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Duderstadt Neues Wasserschutzgebiet: Anwohner skeptisch
Die Region Duderstadt Neues Wasserschutzgebiet: Anwohner skeptisch
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13:59 04.04.2019
Etwa 60 Anwohner und Landwirte sind zur Infoveranstaltung über das geplante Wasserschutzgebiet in den Museumskrug nach Obernfeld gekommen. Am Stehpult: Ulrich Adler (EEW Duderstadt). Quelle: Markus Riese
Obernfeld / Breitenberg

Gleich vier Experten haben am Mittwochabend bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Museumskrug Obernfeld über das geplante Wasserschutzgebiet Obernfeld referiert. Am Ende machte sich dennoch Enttäuschung unter den etwa 60 anwesenden Anwohnern und Landwirten breit: Welche konkreten Verbote und Maßnahmen auf die Grundstückseigentümer zukommen, blieb nämlich offen.

64 Schutzmaßnahmen – aber welche?

Die am Verfahren beteiligten Institutionen hatten gemeinsam zu diesem Infoabend eingeladen – also der Wasserversorger EEW (Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungs GmbH), die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Landkreis Göttingen. Den Gästen sollte Gelegenheit gegeben werden, mit Fachleuten Fragen zur Ausweisung des Wasserschutzgebietes zu erörtern und Verständnisfragen zum Entwurf der Wasserschutzgebietsverordnung zu stellen. Die Besucher machten davon auch rege Gebrauch; einige Fragen blieben allerdings unbeantwortet. Insbesondere die zu erwartenden 64 Einzelmaßnahmen zum Schutz des Gebietes wurden auch auf Nachfrage aus dem Publikum nicht verraten. „Diese sind erst im Zuge der öffentlichen Auslegung einsehbar“, erklärte Carsten Schneider vom Landkreis Göttingen. Die Auslegung der Antragsunterlagen und des Verordnungsentwurfs soll voraussichtlich vom 6. Mai bis zum 6. Juni bei der Stadt Duderstadt, der Samtgemeinde Gieboldehausen und in der Gemeinde Obernfeld erfolgen.

Wahrscheinlich bis zum 20. Juni haben Betroffene dann Gelegenheit, Einwendungen einzureichen. Gleichzeitig werden auch die vom Wasserschutzgebiet berührten Behörden zur Stellungnahme aufgefordert. Zum Verfahren gehört im weiteren Verlauf auch ein offizieller Erörterungstermin, der sich mit den eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen befasst. Jeder, der eine Einwendung einreicht, soll zu diesem Termin eingeladen werden – die Öffentlichkeit bleibt dann allerdings draußen.

Unmut bei den Breitenbergern

Nach Auskunft der anwesenden Experten soll sich der Maßnahmenkatalog für das Wasserschutzgebiet Obernfeld „zu 99,8 Prozent“ an einer Handlungshilfe des Landes Niedersachsen für die Erstellung von Wasserschutzgebietsverordnungen orientieren, die im Internet frei einsehbar ist. Manche Besucher reagierten mit Skepsis auf diese Aussage. Nicht nachvollziehen konnten insbesondere einige der Breitenberger Gäste die Einteilung der verschiedenen Zonen des geplanten Wasserschutzgebietes. Ihr Ort würde dadurch gewissermaßen „dreigeteilt“: Ein Drittel würde nicht zum Wasserschutzgebiet gehören, ein Drittel zur Zone „III A“ und ein Drittel zur Zone „III B“. Dies hätte sehr unterschiedliche Auswirkungen beispielsweise auf landwirtschaftliche Betriebe, aber auch auf Privathaushalte, die etwa Heizöl auf ihrem Grundstück lagern. Denn die Lagerstätten müssten zum Teil künftig von Tüv oder Dekra regelmäßig überprüft werden. „Mir erscheint diese Einteilung willkürlich, das sieht nach einem Politikum aus“, mutmaßte etwa der Breitenberger Landwirt Hermann Deppe, der dafür warb, Breitenberg vollständig aus dem Gebiet herauszunehmen. „Die Abgrenzungen sind allein nach hydrogeologischen Aspekten erfolgt. Ich sehe da keine Möglichkeit“, antwortete Diplom-Geologe Matthias Kleefeldt.

Allgemeine Infos zur Wasserversorgung in der Region lieferte Ulrich Adler (EEW), über geologische Grundlagen der Schutzgebietsausweisung, andere Schutzgebiete im Landkreis und generelle Beschränkungen in Wasserschutzgebieten referierte Landkreis-Experte Schneider. Auswirkungen auf die Landwirtschaft und das Thema Nitratbelastung nahm schließlich Michael Wildenhayn, Wasserschutz-Berater der Landwirtschaftskammer, in den Blick.

Von Markus Riese

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