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Duderstadt Ostermarsch von Wehnde nach Duderstadt
Die Region Duderstadt Ostermarsch von Wehnde nach Duderstadt
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00:25 05.04.2018
Der Demonstrationszug im Eichsfeld.
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Duderstadt/Wehnde

Mit Fahnen und Transparenten ausgestattet marschierten die rund 30 Teilnehmer den zwei Kilometer langen Weg bis zum Kundgebungsplatz an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Eine Teilnehmerin aus Duderstadt, die die Friedenstaube auf ihrer großen blauen Fahne trägt, möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen, denn es gebe so einiges rechtes Gesindel in der Gegend. Die Welt sei seit den Anfängen der Ostermärsche nicht friedlicher geworden, sagt sie. „Es ist wichtig, angesichts der überall auf dieser Erde schwelenden Konflikte ein Zeichen für den Frieden zu setzen.“

Deutliches Zeichen setzen

Der Kreisverband Die Linke Eichsfeld hatte zum diesjährigen Ostermarsch von Wehnde zum West-Östlichen Tor aufgerufen. Petra Welitschkin, stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands und Kandidatin der Partei zur Landratswahl im Eichsfeld am 15. April, nahm an dem Marsch mit anschließendem politischen Austausch bei einem gemeinsamen Picknick teil. „Wir wollen gemeinsam mit unseren Duderstädter Partnern ein deutliches Zeichen für Frieden, Abrüstung und soziale Gerechtigkeit setzen“ sagt die Politikerin. Angesichts diverser Krisenherde an allen Ecken dieser Welt, müsse man bürgerschaftliches Engagement zeigen, um großmachtpolitischen Bestrebungen, die allein dem Machterhalt dienten, etwas entgegenzusetzen.

Hans-Georg Schwedhelm, Abgeordneter des Göttinger Kreistags, sieht überall auf der Welt schreckliche Kriege, für die unter anderem Deutschland die Waffen liefere. Dies sei unzweifelhaft eine der Ursachen, warum Flüchtlinge zu uns kommen und die Waffenlieferungen gelte es zu stoppen, begründet Schwedhelm sein politisches Engagement. Derselben Meinung ist Welitschkin. Deutschland habe eine besondere historische Verantwortung, so die 54-Jährige, und solle sich aus kriegerischen Auseinandersetzungen gänzlich heraushalten. Das Geld, das in die Rüstung gesteckt werde, könne sinnvoll für vielerlei humanitäre Zwecke ausgegeben werden. „Die zivile Gesellschaft“, sagt Welitschkin, „“lässt sich nämlich nicht mehr alles gefallen.“

10 000 Menschen mobilisiert

Der Ursprung der Ostermärsche geht auf britische Atomwaffengegner in den 1950er Jahren zurück. Das britische „Direct Action Committee Against Nuclear War“ engagierte sich in gewaltfreien Aktionen, um den totalen Verzicht auf den Atomkrieg und seine Waffen als einen ersten Schritt zur Abrüstung durch Großbritannien und alle anderen Länder zu erreichen. Das Komitee war Gründungsmitglied der britischen Campaign for Nuclear Disarmament (CND). Diese organisierte Ostern 1958 einen Marsch von London zum Atomforschungszentrum Aldermaston und mobilisierte dabei rund 10.000 Menschen gegen die nukleare Aufrüstung. Daraus entwickelten sich friedliche Demonstrationsmärsche zu Ostern auch in anderen westeuropäischen Ländern.

Einen zweiten Aufschwung und Höhepunkt erfuhren die Ostermärsche von 1979 bis 1983 in der Bewegung gegen die Neutronenbombe und die Aufrüstung mit neuen Mittelstreckenraketen, den sogenannten Nato-Doppelbeschluss. Bis in die Gegenwart haben sich die Ostermärsche als alljährlich um die Osterfeiertage herum stattfindende Demonstrationsform der deutschen Friedensbewegung etabliert.

Von Christoph Höland

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