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Duderstadt Ökologische Landwirtschaft auf Herbigshagen
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20:02 30.09.2018
Biolandwirt Daniel Wehmeyer und sein Harzer Rotes Höhenvieh auf Gut Herbigshagen Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Anlässlich des Tages der Stiftungen am 1. Oktober hat Daniel Wehmeyer am Sonntag auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt einen Einblick in ökologische Landwirtschaft gegeben. Im Mittelpunkt seines Berichts stand das Thema Artenvielfalt. Start war am Schulbauernhof der Heinz Sielmann Stiftung.

Berufswunsch Bauer

„Schon als kleiner Junge habe ich allen erzählt, dass ich Bauer werden will“, berichtete Wehmeyer den Besuchern. Der Berufswunsch habe sich auch im Lauf der Jahre auch nicht. Irgendwann hätten seine Eltern ein Einsehen gehabt und er habe ein Pferd bekommen. Aus dem einen Pferd sei dann tatsächlich ein landwirtschaftlicher Betrieb geworden. Allerdings habe er sich von Anfang an für die ökologische Landwirtschaft entschieden.

Den Boden düngen

Einer der entscheidenden Unterschiede zur konventionellen Landwirtschaft sei der Umgang mit Düngern. „Wir düngen nicht die Pflanze, sondern den Boden“, erklärt er. Dazu nutze er eine siebengliedrige Fruchtfolge. Die Fruchtfolge sei auch eine Antwort auf die Wetterextreme.

Fruchtfolge

Am Anfang der Fruchtfolge stehe für zwei Jahre das Kleegras. Das bringe mit Hilfe von Knöllchenbakterien an seinen Wurzeln Stickstoff in den Boden. Im folgenden Jahr könne Weizen als anspruchsvoller Verbraucher gut von dem Boden zehren. Roggen benötige danach viel weniger Nährstoffe und komme mit dem aus, was der Weizen übrig gelassen habe. Ackerbohnen reichern den Boden wieder an. Die weiteren Verbraucher wie Dinkel ziehen die Nährstoffe aus dem Boden, bis dann das Kleegras am Anfang der nächsten Fruchtfolge diesen über zwei Jahre wieder auffüllt.

Biolandwirt Daniel Wehmeyer erläutert die Grundlagen ökologischer Landwirtschaft und erzählt, wie sein Harzer Rotes Höhenvieh davon profitiert.

Natürliche Grundsätze

Das sei das gleiche Prinzip, das früher in den Gärten angewendet wurde, zieht Wehmeyer einen Vergleich. Dort, wo zum Beispiel die Erbsen standen, wurden im darauf folgenden Jahr Kartoffeln angebaut. „Es geht dabei um die Beachtung der natürlichen Grundsätze“, ergänzt Gerhard Schlie, Honorardozent der Heinz Sielmann Stiftung. An sich sei Kunstdünger nichts Schlimmes. Aber an Ernährung der Pflanzen seien im Boden Bakterien und Pilze beteiligt, die sich um den Dünger kümmern. „Wenn aber der Dünger für die Pflanzen direkt verfügbar ist, dann sterben diese Helfer.“

Artenvielfalt

Ein ökologischer Landbau helfe auch, die Artenvielfalt zu erhalten, betonte Wehmeyer. Das Thema Insektensterben werde immer wieder thematisiert. Dabei würden aber nicht nur Insekten wie zum Beispiel Bienen profitieren. Auch Regenwürmer als wichtige Helfer im Boden hätten dadurch Vorteile. „Ein Praktikant hat mal einen Vergleich aufgestellt und Regenwurmlöcher gezählt. „Wir haben siebenmal mehr Regenwürmer als ein konventioneller Landwirt“, erzählt Wehmeyer von dem Vergleich. Der Wurm helfe ihm bei der Verbesserung des Bodens. „Er zieht zum Beispiel das Stroh in den Boden und verarbeitet es.“ Das erhöhe den Anteil an Humus. Deswegen sei die Verknüpfung von Weidetieren, Stallmist und Ackerbau wichtig. Der Stallmist werde auf die Äcker aufgetragen, der Regenwurm verarbeitet ihn und am Ende bekomme das Vieh das Futter.

Der Schulbauernhof

Schlie führte die Besucher auch durch den Schulbauernhof der Sielmann Stiftung. Schulklassen können dort übernachten und je nach Alter die Abläufe der Natur kennenlernen. Sie übernehmen das Gebäude und leben dort eine Woche – ohne Handyempfang. „Anfangs beschweren sie sich“, erzählt er. Zuletzt habe sich aber eine Gruppe Schüler sogar dafür bedankt, weil sie erkannt haben, wie sie vom Smartphone fast schon gefangen waren.

Von Rüdiger Franke

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