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Duderstadt Preisverleihung mit Bildungsministerin Johanna Wanka auf Gut Herbigshagen
Die Region Duderstadt Preisverleihung mit Bildungsministerin Johanna Wanka auf Gut Herbigshagen
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19:04 21.09.2014
Von Kuno Mahnkopf
Ganz nah dran: Die Bigband des Eichsfeldgymnasiums lauscht der Rede von Bundesministerin Wanka im Natur-Erlebniszentrum. Quelle: Richter
Duderstadt

Das Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen war bereits zum dritten Mal Austragungsort des Finales, das von der Kieler BUW-Geschäftsstelle in Zusammenarbeit mit der Heinz-Sielmann-Stiftung organisiert wurde. Die Stiftung ist auch in der Jury vertreten und vergibt Sonderpreise.

Wanka, die als „Nebeneffekt eines Wettbewerbs“ ihren Mann bei einer Mathe-Olympiade kennengelernt hat, knüpfte an das Motto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ an: „Wir brauchen Menschen, die nicht nur darüber reden, sondern auch etwas tun.“

Begeistert zeigte sich die Bildungs- und Forschungsministerin am Weltkindertag vom breiten Spektrum der mit Preisgeldern bis zu 1500 Euro dotierten Arbeiten. Das reicht von der Bienenfauna in botanischen Gärten über Wasserverschwendung in Duschwannen und Laub als Dämmstoff bis zu den Auswirkungen von Sonnenschutzmitteln auf Wasserorganismen und den Einfluss des Klimawandels auf Schmetterlinge.

Allein 182 der 240 eingereichten Einzel- und Gruppenarbeiten stammen von Gymnasiasten, Jungen und Mädchen halten sich die Waage unter den 724 Teilnehmern. Die beiden Hauptpreise in der Altersgruppe zehn bis 16 Jahre gingen an Projekte aus Nordrhein-Westfalen, in der Altersgruppe 17 bis 21 Jahre nach Baden-Württemberg und Sachsen. Schüler aus Südniedersachsen waren unter den Preisträgern nicht vertreten.

„Jugend und Wirtschaft“

Erst in der vergangenen Woche hat Wanka aber in Berlin das Eichsfeldgymnasium (EGD), dessen Bigband die Veranstaltung auf Gut Herbigshagen umrahmte, für ein Projekt mit ganz anderer Stoßrichtung ausgezeichnet: „Jugend und Wirtschaft“. Das EGD war eine von drei Schulen, die beim Verfassen von Artikeln über ungewöhnliche Firmenideen für die Frankfurter Allgemeine das größte Engagement an den Tag legten und dafür mit 5000 Euro belohnt wurden.

EGD-Schülerin Anna-Maria Artmann beispielsweise schrieb über Wurstpralinen aus Hann. Münden. Andere Beiträge, die Wanka in Erinnerung geblieben sind, drehten sich um Kamel-Shampoo oder die Erzeugung von Surfer-Wellen in Binnenseen.

Zu ökologisch unbedenklicheren, aber nicht minder ungewöhnlichen Themen kehrte die Geo-Redakteurin Ines Possemeyer in ihrer an die BUW-Preisträger gerichteten Festrede   zurück. Das Vorgehen der jungen Umweltforscher verglich sie mit dem von Journalisten: „Ihr beschreibt aber nicht nur, wie sich Probleme lösen lassen, sondern macht es vor.“

Um Wissen in die Sprache Nicht-Wissender zu übersetzen und Menschen zu überzeugen, müsse man Geschichten erzählen und Bilder erzeugen, sagte Possemeyer und nannte Beispiele aus ihrer Arbeit bei Geo. Für eine Geschichte über Paradiesvögel in Neu-Guinea habe sie sich die Brille einer Modereporterin aufgesetzt und den Leser auf eine Modenschau mitgenommen.

„Jagd auf Ratten, um Vögel zu retten“

Bei einem abstrakteren Thema wie Landraub habe es zwei Jahre gedauert, bis Äthiopien als Schauplatz ausgewählt wurde und man einem indischen Unternehmen auf die Spur kam. Andere Geschichten, wie die von der subantarktischen Insel Südgeorgien, dem „Serengeti in der Kälte“, sind Glücksfälle.

Dort sei zu einem außergewöhnlichen Mittel gegriffen worden, weil eingeschleppte Ratten den Seevogel-Bestand bedrohten und ein Gifteinsatz für Abhilfe sorgen sollte, berichtete Possemeyer. „Man stelle sich vor: Hubschrauber machen Jagd auf Ratten, um Vögel zu retten.“

Ebenso wie Possemeyer will die Sielmann-Stiftung Menschen für Natur und Umweltthemen begeistern. Das deckt sich mit der Intention des Bundes-Umweltwettbewerbs, den Wanka als Erfolgsgeschichte bezeichnete und dessen hohen Aufwand rechtfertigte: „Kein Kind wird mit Umweltbewusstsein geboren. Es ist wichtig, dass man dafür sensibilisiert.“

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