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Duderstadt Ortsumgehung Duderstadt: Frist für Einwendungen endet am 5. März
Die Region Duderstadt Ortsumgehung Duderstadt: Frist für Einwendungen endet am 5. März
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00:19 27.02.2018
Henning Eggers, Sprecher der Schutzgemein­schaft Hahletal-Pferdeberg, erläutert den geplanten Verlauf der Ortsumgehung Duderstadt. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Zunächst stellte Henning Eggers den 20 Anwesenden den Stand des Planfeststellungsverfahrens vor. Dabei bezog er sich nicht nur auf den niedersächsischen Teil, die Verkehrseinheit drei der Ortsumgehung (OU) Duderstadt, sondern auch auf die OU Teistungen/Ferna auf thüringischer Seite. Dabei standen wesentliche Inhalte der ersten Planänderung der OU Duderstadt sowie aus Sicht der Schutzgemeinschaft Defizite der Planung im Fokus.

Bislang sei nach der Einleitung der Planfeststellungsverfahren für Duderstadt und Teistungen / Ferna im Februar 2015 bereits einiges erreicht worden, sagte Eggers. Die Straßenbauverwaltungen seien in beiden Fällen gezwungen worden, den artenschutzrechtlichen Teil, den landespflegerischen Begleitplan und die Verkehrsprognose zu ändern. Nach der erneuten Auslegung des Plans bestehe für den Duderstädter Teil noch bis 5. März Gelegenheit, Einwendungen zu äußern. Auf Thüringer Seite ende die erneute Planauslegung erst am 14. März. Für Einwendungen bleibe bis 28. März Zeit.

Bedeutung für Fernverkehr

Eggers kritisierte dabei die Umänderung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses von 0,87 auf 2,0. Beim ursprünglichen Wert sei das Straßenbauprojekt nach der Bundeshaushaltsordnung nicht bauwürdig, erklärte er. Auch habe die B 247 keine wichtige Bedeutung für den Fernverkehr. Diese habe vielmehr die zum Teil schon umgesetzte B 243, die eine zentrale Annäherung an die Luftlinie biete aus Mittelthüringen in Richtung Norddeutschland.

Faktor Haselmaus

Als wichtigen Faktor im Zeitmanagement nannte Eggers unter anderem die Haselmaus. Diese sei auf einer Fläche von 2,2 Hektar im betroffenen Gebiet heimisch. 0,5 Hektar davon seien intensiv besiedelt. Zur Bestandssicherung müsse es vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen geben. Die könnten aber erst nach der Planfeststellung beginnen. Und dann seien dafür fünf Jahre vorgesehen. „Dies Haselmaus steht hierbei nur stellvertretend für den Eingriff in die Natur“, betonte Eggers. Zeit sei insgesamt ein wichtiger Faktor, erklärte Michael Hoffmeier. Je länger das Bauprojekt aufgeschoben werden könne, desto größer werde die Chance, dass es irgendwann nicht mehr umgesetzt werde.

Diskutiert wurde auch die in der Planänderung neu eingebaute Spange in Richtung Grenzlandmuseum. In den Erörterungsterminen sei sogar noch von den Projektbetreuern gesagt worden, dass es für eine solche Verbindung keine Rechtfertigung gebe, sagte Eggers. In der Runde wurde vermutet, dass diese Spange eine Möglichkeit zu einer neuen Abschnittsbildung auf Thüringer Seite aufzeige.

Henning Eggers, Sprecher der Schutzgemein­schaft Hahletal-Pferdeberg, informiert über Möglichkeiten der Einwendung gegen die Ortsumgehung Duderstadt. Quelle: Rüdiger Franke

Zu den Möglichkeiten der Einwendung erklärte Rechtsanwalt Hans-Hagen Apel, dass diese nur auf Neuerungen in der Planänderung möglich seien. Eggers nannte als Beispiele unter anderem die Spange und die Aufhebung des Wasserschutzgebietes, weshalb der Wasserschutz nicht mehr als Argument gegen eine Trassenverschiebung gelten könne. Einwendungen könne jeder machen, erläuterte Apel, während nur direkt Betroffene Klagerecht hätten.

Frist beachten

Wichtig sei, die Frist zu beachten, sagte Eggers. Die Briefe, oder vorab ein unterzeichnetes Fax, müssten für den niedersächsischen Teil am 5. März vorliegen bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Dezernat 33, Göttinger Chaussee 76a, 30453 Hannover. Dabei sollten alle Argumente gegen das Vorhaben genannt werden, sagte Apel, denn Einwendungen sollen für die Planer eine Anstoßwirkung haben, auf Dinge zu achten, die sie noch nicht berücksichtigt hätten.

Die Einwendungen für den Thüringer Bauabschnitt gehen an das Landesverwaltungsamt Thüringen in Weimar. Dazu will die Schutzgemeinschaft aber noch einen eigenen Termin in Ferna anbieten.

Von Rüdiger Franke

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