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Duderstadt Näder fordert Stadtmarketing auf Erstliga-Niveau
Die Region Duderstadt Näder fordert Stadtmarketing auf Erstliga-Niveau
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18:28 27.09.2012
„Das geht mit wenigen Handgriffen“: Ein Foto des beleuchteten Rathauses auf Facebook macht auf das Wahrzeichen aufmerksam. Quelle: OT
Duderstadt

Näder kritisiert massiv den Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld (HVE) und richtet drängende Appelle an die Duderstädter Stadtverwaltung.

„Jeder kennt Duderstadt“, sagt der auch in Berlin lebende, weltweit tätige Konzernlenker. Er verweist auf das große Medieninteresse an der Stadt als Standort des Medizintechnikunternehmens Ottobock, als Schauplatz herausragender Ereignisse wie dem 32. Tag der Niedersachsen, dem Eichsfeld-Festival, dem Schutzraum-Symposium der Peter-Maffay-Stiftung, aber auch auf die Aufmerksamkeit für die Region durch den Papstbesuch 2011. Bundesweit Beachtung fänden auch die Aktivitäten von Duderstadt 2020. Der wissenschaftlich begleitete Prozess zur Stadtentwicklung offenbare eine engagierte Bürgerschaft, fördere Initiativen beispielsweise im Bereich Kultur und Jugend: „Das habe ich in meinen 50 Jahren noch nicht erlebt“, so Näder.

Seine Schlussfolgerung aus dieser Bestandsaufnahme: „Jetzt ist es Zeit, sich abzuheben.“ Näders Empfehlungen: Im Stadtmarketing müsse die Stadt als moderner Lebensraum präsentiert werden, der Geschichte und Gestaltungsmöglichkeiten biete. Duderstadt errege sowohl als Wirtschaftsstandort als auch mit seinem breiten Kunstangebot bundesweit Aufmerksamkeit, vereine historisches Fachwerkensemble und moderne Zivilgesellschaft. „Der Mix ist einmalig, der wird beachtet.“

Duderstadt hat Riesenchance im Gesundheitstourismus“

Im Tourismus müssten eigenständige Themen bearbeitet werden. „Duderstadt hat eine Riesenchance im Bereich Gesundheitstourismus.“ Neben Ottobock und weltweit bekannten Ärzten wie Thomas Neßelhut biete die Stadt ein voll ausgestattetes Krankenhaus. Die Göttinger Kliniken und die Kurkliniken im Harz lägen in der Nähe. Das gelte es mit den touristischen Angeboten der Region zu verknüpfen, „das muss aktiv gemanagt werden.“

Hier setzt Näders Kritik an, die er in erster Linie an den HVE richtet. Der Verband mit Sitz in Worbis, der vom Vorstandsvorsitzenden Gerold Wucherpfenning und Geschäftsführer Hans-Georg Kracht geführt wird, hat sich neben der Heimatpflege die Beratung von Eichsfeldtouristen auf die Fahnen geschrieben. Nach Näders Urteil gelingt dem HVE das nicht. Der Verband finde keinen Weg, das Selbstverständnis Duderstadts zu formulieren und spezifische Vermarktungsziele zu identifizieren. „Die Führung ist vollkommen überfordert“, sagt Näder. „Der HVE erfüllt in keinster Weise den Anspruch an ein zeitgemäßes Regions- und Stadtmarketing.“ Er plädiere für die Reduzierung des Verbands auf die landsmannschaftliche Traditionspflege.

Verständnis für das Totsparen

Gefordert sei stattdessen die Stadt Duderstadt, so Näder weiter. Die Verwaltung von Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) müsse mit qualifiziertem Personal ihr eigenes Tourismusmanagement und Stadtmarketing ausbauen. „Das ist eine Forderung, die ich an die Stadt Duderstadt stelle, bei allem Verständnis für das Totsparen“, so Näder vor dem Hintergrund des prekären städtischen Etats. Konkret verweist der Unternehmer auf das Internet, auf Suchmaschinenmarketing, Facebook und Youtube. „Das geht mit wenigen Handgriffen. Man muss nur jemanden haben, der es kann.“

Eine zweite Forderung Näders an die Stadt: „Jetzt gilt es, der Trägergesellschaft für Duderstadt 2020 beizutreten.“ Diese sei bewusst als offene Plattform für alle an der Stadtentwicklung Interessierten konzipiert. Der Beitritt der Stadt sei für ihn der „kausal logische und notwendige Schritt“. Näders Engagement gründet in der Heimatliebe des gebürtigen Duderstädters und in den Bemühungen des Firmenchefs um den Standort seiner Konzernzentrale. Er ist aber auch Ideengeber, Initiator und Finanzier einiger der Faktoren, die Duderstadt in den Fokus der Medien gerückt und Entwicklungsimpulse ausgelöst haben.

Mit seinem Gang an die Öffentlichkeit hoffe er, einen lebendigen Dialog über seine Gedanken zu den nächsten Schritten in Gang zu bringen. Darauf dränge er bereits seit langem hinter den Kulissen, vergeblich. „Seit zwei Jahren versuche ich, mit den Akteuren an einem Tisch zusammen zu kommen – die ducken sich weg.“ Jetzt wolle er sein Anliegen selbst vorantreiben: „Ich warte nicht mehr.“

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