 Euro ergangen ist, hat das Bistum den Pfarrer in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Das teilte der zuständige Hildesheimer Domkapitular Heinz-Günter Bongartz gestern auf Tageblatt-Nachfrage mit.

Erst 2003 sei der Fall dem Bistum bekannt geworden, sagt Bongartz. Damals hätte sich die Familie des Opfers, das zum Zeitpunkt der Tat keine 14 Jahre alt war, gemeldet. Die Kirche habe weder die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, noch sei sie an die Öffentlichkeit gegangen. Der Domkapitular dazu: „Die Familie des Opfers hatte das Bistum ausdrücklich um Verschwiegenheit gebeten und eine strafrechtliche Verfolgung abgelehnt.“

„Der Dechant hat sich damals einer Therapie unterzogen“, betont Bongartz. Ein unabhängiges forensisch-psychiatrisches Gutachten habe „einen Einsatz mit Auflagen in der Seelsorge explizit befürwortet“, so der Domkapitular, der im Bistum für Personalfragen zuständig ist. Dem Geistlichen sei untersagt worden, Kinder und Jugendliche im Pfarrheim übernachten zu lassen. Auch habe er nicht alleine mit Jugendlichen Fahrten unternehmen dürfen. Tatsächlich seien – seit 1995 – keine weiteren Fälle bekannt geworden.
2007 zeigte ein Unbekannter Hermann S., der aus Hamburg stammt und 1983 in Hildesheim zum Priester geweiht wurde, bei der Staatsanwaltschaft an. Es kam zu einem Verfahren, das 2009 mit der Verurteilung endete. Pfarrer S. erhielt bei seiner Verabschiedung in Rhumspringe, wo er seit Oktober 2007 tätig war, großes Lob für seine engagierte Jugendarbeit.

Duderstadts Propst Wolfgang Damm, Dechant im Untereichsfeld, bestätigt die Darstellung des Bistums. „Das war mir auch bekannt“, sagt er mit Blick auf die Ereignisse im Jahr 2003. Damals habe man sich nach dem Gutachten gerichtet, macht er die Ausgangslage deutlich. Heute wisse er, dass solche Gutachten keine sichere Basis seien, einen solchen Priester weiter einzusetzen. „Unser Bischof hat entschieden, kein Risiko mehr einzugehen“, bringt Damm es auf den Punkt. Zudem habe sich der Druck durch die Anzeige bei Pfarrer S. bemerkbar gemacht. „Er war nicht mehr belastbar“, begründet Damm dessen Versetzung in den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen.

Auf die öffentliche Diskussion um sexuellen Missbrauch durch Geistliche reagiert der Propst betroffen. „Das macht die Arbeit nicht leichter“, formuliert er die Schwierigkeiten der Priester, in der aufgeregten öffentlichen Debatte ihre seelsorgerischen Aufgaben zu erfüllen.

Von Michael Caspar und Ulrich Lottmann

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