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Duderstadt Näder erhält Leibniz-Ring
Die Region Duderstadt Näder erhält Leibniz-Ring
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00:18 22.12.2017
Freude über den Ring. Näder mit Laudator Gabriel. Quelle: Foto: Droese
Hannover

Jürgen Köster, Vorsitzender des Presseclubs Hannover, begrüßte die Gäste, und den Preisträger des Leibniz-Rings 2017: HGN, wie Hans Georg Näder von vielen genannt werde, habe seine Familie mitgebracht - seine Verlobte Natalie und seine beiden Töchter Julia und Georgia.

Zu den Festgästen zählten am Dienstagabend unter anderem Ministerpräsident Stefan Weil, der als Schirmherr ein Grußwort sprach, der Paralympics-Medaillengewinner und Ottobock-Botschafter Heinrich Popow und natürlich eine Reihe von Vertretern aus Südniedersachsen. Aus Göttingen waren zum Beispiel Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel, Tageblatt-Chefredakteur und Geschäftsführer Uwe Graells, Landrat Bernhard Reuter, die Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler und Thomas Oppermann dabei, und auch aus Näders Heimatstadt Duderstadt besuchten Vertreter den Festakt - unter ihnen Duderstadts Ehrenbürgermeister Lothar Koch oder auch Markus Kohlstedde, Geschäftsführer des St.-Martini-Krankenhauses, sowie Harry Wertz und dessen Nachfolger Oliver Scheel als Ceo der Ottobock-Gruppe.

Popow dankte Näder dafür, dass er Menschen mit Einschränkungen die Möglichkeit der Mobilität wiedergebe. Der Sportler und Orthopädietechniker im Hause Ottobock betonte, dass er stolz sei, Näders Freund zu sein. Ohne jemanden wie Näder und sein Team könnten Sportler wie er keine Vorbilder sein.

Laudator Sigmar Gabriel bezeichnete Näder als eine Ausnahmepersönlichkeit. Das Unternehmen Ottobock sei ein Paradebeispiel für Betriebe, die den Erfolg Niedersachsens ausmachen. Mittelständische Familienunternehmen stellten gelebte Verfassung dar. „Eigentum verpflichtet“, zitierte Gabriel. Sie fühlten sich ihrer Heimat und Region verpflichtet, seien aber auch neuen Standorten verbunden.

Eine aus der Not heraus geborene Firma sei mit Ottobock eine Firma erwachsen, bei der es immer um Menschen gehe, führte Gabriel weiter aus. Leibniz habe mal zum Thema Bewegung gesagt, welcher Körper bewegt erscheine, sei nur eine Interpretation des Betrachters. Aber auch der medizinischen Hilfsmittel, wie sie Ottobock herstellt, ergänzte Gabriel.

Näders Leistung aus Sicht Gabriels: „Während andere reden, handelt er.“ Auch heute gebe es Kriege, und auch heute schaue Hans Georg Näder nicht weg. Seit drei Jahren betreibe beispielsweise die Ottobock Global Foundation eine mobile Orthopädiewerkstatt an der türkisch-syrischen Grenze, um Kindern zu helfen - durchaus auch mit enormem finanziellen Engagement.

Der preisträger sehe Unternehmertum als soziale Verpflichtung an, so Gabriel weiter.

Mut, Superkräfte und eine Vision zeichneten ihn aus. Auch seine Mission zu helfen. Er sei jemand „mit einem ganz großen Herzen“.

Dass er ein solches habe, bewies der Duderstädter später in seiner Dankesrede. Er habe sich vorgenommen, dass er an die Tabalugastiftung eine Stiftung gegen Kinderarmut hängen werde und diese mit einer Million Euro ausstatten werde. Er könne nicht verstehen, dass in einem so reichen Land wie Deutschland es noch Kinderarmut gibt.

Näder sagte nachdem er den Ring angesteckt hatte, dass er den Scheck über das Preisgeld in Höhe von 15000 Euro dem Außenminister mit auf die Reise gebe, damit dieser ihn an eine Organisation an eine Hilfsorganisation weiterreicht.

Gegen 21 Uhr sagt Näder: „Im Eichsfeld würden wir sagen, jetzt ist Zeit zu essen.“ Franz-Josef Otto vom Hotel Kronprinz in Fuhrbach hat das Eichsfeld-Bufett vorbereitet. Dazu hat der Preisträger für die Gäste „Heimatliebe“-Bier mitgebracht. Und so bekommen alle einen Lukullischen Einblick in das Eichsfeld. „Es macht einfach Sinn, wenn man Essen und Trinken selber mitbringt“, sagte Näder und versicherte: „Es schmeckt so lecker.“

Bereits bei der Begründung des Presseclub-Kuratoriums zur Entscheidung, Näder 2017 mit dem Leibniz-Ring auszuzeichnen, war der Duderstädter als ein „Mann mit großem Herzen und jeder Menge Leidenschaft“ bezeichnet worden, dessen.“ Zuverlässigkeit und Einfallsreichtum in ungewöhnlichen Situationen“ ihn auszeichneten.“Ihm geht es darum, dass überall auf der Welt Menschen nach Amputationen oder Lähmungen Mitglieder ihrer Gemeinschaft bleiben können“, hieß es weiter. Mit dem Leibniz-Rin Hannover 2017 soll das herausragende Engagement Näders für den medizinischen Fortschritt gewürdigt werden. Das Verdienst des Ottobock-Chefs ist dem Kuratorium zufolge, dass er Behinderung aus der Tabuzone geholt habe. Näder gehe es darum, „dass überall auf der Welt Menschen nach Amputationen oder Lähmungen Mitglieder ihrer Gemeinschaft bleiben können“.

Mit der Verleihung des Leibniz-Rings 2017 würdigt das Kuratorium eigenen Angaben zufolge auch die unternehmerische Arbeit Näders, der sei t1990 an der Spitze des Familienunternehmens steht und Ottobock zu einem Hightech-Konzert und zur Weltmarke gemacht habe. Außerdem sei Näders langjähriges Engagement für die Paralympischen Spiele Grund für die Auszeichnung. Immerhin seit 1988 beteiligten sich Näder und Ottobock an den Sommer- und Winter-Paralympics und trage damit das Thema „Mensch, Behinderung und Mobilität“ in die Mitte der Gesellschaft.

Der Leibniz-Ring-Preisträger hat im Vorfeld der Preisverleihung die Würdigung durch den Presseclub Hannover als „ein echtes Highlight im Lebenslauf, Wertschätzung 4.0 -“ bezeichnet. „Aber ganz besonders bin ich dafür dankbar, dass der Leibniz-Ring eine Auszeichnung in meiner Heimat Niedersachsen ist. Das verleiht der Würdigung zusätzliches Gewicht. Ich bin überall auf der Welt zu Hause, aber meine Heimat ist Duderstadt“, betonte Näder.

Zur Form seines Leibniz-Rings sagt der Duderstädter: „Ein Unikat, zweifellos. Das heißt Inspiration, Kreativität, handwerkliche Klasse.“ Damit seien „schon so ein paar Tugenden getroffen, die mir auch für Ottobock immer wichtig gewesen sind.“ Daher passe das Ringdesign in Form eines Rollstuhls, denn der Rollstuhl sei ein Symbol für Mobilität und für den Start, so Näder. „Richtig spannend ist der Weg, der vor uns liegt. Aber auch die anderen Ringe, darunter einer mit helfenden Hände, sind großartig geworden“, lobte der Unternehmer die anderen Wettbewerbsbeiträge.

Der Leibniz-Ring Hannover reiht sich ein in weitere Auszeichnungen und Ehrungen, die der Duderstädter Unternehmer im Laufe der Jahre erhalten hat. Auf die Frage, ob er stolz auf sich ist, sagte Näder: „Stolz auf uns, das passt besser. Eigentlich geht das Wir ja sogar noch über die Ottobock Family hinaus. Wenn im Eichsfeld seit vielen Jahren nun schon der Weltmarktführer in der Medizintechnik zu Hause ist, spricht das für die Stärke und den Zusammenhalt einer gesamten Region, eng vernetzt mit guten Partnern und mit guten Freunden. „ Der 56-jährige ergänzt: „Ich will nicht leugnen, dass mein Anteil an der Entwicklung des Unternehmens auch ein Grund für Stolz sein mag. Aber wichtiger als die gelegentlichen Ehrungen in der Vergangenheit ist mir die permanente Zukunftsfähigkeit von Ottobock. Wir arbeiten also eher dafür, übermorgen stolz sein zu dürfen.“

Der Leibniz-Ring Hannover wird Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen, die durch herausragende Leistungen auf sich aufmerksam gemacht oder durch ihr Lebenswerk ein besonderes Zeichen gesetzt haben. Mit der Auszeichnung wird an den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) erinnert, der 1676 nach Hannover kam und hier bis zu seinem Tode als Mathematiker, Politiker und Diplomat wirkte.

Von Britta Eichner-Ramm

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