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Duderstadt Reaktionen im Eichsfeld auf Studie zum frühen Drogenkonsum
Die Region Duderstadt Reaktionen im Eichsfeld auf Studie zum frühen Drogenkonsum
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00:18 29.04.2013
Fatale Folgen: Wenn Kinder zur Kippe oder zur Flasche greifen, kann das der Beginn einer langen Suchtkarriere sein. Quelle: Lüder
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Eichsfeld

Zahlen zum Einstiegsalter hat Ulrich Schmalstieg, Suchtberater beim Caritasverband Duderstadt, nicht. Das Studienergebnis spiegele aber eine Tendenz wider. Auch im ländlichen Raum würden Jugendliche immer früher zu Suchtmitteln greifen: „Wir stellen das zumeist erst später in den Biographien und Suchtgeschichten fest.“

Der Griff zur Zigarette mit zwölf Jahren sei nicht hinnehmbar, schädige in diesem Alter körperliche und seelische Entwicklung. „Ob Nikotin, Alkohol oder Cannabis – ein früher Einstieg legt oftmals die Fundamente für ein lebenslanges Suchtproblem“, sagt Schmalstieg: „Ein Patentrezept gibt es nicht, aber manche Dinge gehen gar nicht.“

Gesellschaft und Eltern müssten rechtzeitig Grenzen setzen: „Weggucken ist fatal, Überreagieren ebenso, aber Reagieren ist wichtig.“

Auch wenn das Komasaufen von Jugendlichen nicht für Schlagzeilen sorge, bestehe das Problem weiter: „Es wird immer wieder auch in jungen Jahren exzessiv Alkohol getrunken.“ Die meisten Cannabis-„Karrieren“ würden im Alter von 15 bis 17 Jahren beginnen.

Insgesamt weniger als früher

Zur Suchtberatung kämen die Konsumenten erst bei Druck von außen – vor allem, wenn sie den Führerschein abgeben müssten, berichtet Schmalstieg. Besorgte Eltern könnten sich jederzeit bei den Beratungsdiensten der Caritas Hilfe holen.

Zwölfjährige mit einer Zigarette erwischt hat Dierk Falkenhagen noch nicht. Der Präventionsbeauftragte der Duderstädter Polizei lässt sich ebenso wie sein Kollege Karl-Robert Müller immer wieder an Schulen, bei Jugenddiscos und anderen Veranstaltungen blicken, um den Jugendlichen diskret auf die Finger zu schauen.

So hat die Polizei vor den Osterferien Jugendschutzkontrollen auf dem Schulweg Christian-Blank-Straße durchgeführt und vor Unterrichtsbeginn sechs Minderjährige beim Rauchen erwischt.

Falkenhagen hält die Situation im Eichsfeld aber nicht für dramatisch. Insgesamt würden die Jugendlichen weniger rauchen als früher, Verstöße beschränkten sich auf Einzelfälle – ab dem Alter von 15 Jahren.

Das deckt sich mit den Erfahrungen an den Schulen. „Es kommt vor, dass sich einer Richtung Wall verirrt. Dann greift die Aufsicht ein“, formuliert Rektor Stefan Hoppe mit Blick auf vereinzelte Versuche von Schülern, das strikte Rauchverbot zu umgehen. Das Verbot gilt an der Duderstädter Heinz-Sielmann-Realschule wie an allen Schulen des Landes.

"Wir dürfen nicht zu spät kommen“

„Das wird kontrolliert, na klar“, betont Hoppe. Rauchen, Alkohol und Drogen seien an den Schulen deshalb kaum ein Problem. Das Thema Sucht werde deshalb aber nicht verdrängt sondern intensive Präventionsarbeit betrieben. „Das fängt in Klasse fünf an, hat einen Schwerpunkt in Klasse sechs und wird dann immer wieder altersgerecht aufgegriffen“, berichtet der Rektor.

Das bestätigt auch Carla Koch, didaktische Leiterin an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Gieboldehausen. „Wir fangen in der fünften Klasse an, ganz klar. Wir dürfen nicht zu spät kommen“, sagt Koch zur Suchtprävention. Zwar seien Rauchen und Alkohol an der KGS selbst kein Thema.

Aber in der Familie, in den Vereinen werde geraucht oder „das Schnäppschen zum Geburtstag von Oma“ getrunken. Deshalb ist Koch von den Ergebnissen der jüngsten Studie nicht überrascht. Gleichzeitig erlebt sie großes Engagement der Schüler in Präventionsprojekten.

Die Aktion „Wim!Bar“, bei der Schüler lernen, alkoholfreie Cocktails zu mixen, werde „phantastisch angenommen“. An einem Methodentag, als Plakate gegen das Rauchen entworfen worden seien, hätten die Schüler intensiv mitgearbeitet. „Das nächste Mal machen wir etwas zum Thema Alkohol“, kündigt Koch weitere Präventionsbemühungen an – trotz oder gerade wegen der jüngsten Studienergebnisse.

Von Kuno Mahnkopf und Ulrich Lottmann

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