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Duderstadt Wenn der Ärger über die Kirchensteuer verraucht ist
Die Region Duderstadt Wenn der Ärger über die Kirchensteuer verraucht ist
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00:20 08.09.2017
Pfarrer Reinhard Griesmayr in der Kirche am Johannischor. Quelle: Thiele
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Duderstadt

„Die Rückkehrer haben ganz unterschiedliche Motive“, beobachtet Griesmayr, der bereits während seiner Zeit in Hannover solche Menschen betreut hat. Da gebe es Christen, die vor ihrem Tod noch ihr Leben ordnen wollten. „Manche sind gegangen, weil sie die Kirchensteuer nicht mehr zahlen wollten“, berichtet der Pfarrer. Sie hätten sich vielleicht geärgert, weil die Steuer auch bei Abfindungen fällig werde. Auch nach dem Austritt sähen sich solche Menschen oft weiterhin als Katholiken. Zum Teil sei ihnen die Angelegenehit später peinlich.

Geburt eines Kindes lässt neu nachdenken

„Manchmal lässt die Geburt eines Kindes junge Eltern neu über eine Kirchenmitgliedschaft nachdenken“, weiß der Pfarrer. Es gebe zudem Fälle, wo Menschen aufgrund mystischer Erlebnisse zum Glauben fänden. Evangelische Christen wollten konvertieren, weil sie einen katholischen Ehepartner hätten und deswegen katholische Gottesdienste besuchten. Einmal sei eine kirchenferne Russlanddeutsche bei ihm gewesen. Sie sei bei ihrer Einreise nach Deutschland Mitglied der evangelischen Kirche geworden. Später habe sie von ihrer Mutter erfahren, dass die Familie katholisch sei.

„Einige Menschen versprechen sich von einer Kirchenmitgliedschaft materielle Vorteile“, weiß Griesmayr. Sie würden (wieder) katholisch, weil sie bei der Caritas oder in einem katholischen Kindergarten arbeiten wollten. Einige Eltern hofften, so eher in einer katholischen Schule einen Platz für ihre Kinder zu bekommen.

Konversion zum Christentum

„Behörden unterstellen Flüchtlingen aus islamischen Ländern zum Teil, dass sie durch eine Konversion zum Christentum ihre Chancen im Asylverfahren verbessern wollen“, sagt Griesmayr. Es gebe aber durchaus Muslime, die vom Islam enttäuscht seien. Sie wählten mit der Taufe keinen einfachen Weg. Oft würden sie von anderen Muslimen ausgegrenzt. In islamischen Ländern drohten ihnen zum Teil ernsthafte Probleme.

„Wer (wieder) Mitglied der Kirche werden will, besucht zunächst mehrere Treffen einer Vorbereitungsgruppe“, erläutert der Pfarrer das Verfahren. Dort befassten sie sich mit Fragen des Glaubens. Es gehe darum, dass die Menschen ihr Leben neu ausrichteten, sich von Dingen lösten, die die Bibel verurteile.

Aufnahme in die Kirche während einer Messe

Die Aufnahme in die Kirche, so der Geistliche, erfolge während einer Messe, bei der zwei Zeugen anwesend sein müssten. Auf Wunsch lasse sich ein solcher Gottesdienst diskret in kleinem Kreis feiern. „Taufen sollten möglichst nach der Buß- und Fastenzeit zu Ostern erfolgen“, sagt Griesmayr. Die neuen Christen verbänden sich symbolisch mit Tod und Auferstehung Jesu. „In der Praxis reichen die Vorbereitungstreffen oft nicht aus, damit sich jemand wirklich in der Kirchengemeinde verankert und einen festen Platz in einer kirchlichen Gruppe – etwa im Chor oder einem Bibelkreis – findet“, bedauert Griesmayr.

Von Michael Caspar

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