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Duderstadt Prozess wegen Körperverletzung beim Seulinger Schützenfest
Die Region Duderstadt Prozess wegen Körperverletzung beim Seulinger Schützenfest
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00:33 20.03.2015
Quelle: EF
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Duderstadt

Die Verhandlung wurde aufgrund der Erkrankung einer der Hauptzeuginnen vertagt. Mit einer Fortsetzung ist frühestens in drei Wochen zu rechnen.

Zweieinhalb Stunden nach Beginn der Sitzung waren Richter Michael Pietzek, Staatsanwalt und die Anwälte der Beschuldigten mit einer Fülle von Varianten dessen konfrontiert, was in der Nacht zum 25. Juni 2013 passiert sein könnte. Die Beschuldigten, von denen sich drei äußerten, schilderten das Geschehen als einen Streit, in dessen Verlauf das spätere Opfer einen der Beteiligten geschlagen habe. Daraufhin sei es – während man versuchte, die Streithähne zu trennen – zu einer Schlägerei gekommen, in deren Verlauf Beteiligte zu Boden gingen. Ein Bierglas will keiner der Beschuldigten als Waffe eingesetzt haben. Der 28-Jährige aus Brehme sprach hingegen von „fliegenden Biergläsern“, von denen er eines oder auch mehrere – dazu machte er unterschiedliche Aussagen – zunächst in den Rücken und später an den Hinterkopf geschlagen bekommen haben will.

Deutlich wurde nur, dass sich der Streit an der Theke des Schützenzeltes um die damalige Freundin des Opfers, die nicht anwesende Zeugin, drehte. Sie war zuvor mit dem Bruder eines Angeklagten zusammen gewesen – oder hatte später noch etwas „mit ihm am Laufen“, wie ein Angeklagter vermutete.

Den Aussagen des Brehmers zufolge war er gegen Mitternacht zum Fest zurückgekehrt, um die Schlüssel zu holen, die sich in der Tasche der Frau befunden hätten. Dabei sei er in Streit mit den Männern geraten, zu denen sie im Laufe des Abends immer wieder Kontakt gesucht habe – und denen er unterstellte, ihr Drogen gegeben zu haben. Sie habe sich hysterisch verhalten.

Gemeinsam mit seiner Mutter habe er das Zelt verlassen wollen, dann aber einen starken Schmerz im Rücken verspürt, woraufhin seine Mutter etwas von „fliegenden Biergläsern“ gesagt habe. Im weiteren Verlauf hätten die Angeklagten ihn nacheinander angegriffen, er habe sich gegen drei von ihnen mit Faustschlägen wehren können, obwohl er zu Boden gegangen sei. Beim vierten Angreifer habe er aufgegeben und könne sich an nichts mehr erinnern.  „Mich wundert, dass Sie heute nicht im Supermann-Kostüm gekommen sind“, kommentierte Pietzek die blumigen Ausführungen des Mannes. Offenbar konnte sich der Richter nicht vorstellen, dass der ehemalige Boxer im Stande gewesen sei, sich gegen drei Männer zu wehren.

Weitere Fragezeichen hinterließen Aussagen, nach denen das Opfer von Dieben oder acht Männern attackiert worden sei sowie die Tatsache, dass er einen der Angeklagten wiedererkannt haben wollte, den er zuvor nicht kannte und während des Gemenges kaum sehen konnte. Außerdem stellte sich im Laufe der Vernehmung heraus, dass der 28-Jährige alles andere als ein unbeschriebenes Blatt hinsichtlich gewalttätigen Verhaltens ist – und auch seine Freundin möglicherweise schon geschlagen und später zu einer Falschaussage gedrängt haben könnte.

Ihre Aussage muss nun zunächst abgewartet werden. Auch weitere Zeugen sollen befragt werden, bevor ein Urteil ergeht.

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