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Duderstadt Schüler können an Gottesdiensten und Prozessionen teilnehmen
Die Region Duderstadt Schüler können an Gottesdiensten und Prozessionen teilnehmen
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00:30 01.06.2018
Fronleichnamsprozession nach dem Festgottesdienst in Duderstadt. Quelle: Richter
Landkreis

„Im katholischen Eichsfeld wird der Fronleichnamstag noch sehr hochgehalten und gefeiert, es ist ein kirchlich-gesellschaftliches Ereignis“, sagt Stefan Hoppe, Leiter der Heinz.-Sielmann-Realschule in Duderstadt, an der am Donnerstag der Unterricht ausfällt. Kompensiert werde der Ausfall, indem der Unterrichtsstoff vor- und nachgearbeitet werde. Für Lehrer bedeute dies, dass sie für den Tag Minusstunden bekommen und sie dann an anderer Stelle in Form von Vertretungsstunden wieder ableisten müssten.

Schulfrei auch am Eichsfeld Gymnasium in Duderstadt

Am Eichsfeld Gymnasium Duderstadt ist in diesem Jahr zum ersten Mal schulfrei, berichtet Schulleiter Thomas Nebenführ. Andere Schulen hätten auch frei und um das zu vereinheitlichen habe der Schulvorstand einen entsprechenden Beschluss gefasst. Nebenführ kündigte an, dass sich das Gymnasium auch an der Gestaltung des Fronleichnamsfestes beteiligen wolle und 2020 einen Altar gestalten werde.

Der Dechant und Bischöfliche Kommissar des Untereichsfeldes, Propst Bernd Galluschke, hofft auf viele Schüler bei den Gottesdiensten und Prozessionen am Fronleichnamstag. Für sie sei es eine Chance, „zu zeigen, dass wir stolz darauf sind, Christen zu sein“.

Einige Schüler sind nur an Fronleichnam katholisch

Wenig Interesse am Fronleichnamsfest hätten die Schüler der Astrid-Lindgren-Schule. „Wir haben drei, vier Schüler, die nur an Fronleichnam katholisch sind und nach der Kirche wieder in die Schule kommen müssen.“, betont Schulleiterin Franziska Stollberg.

Nur wenige Kinder an der Grundschule Mingerode würden sich vom Unterricht befreien lassen, berichtet Schulleiterin Antje Kopp. Dies seien in der Regel Mädchen und Jungen aus Westerode, weil dort vormittags ein Gottesdienst stattfinde. „Wir würden an dem Tag nie eine Arbeit schreiben“, betont sie.

Von einem relativ geringen Interesse der Schüler, sich freistellen zu lassen, berichtet Sabine Freese, Schulleiterin der Berufsbildenden Schulen Duderstadt. Wer sich für Gottesdienst oder Prozession entscheide, werde nicht mit negativen Reaktionen von anderen Schülern konfrontiert.

Interesse an Unterrichtsbefreiung an vielen Schulen nur gering

„Es wird akzeptiert“, ist auch der Eindruck von Erhard Irmer, Religionslehrer am Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen. Es seien nach seinem Eindruck ebenfalls nur wenige Schüler, die sich vom Unterricht befreien ließen. Habe er am Fronleichnamstag Unterricht, thematisiere er auch dessen Hintergründe.

Zum Fronleichnamstag seien in aller Regel alle Schüler beim Unterricht, erklärt Angelika Sebode, Lehrerin an der Egelsbergschule in Göttingen. Anders sähe es beim Fastenbrechen aus: Dann würden sich muslimische Kinder vom Unterricht befreien lassen.

Hintergrundwissen wird geringer

„Die Kommunionkinder aus der dritten Klasse haben auch ohne Antrag frei, weil sie an der Prozession teilnehmen, ebenso die Ministranten aus der vierten Klasse“, sagt Ursula Kellner, Lehrerin an der Grundschule Gieboldehausen. Darüber hinaus würden sich weitere Kinder freistellen lassen. „Es werden insgesamt weniger Kinder, die an der Prozession teilnehmen“, berichtet Gemeindereferent Thomas Bömeke aus Gieboldehausen. Das Interesse und das Wissen um den „Background“ von Fronleichnam werde geringer, vermutet er.

Von Axel Artmann

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