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Duderstadt Von der Ausgrenzung zur Inklusion
Die Region Duderstadt Von der Ausgrenzung zur Inklusion
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00:18 25.01.2017
Von Kuno Mahnkopf
Nachdenklich: Vertreter des öffentlichen Lebens beim 7. Neujahrsempfang der Lebenshilfe Eichsfeld. Quelle: Christina Hinzmann
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Duderstadt

Der gebürtige Oldenburger, der vor 20 Jahren durch Ottobock nach Duderstadt gekommen ist, ist an der Hochschule in Nordhausen für das Fachgebiet „Finanzierung sozialwirtschaftlicher Organisationen“ zuständig. „Behinderte können viel mehr, als wir uns vorstellen können“, sagte Schwien, der die Sichtweise von Defiziten auf Potenziale lenken will. Als ein Beispiel für das gesellschaftliche Umdenken nannte er die gezielte Einstellung von Autisten durch Software-Unternehmen.

Bis zum Paradigmenwechsel im Umgang mit Behinderungen sei es ein unglaublicher Weg gewesen. Schwien schlug einen Bogen von der Weimarer Zeit bis zur Gegenwart, von der Ausgrenzung Behinderter als „Idioten und Krüppel“ bis zum Inklusionsgedanken, vom Schwerbeschädigtengesetz der 1950er-Jahre bis zum Bundesteilhabegesetz, das zum Jahreswechsel 2017 in Kraft getreten ist. „Die Inklusion ist im Detail schwierig umzusetzen“, räumte der 53-Jährige ein: „Wir werden mehr Geld in die Hand nehmen müssen, um das sicherstellen zu können.“ Behinderung sei letztlich immer eine Frage des Blickwinkels und der Wertschätzung, lautete sein Fazit. Ziel bleibe immer der nicht leicht fassbare Begriff des Lebensglücks.

Lebenshilfe-Vorsitzender Manfred Thiele begrüßte beim Empfang „treue und neue Gäste“ und blickte auf ein bewegtes Jahr zurück, das vom Bauprojekt am Kutschenberg geprägt war. Der Begegnungsraum-Anbau, vier zusätzliche Wohnungen mit Balkon, barrierefreie Zugänge und ein neues Fahrzeug hätten die räumlichen Möglichkeiten und Annehmlichkeiten verbessert: „Alle Bewohner fühlen sich hier wohl. Auch das ist Lebenshilfe.“ Das Lebenshilfe-Quartier am Kutschenberg, das auch von Arbeiterwohlfahrt, Osteoporose-Gruppe und Hospizverein genutzt werde und für weitere Interessenten im Rahmen des Satzungszweckes offen ist, sei noch stärker ein Ort der Begegnung geworden.

Auf dem Herzen lag Thiele eine Anmerkung zu US-Präsident Donald Trump. Die vage Hoffnung, Trump werde sich für zahlreiche Entgleisungen wie das Nachäffen eines behinderten Journalisten entschuldigen, habe sich nicht erfüllt, bedauerte Thiele: „Das macht traurig und lässt innere Wut hochkommen.“

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