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Duderstadt Einbruchsschutz in Wohngebieten
Die Region Duderstadt Einbruchsschutz in Wohngebieten
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00:21 12.02.2018
Schon wieder eine offene Garage: Dierk Falkenhagen mit seinen Polizeipraktikanten. Quelle: Foto: Richter
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Duderstadt

Freitagnachmittag in einem Wohngebiet in Duderstadt: Ein Polizeibus hält, heraus springen fünf Teenager und ein Polizist. „Drei Mann links, wir gehen rechts“, weist Falkenhagen seine Praktikanten von der Heinz-Sielmann-Realschule ein. Beim Präventionstag wollen sie Informationsbroschüren über Einbruchsschutz verteilen. Und gegebenenfalls bei Anwohnern Bescheid sagen, wenn sie etwas Auffälliges bemerken.

Falkenhagen hat seine Anweisungen kaum beendet, als die 15-Jährige Jolina eine offene Garage entdeckt. Die zwei Fahrräder darin schätzt Jolina auf einen Wert von 200 Euro – ein leichtes Spiel für Diebe, weshalb Falkenhagen und sein Team beschließen, im dazugehörigen Haus zu klingeln.

Laurenz Klan, Roman Czech, Dierk Falkenhagen und Leon Schwethelm auf Fußstreife. Quelle: Niklas Richter

Das muss allerdings Falkenhagen machen – als Praktikanten sind die Schüler dazu nicht befugt. Und tatsächlich reagiert die Anwohnerin etwas überrascht auf den teilweise uniformierten Besuch. Es folgt eine kurze Ansprache, dann das Geständnis: Die Kinder waren zu faul, ihre Räder in den abschließbaren Keller zu räumen. „Für einen Dieb wären das jetzt 200 Euro Gewinn“, erklärt Jolina, bevor sie der Anwohnerin eine Broschüre in die Hand drückt und sich freundlich verabschiedet.

Schlüsselbändchen statt Uniform

Noch trägt Jolina während des Einsatzes keine Uniform, als Praktikantin steht ihr lediglich ein Schlüsselbändchen der Polizei samt eines entsprechenden Ausweises zu. Ihrem Enthusiasmus tut das keinen Abbruch – der Berufswunsch Polizistin steht längst fest. „Ich möchte, dass sich die Menschen Gedanken über ihre Sicherheit machen“, erklärt sie, weshalb ihr der Präventionstag besonders am Herzen liegt.

Auf das Thema Einbruchsschutz haben sich die Schüler besonders vorbereitet. Einerseits sei es darum gegangen, dass Einbrecher jenseits der Klischees auch gern bei Tag unterwegs seien, erzählt der 15-Jährige Roman. Andererseits hätten sie auch über technische Möglichkeiten wie Alarmanlagen und Querriegelschlösser gesprochen – auch für Nebeneingänge und Hintertüren, wie Roman betont.

Dass Falkenhagens Team im ausgewählten Wohngebiet richtig ist, zeigt sich, als sie einen weiteren Anwohner auf der Straße ansprechen. Irgendwann übernimmt Falkenhagen das Gespräch, weil es um recht komplizierte Sicherheitsmaßnahmen geht. „Es gab zuletzt mehrere Einbrüche bei uns in der Straße“, sagt der Anwohner später. Umso mehr freut ihn, dass die Polizei jetzt präventiv tätig sei – und außerdem Präsenz vor Ort zeige.

„Nicht überrumpeln“

Später ziehen die Schüler mit Falkenhagen in die Innenstadt. Hier wird nicht mehr geklingelt, stattdessen geht es darum, auf der Straße das Gespräch zu suchen. „Nicht überrumpeln“, mahnt Roman die anderen, als sie sich zu viert auf eine Passantin stürzen wollen.

Doch die Passanten reagieren insgesamt erfreut über die Präventionsarbeit. „Das hätte ich nicht gedacht“, sagt eine Gladbacher Touristin nach einer Lektion über Rollläden. Denn diese habe sie extra runtergelassen, bevor sie ihn den Urlaub nach Südniedersachsen gefahren ist – wo sie von Falkenhagen gelernt hat, dass ein Einbrecher eine Jalousie blitzschnell hochhebeln oder aufschneiden kann.

Leon Schwethelm, Laurenz Klan, Roman Czech, Dierk Falkenhagen, Jolina Pfeifenbring und Neratzia Lamprou (v.l.) unterwegs in Sachen Einbruchschutz. Quelle: Niklas Richter

Am Ende des Präventionstages ist Falkenhagen zufrieden: Fast alle der 350 Broschüren sind verteilt, bei den Angesprochenen sei die Aktion gut angekommen, bilanziert er. Zugleich betont er, wie wichtig es ihm ist, dass die Praktikanten auch die Prävention als Tätigkeitsfeld kennenlernen. Denn viele der Praktikanten liebäugeln mit dem Beruf als Polizist. Und zu dessen Tätigkeit gehöre die Gefahrenabwehr genauso wie die Verbrechensbekämpfung, sagt Falkenhagen.

Von Christoph Höland

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