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Duderstadt Neuer VHS-Chef: Das sind seine Ziele
Die Region Duderstadt Neuer VHS-Chef: Das sind seine Ziele
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00:19 10.11.2018
Hagen Zywicki, neuer Geschäftsführer der VHS Göttingen / Osterode. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Eine erste Runde, in der sich der 5o-Jährige allerdings gleich mit einem der größten Probleme der VHS seit Jahrzehnten auseinandersetzen muss: die akute Raumnot, weil die VHS im nächsten Jahr 21 Schulungsräume in der Theodor-Heuß-Straße verlieren wird. Diese Sorge steht zurzeit im Mittelpunkt seiner neuen Arbeit, auch wenn Zywicki mit vielen Ideen und konkreten Vorstellungen nach Göttingen gekommen ist.

39 Bewerber ausgestochen

Im Frühjahr hatte sich der VHS-Aufsichtsrat nach einer Ausschreibung und einem Auswahlverfahren für Zywicki als neuen Leiter der Schule entschieden. 40 Interessenten hatten sich auf die Stelle beworben. Zywicki löst Rüdiger Rohrig ab, der im Sommer 2019 in den Ruhestand geht.

Und der hinterlasse eine ausgesprochen gute Schule. „Wir sind ein sehr gut aufgestellter Betrieb“, sagt Zywicki. Die VHS der inzwischen fusionierten Landkreise Göttingen und Osterode einschließlich Kernstadt decke alle Bereiche der Bildung außerhalb der Regelschulen und klassischen Berufsausbildungen ab.

Dazu zähle der klassische öffentliche Bereich mit Kursen von politischer Bildung bis zum IT-Seminar. „Sehr stark“ sei die VHS aber auch mit ihren Angeboten für den 2. Bildungsweg, auf den sich einst die Volkshochschulen gründeten. In jedem Jahr erreichten mehr als 200 Schüler mit der VHS ihren Real- oder Hauptschulabschluss. „Damit sind wir eine große Schule“, sagt Zywicki.

Gesellschaftspolitische Aufgabe

Dieser Bereich liege ihm besonders am Herzen, räumt der diplomierte Sozialpädagoge mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft und langjährigen Führungserfahrungen zunächst in der Kinder-Tagesbetreuung und dann als Leiter der VHS Hameln-Pyrmont ein. Zum einen, weil es ein Hilfsangebot für viele Menschen ist, die nach einem nicht immer einfachen Lebensweg eine zweite Chance suchten und verdienten. Zum anderen, weil es auch gesellschaftspolitisch wichtig und von großem Nutzen sei, wenn möglichst viele Menschen gut gebildet sind und damit ihre Chance auf bezahlte Arbeit erhöhen.

In dieser Sparte gehöre noch ein dritter Bereich, der in den zurückliegenden Jahren immer wichtiger geworden sei: der „Projektbereich“ mit staatlich geförderten Kursen zur Integration und als unterstützenden Übergang in den Arbeitsmarkt. Diese gehe oft einher mit enger, individueller sozialpädagogischer Begleitung.

Auch wenn die VHS „gut aufgestellt“ ist, hat ihr neuer Leiter Zukunftspläne, die die Volkshochschule weiter stärken sollen. Dazu gehöre die Digitalisierung des Betriebes – bei den internen Prozessen, aber auch nach außen. „Wir müssen den digitalen Weg zu uns vereinfachen“, sagt Zywicki. Das reiche von einer besseren Präsenz in sozialen Medien bis zur vereinfachten Online-Buchung eines Kurses.

Einfacher Onlinezugang

Dazu gehöre aber auch der Einsatz digitaler Medien im Unterricht – ob mit neuen Lehrmethoden oder Plattformen für die Teilnehmer. Dabei dürfe eine Stärke der VHS allerdings nicht unterdrückt werden: lernen in der Gemeinschaft. Auch fachbereichsübergreifende Angebote kann sich Zywicki künftig vorstellen: zum Beispiel einen Französischkurs inklusive Weinseminar. Und schließlich will der verheiratete Vater einer Tochter die Inklusion im VHS-Angebot stärken.

700 Honorarkräfte und etwa 90 Festangestellte beschäftigt die GmbH mit Zentrale in Göttingen und mehrere dezentralen Geschäftsstellen. Sie haben im vergangenen Jahr 2067 Kurse mit etwa 22 000 Teilnehmern angeboten. Und die kommen aus dem gesamten Landkreis. Den werde die VHS auch in Zukunft flächendeckend bedienen, versichert Zywicki. Es sei nicht geplant, das Angebot in ländlicheren Regionen auszudünnen.

Von Ulrich Schubert

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