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Duderstadt Drittklässler erforschen Duderstadt
Die Region Duderstadt Drittklässler erforschen Duderstadt
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00:20 14.02.2019
Drittklässler erkunden das Fachwerk in Duderstadt Quelle: Eichner-Ramm
Duderstadt

Basierend auf der Initiative „denkmal an schule“ bieten die Fachwerk-Fünfeck-Städte Duderstadt, Northeim, Hann. Münden, Einbeck und Osterode am Harz in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesdenkmalamt mit der Aktion „Fachwerk allumfassend“ ein neues denkmalpädagogisches Angebot für zunächst vier Schulen und einen Kindergarten an. Den Auftakt machte am Montag eine Stadtführung für zwei dritte Klassen der St.-Elisabeth-Schule in Duderstadt.

Die St.-Elisabeth-Schüler werden sich in dieser Woche auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema Fachwerk beschäftigen, kündigt Juliane Hoffmann von der Geschäftsstelle des Fachwerk-Fünfecks in Northeim an. Dafür bringen sich in Duderstadt eine Reihe von Kooperationspartnern ein, damit sich am Ende die Schüler für die Baukultur ihrer Heimatstadt begeistern.

„Fachwerk ist etwas Besonderes“

Zunächst einmal wurden die Drittklässler am Morgen in der Schule von einigen wichtigen Menschen begrüßt. Zunächst wandte sich Schulleiterin Tanja Niederstraßer an die Kinder. „Fachwerk ist etwas Besonderes“, betonte sie und gab den Kindern einen kleinen Ausblick auf die bevorstehenden Projekttage. Dann fragte der Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte, welches die schönste Fachwerkstadt in Deutschland ist. Die Kinder antworteten ohne lange darüber nachzudenken: „Duderstadt!“ Jürgen Germerott von der Stadtverwaltung hatte für die Schule einen Baukasten mitgebracht, mit dem sich die Kinder während der Projekttage noch als Fachwerk-Hausbauer betätigen können.

Auftakt der Fachwerk-Projektwoche an der St.-Elisabeth-Schule in Duderstadt. Quelle: Eichner-Ramm

Und schließlich sagte Doris Olbeter vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, dass sie „megastolz“ sei, dass das denkmalpädagogische Angebot unter dem Titel „Fachwerk allumfassend“ mit ihnen starte. Sie ernannte die Drittklässler zu Forschern und stattete sie mit grünen Forscherbeuteln aus. In zwei Gruppen zogen die 38 Kinder dann mit den Stadtführern und früheren Pädagogen Herbert Pfeiffer und Udo Unzeitig dann hinaus, um die Fachwerkgebäude der Stadt zu erkunden.

Balken einfach abgesägt

Ganz viele Fachwerkgebäude stehen an der Hinterstraße, darunter eines der ältesten der Stadt, wie die Forschergruppen erfuhren. Das Haus mit der Hausnummer 75 sei ein Ackerbürgerhaus und um 1500 erbaut. Hier erfuhren die Kinder auch, warum die Gebete, die auf den Fachwerkbalken über dem Erdgeschoss zu lesen sind, unvollständig sind. Die Balken seien von einem anderen Haus hierher gebracht worden, erklärte Pfeiffer. „Weil die Balken aber zu lang waren, wurden sie abgesägt.“

„Das wurde ja schief gebaut“, stellte ein Mädchen in der Gruppe fest. Sie erfuhr dann aber, dass manche Häuser erst mit der Zeit absacken. Ein Stückchen weiter blieb Pfeiffer vor einem verputzten Gebäude stehen und erklärte, wie die Kinder erkennen können, dass es sich um ein Fachwerkhaus handelt, auch wenn das Fachwerk nicht sofort erkennbar ist. Der Stadtführer band die Kinder immer mit ein und stellte Fragen.

Warum ist der Westerturm gedreht?

Was es mit der Sage um die gedrehte Westerturmspitze auf sich hat, und wieso der Turm tatsächlich eine solch markante Drehung hat, erfuhren die Drittklässler ebenfalls, bevor sie an der Marktstraße dann das älteste Fachwerkhaus der Stadt bewunderten, und am Ende noch „das schönste Rathaus Deutschlands“ unter nun schon ein wenig mehr Fachwerk-kundigen Blicken betrachteten.

In den folgenden Tagen werden die Drittklässler in den Berufsbildenden Schulen in Duderstadt in der Abteilung Holztechnik und Bautechnik zusammen mit Berufsschülern einen Werkstatt-Tag einlegen. Auch steht der Besuch bei einem Zimmereibetrieb in Duderstadt auf dem Programm, mit dem Duderstädter Architekturbüro Michael Schmutzer dürfen die Kinder dann die Baustelle der früheren Stadtbibliothek besichtigen.

Projekttermine in den anderen Städten

Das denkmalpädagogische Angebot „Fachwerk allumfassend“ soll in den weiteren Fachwerk-Fünfeck-Städten fortgesetzt werden. Im März sind Projekteinheiten im Kindergarten Breitenberg geplant. Die Northeimer Erich-Kästner-Schule führt ihre Projektwoche vom 25. bis zum 28. März durch, ab dem 5. Mai heißt es „Fachwerk allumfassend“ in der Einbecker Goetheschule, und am 5. Juni ist es für die Grundschüler im Hann. Mündener Ortsteil Hermannshagen soweit. Die Vorgespräche für die Projekttage in Osterode beginnen im zweiten Halbjahr, so Hoffmann. „Die Projekttage stellen in jeder Stadt Pilotphasen dar“, wobei das Konzept künftig an weiteren interessierten Schulen angeboten werden könne. In Duderstadt hat die Baufachabteilung die Planung koordiniert. Abschluss ist an der St.-Elisabeth-Schule am Freitag, 15. Februar, um 11.50 Uhr in der Eingangshalle der Schule.

Die Autorin erreichen Sie unter b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder lokales@eichsfelder-tageblatt.de.

Von Britta Eichner-Ramm

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