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Duderstadt Oskar Müller zeigt seine Kunst in Duderstadt
Die Region Duderstadt Oskar Müller zeigt seine Kunst in Duderstadt
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00:31 30.04.2018
Künstler Oskar Müller (l.) und Optiker David Gerlach bereiten die Kunstausstellung in den Geschäftsräumen von Daeger & Heerhorst vor. Quelle: ny Claudia Nachtwey
Duderstadt

Oskar Müller, den es 2004 von Berlin ins Eichsfeld verschlagen hat, ist in Duderstadt definitiv mehrfach aufgefallen – nicht nur durch seine Nacht-und-Nebel-Aktion im Jahr 2014: Da stand eines Morgens plötzlich ein blauer Knabe auf einem Totholzstamm am Duderstädter Wall. Stadtverwaltung, Bürger und Medien rätselten einige Wochen, wer dahinter steckte, bis der Künstler sich outete. Bei zahlreichen Ausstellung in der Region und weit darüber hinaus hat Müller mit seinen Bildern, Skulpturen und Installationen nicht nur eine große fachliche Qualität bewiesen, sondern auch seinen hintergründigen Humor. Trumps Konterfei als Fußabtreter, eine in Burka vermummte Person beim Selfie oder die Botschaft „Don´t stop the Party“ neben Apple-Gründer Steve Jobs sind nur wenige Beispiele aus dem großen Fundus des Künstlers, der sein Atelier ebenfalls an der Duderstädter Marktstraße betreibt.

Ein neuer Blick auf die Dinge

„Wir sind quasi Nachbarn. Vor einigen Monaten kam uns die Idee, gemeinsam eine Ausstellung auf die Beine zu stellen“, erklärt David Gerlach, Geschäftsführer bei Draeger und Heerhorst. Die Ladenfläche des Optikers hat schon öfter Raum geboten für Veranstaltungen. After-Work-Partys und die Beteiligung mit dem DJ-Team Kamikaze am Denkmalkunstfestival gehörten dazu. Nun eine Kunstausstellung.

„Leute, die sich ohnehin für Kunst interessieren, gehen auch in ein Atelier oder in Galerien. Wir wollten Kunst in der Öffentlichkeit sichtbar machen, wo sie nicht nur von den üblichen Galeriebesuchern wahrgenommen wird“, nennt Gerlach Gründe für eine Ausstellung in den Geschäftsräumen. Einen neuen Blick auf Dinge könne sowohl eine Brille als auch Kunst verschaffen.

Müller hat die Eigenart, die zum Teil dramatischen Entwicklungen in der Welt künstlerisch mit etwas Galgenhumor zu betrachten und damit Absurditäten in Politik und Gesellschaft vor Augen zu führen. Den Bogen zur Ausstellung beim Optiker schlägt er mit der Brille, der metaphorisch rosaroten ebenso wie mit der Sonnenbrille von Karl Lagerfeld oder der grün umrandeten von Albert Einstein. Doch nicht auf allen Bildern seien Brillen zu sehen, versichert Müller schmunzelnd. Ihm gefalle das Konzept, auch in ungewöhnlichen Ausstellungsräumen Kunst zu präsentieren.

Ein „echter Müller“ im Buchformat

„Mein Atelier liegt etwas versteckt an einem Hinterhof. Manche Leute haben eine Hemmschwelle, dort einfach hineinzugehen. Dabei würde ich mich darüber freuen“, sagt Müller über seinen Arbeitsraum, wo „ein bisschen Berlin-Atmosphäre“ herrsche. Wer keine große Wand hat, um einen „echten Müller“ aufzuhängen, kann einige seiner Werke nun auch in der Form eines Kunstbuches erhalten, das ebenfalls am Sonnabend bei der Vernissage vorgestellt werden soll.

Bei Sekt und Häppchen soll zudem Raum für Gespräche und lockeres Zusammensein geschaffen werden, betonen die beiden Veranstalter. Das Thema heiße nämlich nicht „Brille“ oder „Durchblick“, sondern „Don´t stop the Party“ - so wie es auf Müllers Werk auch zu lesen sei. Und auch hier trifft wieder Hintergründigkeit auf Humor: Eine Anspielung auf die allgemeine gesellschaftliche Dekadenz könnte man bei diesem Titel vermuten – oder eben einfach auf die Tatsache, dass beim Optiker auch gefeiert wird.

Für weitere Aktionen schmiedet Gerlach zumindest schon Pläne. Im Herbst soll wieder eine Tanz-Veranstaltung mit dem Kamikaze-Team laufen, und für das kommende Jahr sei sogar eine größere Party geplant, wozu es dann zeitnah weitere Infos gebe.

Von Claudia Nachtwey

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