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Duderstadt Demokratie lernen im Grenzlandmuseum Eichsfeld
Die Region Duderstadt Demokratie lernen im Grenzlandmuseum Eichsfeld
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17:55 05.11.2018
Yashar Jam (3.v.l.), Leonie Kewel (4.v.l.) Zoe Legde (5.v.l.), wählen Stichworte aus von Schülern ausgefüllten Karten zum Thema Demokratie aus. Quelle: CHH
Teistungen

Rund 100 Schüler aus Edeleben, Gieboldehausen, Groß Schneen und Worbis haben am Montag im Grenzlandmuseum Eichsfeld am länderübergreifenden Schülerprojekttag unter dem Motto „Treffpunkt Grenze: Demokratie und Menschenrechte“ teilgenommen.

Miteinander ins Gespräch kommen

Der zweite gemeinsame Projekttag fand erneut in der Woche des 9. November statt, an dem sich zum 29. Mal die Öffnung der innerdeutschen Grenze und der Fall der Berliner Mauer jähren. „Demokratie heißt, miteinander ins Gespräch zu kommen“, begrüßte Moderatorin Blanka Weber die jungen Leute. Bevor aber die Schüler aus Niedersachsen und Thüringen miteinander ins Gespräch kamen, berichteten Politiker von ihren Erinnerungen an die Grenzöffnung. Horst Dornieden, Vorsitzender des Trägervereins des Grenzlandmuseums gab zu, dass er selbst nicht daran geglaubt habe, dass eine Diktatur ohne Waffenanwendung in sich zusammenfalle. „Doch 1989 kam die Zeit, in der sich mutige Menschen aufgemacht haben“, sagte er. „Wir waren positiv überrascht, dass nicht eingeschritten wurde.“ Und dann seien es immer mehr Menschen geworden.

Demokratie lernen

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), zurzeit Vorsitzender der Kultusministerkonferenz, erklärte, dass er zunächst überzeugt gewesen sei, „dass die Diktatur des Proletariats das Richtige war“. Deshalb sei er auch in die SED eingetreten. Bei seinem zweiten Studium in Moskau sei er dann aber mit Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) in Kontakt gekommen. Er sei ein Beispiel dafür, dass man Demokratieverständnis lernen könne, sagte der Minister. „Wir müssen jeden Tag die Demokratie neu erlernen“, betonte er und fügte hinzu, dass es in Deutschland „leider demokratiefeindliche Tendenzen“ gebe. Deshalb sei ein authentischer Ort wie das Grenzlandmuseum ideal, um etwas über das Thema zu lernen.

Grundwerte nicht verhandelbar

Claudia Schanz, Leiterin des Referats für politische Bildung im niedersächsischen Kultusministerium, sprang kurzfristig für Kultusminister Grant Hendrik Tonne ein, der in Hannover im Stau steckengeblieben war. Schanz betonte, dass Demokratiebildung auch in Niedersachsen ein Schwerpunktthema sei. Und es sei wichtig, „dass Ihr Euch dafür engagiert, dass Demokratie gelebt wird“. Die AfD verunsichere Lehrer derzeit mit der Forderung, dass die Neutralität gewahrt bleibe. „Doch unsere Grundwerte sind nicht verhandelbar“, sagte Schanz. Sie habe 1989 in Hildesheim in der Presse verfolgt, was geschah. Freunde hatten ihr von einem geplanten Besuch in Duderstadt abgeraten, weil die Stadt komplett überfüllt gewesen sei.

Für Demokratie eintreten

An die volle Stadt erinnerte auch Wolfgang Nolte, stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins. Am 10. November 1989 um 0.05 Uhr seien die ersten Trabbis über die Grenze gekommen. Es sei schön, dass um den 9. November herum, junge Menschen aus beiden früheren Seiten Deutschlands auf der ehemaligen Grenze zusammenkommen. „Ich bitte Euch, tretet im Alltag für Demokratie ein, so bequem manche Positionen auch sein mögen.“ Extremismus von rechts und von links dürfe sich nicht wiederholen.

Sechs Workschops

Die Jugendlichen beschäftigten sich im Anschluss in sechs Workshops mit Themen rund um die Grenze, die Wiedervereinigung und das Grüne Band. In ihrem Resümee berichteten einige Schüler, dass sie sich in ihren Gruppen einig waren, dass die Berichte der Politiker zu Beginn des Projekttages sie stark beeindruckt hätten. Zum Abschluss spielten Schauspieler des Theaters Strahl aus Berlin Ausschnitte aus ihrem Stück „#BerlinBerlin“, in dem sie die Geschichte des zwei Tage vor dem Mauerbau geborenen Ingo erzählen.

Von Rüdiger Franke

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