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Duderstadt SPD will Geburtshilfe-Schließung entgegenwirken
Die Region Duderstadt SPD will Geburtshilfe-Schließung entgegenwirken
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00:17 24.12.2016
Soll geschlossen werden: die Geburtshilfestation des Krankenhauses St. Martini. Quelle: Wenzel
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Duderstadt

„Das kann nicht wahr sein“, „wirklich sehr schade“, „unfassbar“: Die Meldung der anstehenden Schließung rief auf Face­book Bestürzung hervor. Statt der Auflösung der Geburtshilfe hatte eine Nutzerin sogar auf die Erweiterung um eine Kinderstation gehofft. „Wie kann Geburtshilfe ‚defizitär‘ sein?“, „Ist Kinderbekommen mit Geld und Gewinn aufzuwiegen?“, „Das ist Sparen am falschen Ende“, äußern sich andere Nutzer. Aus wirtschaftlicher Sicht sei die Überlegung noch nachzuvollziehen, heißt es in einem weiteren Kommentar. Allerdings bemängelt der Schreiber, dass „der Standortvorteil einer ganzen Region eben mal über die wirtschaftliche Seite, ohne die Chance einer öffentlichen Diskussion und sich vielleicht daraus ergebender Lösungsmöglichkeiten zerstört“ werde.

Dass eine solch unpopuläre Entscheidung die Menschen vor allem emotional treffen werde, hatte St.-Martini-Geschäftsführer Markus Kohlstedde schon bei der Bekanntgabe erklärt. Allerdings müssten auch solche Entscheidungen getroffen werden, um die Zukunft des Hauses zu sichern. Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Hildesheim habe gefordert, dass sich die Häuser selbst tragen müssten, verwies Kohlstedde auf die Beispiele in Braunschweig und Salzgitter. So würde der Betrieb des Braunschweiger Krankenhauses trotz 14-Millionen-Euro-Fördermittel-Zusage zum 31. Dezember eingestellt und das Krankenhaus Mitte 2017 aufgelöst. Und das Management des Krankenhauses in Salzgitter werde dem Bernward-Krankenhaus Hildesheim übertragen.

Noch haben die Menschen der Region die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Duderstädter Geburtshilfe noch gerettet werden kann. Die SPD-Fraktion will „das Thema im Rat auf die Tagesordnung setzen lassen“ und an das Sozialministerium schreiben. Gerade im ländlichen Raum sei eine geburtshilfliche Abteilung von unschätzbarem Wert. „Ausgerechnet die hochgeschätzte, seit Jahrzehnten im Krankenhaus angesiedelte Geburtshilfe zu schließen in Zeiten, wo die Stärkung der Infrastruktur in ländlichen Gebieten im Vordergrund stehen muss“, heißt es in der Erklärung. Mit einer Online-Petition wollen die Politiker deshalb an die Verantwortlichen appellieren, „die geburtshilfliche Station im St. Martini auch weiterhin zu erhalten für die über 300 Kinder im Jahr, die in Duderstadt geboren werden“.

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