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Duderstadt Mit fünf Treckern nach Berlin
Die Region Duderstadt Mit fünf Treckern nach Berlin
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00:18 22.01.2017
Auch Landwirte aus der Region protestieren in Berlin gegen eine Agrarpolitik, die die bäuerliche Landwirtschaft auszehrt. Quelle: R
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Duderstadt

Gemeinsam mit Stefan Keisenberg aus Seeburg, Eberhard Prunzel-Ulrich aus Lan­dolfshausen, Hannes Grafenstein vom Brothof in Waake und Marko Füllgrabe aus Diemarden machte sich Goldmann auf den Weg, um mit Tausenden Teilnehmern aus ganz Deutschland zu demonstrieren. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus allen Teilen der Gesellschaft wollen sie für eine andere Agrarpolitik eintreten.

Im südlichen Niedersachsen sei die „bäuerliche“ Welt für für Bauer und Bürger scheinbar noch einigermaßen in Ordnung, so Goldmann. „Wir haben strukturreiche Landschaften und in fast jedem Dorf noch einige Bauern.“ Und wer wissen möchte, woher sein Essen kommt, der habe die Möglichkeit, bei einem der vielen regionalen Produzenten einzukaufen, ergänzt Prunzel-Ulrich. „Von den Problemen mit Massentierhaltung und Überdüngung der Flächen sind wir hier vor Ort noch nicht direkt betroffen, obwohl wir die Folgen mittragen müssen.“ Kapitalanleger und überregionale Investoren übernähmen zunehmend landwirtschaftliche Betriebe. Sie hätten keinen Bezug zur Region und zögen nur Gewinne ab. Sie seien nach Angaben von Goldmann eher dort vertreten, wo die Strukturen größer sind. Aber das alles sei durch einen weiterhin ungebremsten Strukturwandel in Gefahr. „Das Geld wird heute nicht in, sondern an der Landwirtschaft verdient“, so Goldmann.

Die Zeiten seien für die Landwirte alles andere als einfach, sagt Goldmann. Von 2013 bis 2015 hätten jeden Tag fünf landwirtschaftliche Betriebe das Hoftor geschlossen. „Mit den Bauern verschwinden in den Dörfern und Gemeinden auch soziales, politisches und kulturelles Engagement, sowie Wertschöpfung und Investitionen“, nennt er die Folgen. Gebäude würden verfallen und ein Stück Kultur gehe verloren. „Wir sollten junge Menschen unterstützen, die einen Hof gründen oder übernehmen wollen“, so Prunzel-Ulrich. Die Vielfalt auf den Dörfern sei genauso bedroht wie die Artenvielfalt auf dem Acker und in der Natur.

„Wenn wir die bäuerliche Landwirtschaft erhalten wollen, brauchen wir ein politisches Bekenntnis und eine klare Weichenstellung“, fordert Goldmann. Jeder Trecker in Berlin sei ein starkes Zeichen der Bauern für nötige Veränderungen gemeinsam mit der Gesellschaft. Dieses sei jedoch nur im gemeinsamen Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen möglich. „Da hilft nur Kommunikation und das Formulieren von gemeinsamen Zielen“, so der Seeburger Landwirt. Hierfür biete die Demo eine gute Gelegenheit, denn sie werde von einer breiten Vielzahl gesellschaftlicher Gruppen getragen.

Trittin

Trittin kritisiert "Murks-Gesetz"

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) fordert nach der öffentlichen Anhörung zum Gentechnikgesetz die regionalen Abgeordneten Fritz Güntzler (CDU) und Thomas Oppermann (SPD) auf, „dem Murks-Gesetz von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) im Bundestag auf keinen Fall zuzustimmen“. Dieses stehe für ein Gentechnik-Comeback statt für versprochene bundesweite Genmais-Anbauverbote. Schmidts Entwurf gefalle nur Union und Agrarindustrie. Bundesländer und Umweltverbände protestierten, der Deutsche Bauernverband spreche vom Gentechnik-Flickenteppich. Bei der „Wir-haben-es-satt!“-Großdemo am Sonnabend, 21. Januar, in Berlin werde das Gesetz ein zentrales Thema bilden, so Trittin. Interessierte haben die Möglichkeit, günstig mit dem Bus nach Berlin zu fahren. Weitere Infos auf bund-goettingen.de. rf

Dialog

Dialog in Berlin und am Göttinger Gänseliesel

Parallel zur Großdemonstration in der Landeshauptstadt organisieren Bauernverbände auf dem Berliner Washington-Platz und in vielen anderen Städten Veranstaltungen unter dem Motto „Wir machen Euch satt! Dialog statt Protest!“ Auch in Göttingen stellen sich die Bauern am Sonnabend, 21. Januar, von 10 bis 13 Uhr am Gänseliesel den Fragen interessierter Menschen. Dazu soll es auch in diesem Jahr einen Treckerkorso geben, der um die Innenstadt herumfährt. „Wir wollen nicht einfach nur protestieren, sondern lieber das Gespräch suchen“, sagt Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. Hübner erklärt, dass er die Forderungen der Großdemonstration unterstütze, ihm viele Schlagworte wie Massentierhaltung aber zu ungenau definiert seien. Deshalb soll es nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr auch 2017 wieder heißen: „Redet mit uns statt über uns.“ rf

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