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Duderstadt Schienenbus auf dem ehemaligen Bahnhof in Duderstadt angekommen
Die Region Duderstadt Schienenbus auf dem ehemaligen Bahnhof in Duderstadt angekommen
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00:50 11.07.2014
Von Heinz Hobrecht
Reges Zugaufkommen: Neben dem Speisewagen (hinten) gibt es auf dem Duderstädter Bahnhof jetzt auch einen Schienenbus. Quelle: Richter
Duderstadt

Bernd Kemmerling war dabei. Der Ingenieur betreut für das Unternehmen Ottobock das Projekt „Areal Bahnhof“. Und natürlich ließen sich auch die Duderstädter Eisenbahnfreunde Herbert Pfeiffer und Gerhard Hülfenhaus den Moment am Dienstag, 8. Juli, nicht entgehen.

Endlich traf am Bahnhof in Duderstadt wieder ein „Uerdinger Schienenbus“, im Volksmund auch „Roter Brummer“ oder „Roter Flitzer“ genannt, ein. Ottobock-Chef Hans Georg Näder hat das Fahrzeug zur Aufwertung des stillgelegten Bahnhofs angeschafft.

Wie schon beim Speisewagen, der seit vergangener Woche auf den Schienen steht, handelt es sich beim Schienenbus – bestehend aus einem Motorwagen und einem Anhänger – um ein ausgemustertes Stück Eisenbahngeschichte, das von Gerolstein in der Eifel den Weg ins Eichsfeld fand.

Bis 1974 auf der Strecke Duderstadt-Wulften unterwegs

In nahezu baugleicher Form war der von Mitte der 50-er bis Mitte der 60er-Jahre produzierte  Schienenbus bis 1974 auf der Strecke Duderstadt-Wulften  unterwegs. „Ich bin oft damit gefahren“, merkte Johannes Neumann als Beobachter  bei der Verladeaktion an. „Ich finde das gut, dass sich hier etwas tut“, kommentierte der 70-jährige Duderstädter das Engagement Näders.

Im Gegensatz zum Speisewagen, der zunächst per Schiene in Nordhausen gelandet war und dann über die Straße nach Duderstadt transportiert wurde, ist der Schienenbus im Huckepack-Verfahren auf zwei „Semi-Tiefladern“ durchgehend auf Autobahn und Landstraßen nach Duderstadt gebracht worden.

Weil die Transportfahrzeuge für den Schienenbus schon früher als geplant zur Verfügung standen, trafen Peter Klemenz, Projektleiter des Transports, und seine Mitarbeiter Heinz-Uwe Grippner und Karl-Heinz Schwark  schon einen Tag früher, am Montagabend, auf dem Parkplatz des Toom-Baumarkts ein. Um 8 Uhr begann dann am Dienstag, 8. Juli, das Abladen des Schienenbus-Anhängers.

Über die Verladerampe auf die Gleise

Weil offenbar Lager an den Rädern des Fahrzeugs festsaßen, rutschte der Schienenbus nicht – wie erwartet – von selbst über die Behelfsrampe. Erst mit Unterstützung eines Zwei-Wege-Baggers, der sowohl auf der Straße als auch auf Schienen eingesetzt werden kann, gelang das Abladen – und kurioserweise mit dem schon vorhandenen Speisewagen.

Mit dem vom Bagger gezogenen Speisewagen konnte der angekoppelte Schienenbus in Gang gesetzt und dann über die Verladerampe auf die Gleise befördert werden.  

Ottobock-Chef Näder, der sich derzeit in Brasilien aufhält und am gestrigen Abend beim WM-Halbfinalspiel Brasilien gegen Deutschland live dabei war, lobte in einer E-Mail an die Tageblatt-Redaktion den Einsatz von „Eisenbahnfreak“ Herbert Pfeiffer bei der Beschaffung des Schienenbusses.

Das Bahnhofsensemble werde zusammen mit allen Investitionen in der Nachbarschaft zu einem „echten Schmuckstück für Duderstadt“  und sei „positive Stadtentwicklung vom Allerfeinsten“.

Schienenbus ist auf dem ehemaligen Bahnhof in Duderstadt angekommen. © Richter
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