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Duderstadt Schandfleck am Klappenberg soll endlich weg
Die Region Duderstadt Schandfleck am Klappenberg soll endlich weg
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00:19 03.11.2018
Soll abgerissen werden: Schlichthaus an der Klappenbergstraße in Langenhagen. Quelle: Eichner-Ramm
Langenhagen

 „Seit Jahren ist die leerstehende städtische Immobilie an der Klappenbergstraße in Langenhagen Thema. Auch jetzt hat sich der Ortsrat Brochthausen/Langenhagen wieder damit befasst. „Ich hoffe, dass dieses Jahr dort noch etwas passiert“, hatte Koch eingangs der Sitzung am Montagabend gesagt und auf den zügigen Abriss gehofft. Immerhin stünden die Mittel dafür – 70000 Euro – im Haushalt 2018 bereit.

Abriss wohl erst im Frühjahr

Doch der Ortsbürgermeister musste sich von der städtischen Verwaltung eines Besseren belehren lassen. Denn bevor die Ausschreibungen für den Abbruch des Gebäudes auf den Weg gebracht werden konnten, so erläuterte Jürgen Germerott, habe zunächst der Haushalt genehmigt werden müssen, was im Juli der Fall gewesen sei. Außerdem seien für einen Gebäudeabriss verschiedene Vorgaben und Richtlinien einzuhalten, erklärte der Bauamtsmitarbeiter weiter. Unter anderem habe die Stadt zunächst ein Schadstoffgutachten in Auftrag geben müssen, damit das in der Ausschreibung berücksichtigt werden könne. Unter anderem verfüge das Gebäude über alte Nachtspeicheröfen, die fachgerecht entsorgt werden müssten.

Bis Mitte November soll nun den Angaben der Verwaltung die Ausschreibung auf den Weg gebracht sein. Spätestens „im Frühjahr“ soll das Gebäude dann abgerissen werden, so Germerott. Ob der Abbruch eventuell auch früher erfolgen kann, hänge auch von der Auslastung der Firmen ab. „Das wird ein Riesenloch werden“, sagte Germerott und schlug vor, dieses mit unbelastetem Erdboden zu verfüllen.

Genehmigung des Haushalts war nötig

Koch ärgerte sich über die Verzögerungen und sprach von einer „unendlichen Geschichte“. Der Rat der Stadt habe es sich nicht leicht gemacht, die Mittel für den Abriss im Haushalt einzustellen, erinnerte der CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Diedrich. Und der Haushalt habe ja auch erst einmal genehmigt werden müssen. Er sei froh, dass der Abriss jetzt im Frühjahr komme und machte klar: „Das Gebäude muss jetzt wirklich weg.“ Dem Ortsbürgermeister entfuhr dann noch die Bemerkung: „Nicht dass ich noch darüber hinweg sterbe.“

Der Bau beherbergte im Zweiten Weltkrieg eine Peilstation für die Erkundung von Flugbewegungen, später wurde das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Seit Jahren steht das Reihenhaus nun schon leer, auf dem Balkon wachsen Birkenbäume, der Putz bröckelt. Im März 2018 beschrieb Koch den baufälligen Zustand der Immobilie mit den Worten: „Das Gebäude stellt inzwischen eine öffentliche Gefahr dar, Ziegel fallen herunter, Fensterrahmen sind ausgebrochen.“ Statt Geld für die Sicherung des Gebäudes zu investieren, hatte sich der Ortsrat mehrfach für einen Abriss ausgesprochen, weil der Bau nicht nur als Schandfleck sondern auch als Gefahrenquelle angesehen wurde. Abriss oder Verkauf des seit Jahren verwaisten Gebäudeensembles wurden zuletzt 2013 beschlossen und vom Rat der Stadt bestätigt. Die Mittel dafür wurden aber erst im Etat 2018 veranschlagt.

Neue Bauplätze statt schlechter Bausubstanz

Das zweigeschossige Reihenhaus Klappenbergstraße 1-5 wurde bei der Gebietsreform von der Gemeinde Langenhagen auf die Stadt übertragen. Die zehn Wohnungen mit Ofenheizung und separaten Eingängen zur Klappenbergstraße waren überwiegend zunächst an Sozialhilfeempfänger, später an Hartz-IV-Bezieher vermietet. Zeitweise quartierte die Stadt dort auch Asylbewerber und in Einzelfällen Obdachlose ein – bis der Altbau mit schlechter Bausubstanz und fehlender Zentralheizung nicht mehr tragbar war. Auf dem Grundstück mit dem städtischen Schlichthaus an der Klappenbergstraße sollen zwei Bauplätze entstehen.

Von Britta Eichner-Ramm

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