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Duderstadt Schülerpraktikanten sensibilisieren Autofahrer zum Thema Unfallflucht
Die Region Duderstadt Schülerpraktikanten sensibilisieren Autofahrer zum Thema Unfallflucht
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00:31 22.04.2018
Die Schülerinnen Freya Neumann und Sina Müller klären im Rahmen ihres Schülerpraktikums bei der Polizei Duderstadt Norbert Nörthemann zum Thema ­Verkehrsunfallflucht auf. Quelle: Markus Hartwig
Duderstadt

„Rummss!“ heißt das Projekt des Landes Niedersachsen und der Verkehrswacht. „Bei Unfallflucht eine Zeugenaussage zu machen, hat nichts mit Petzen zu tun, sondern ist Zivilcourage“, sagt der Duderstädter Polizist und Präventionsbeauftragte Dierk Falkenhagen, der die Schüler beim dem Projekt begleitet. Zwar kenne er auch die Bedenken mancher, die eine Unfallflucht beobachten, aber dann nicht jemanden aus dem eigenen Dorf belasten wollen oder sich Sorgen um ihren Ruf als Denunziant machen. Daher sei es auch möglich, eine anonyme Aussage zu machen. „Niemand möchte sein Auto beschädigt auf dem Parkplatz vorfinden und auf den Kosten sitzen bleiben. Es ist Hilfe für den Geschädigten, wenn Zeugenaussagen gemacht werden“, sagt Falkenhagen.

 Um die Menschen für das Thema Unfallflucht zu sensibilisieren, verteilen die Polizeipraktikanten rote Karten mit der Aufschrift „Rummss! Bleiben Sie fair – wählen Sie 110“. Auf der Rückseite sind einige Tipps zu finden, wie Unfallzeugen richtig handeln. Immerhin belegt die Statistik der niedersächsischen Verkehrswacht, dass es allein in Niedersachsen bei jedem fünften Unfall zur Fahrerflucht und damit zur Straftat komme. Die Folgen können, je nach Schwere des Unfalls, eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, eine Geldstrafe, ein Führerscheinentzug oder Punkte in Flensburg sein, so die Verkehrswacht. Auch eine Schramme am Fahrzeug, verursacht mit dem Einkaufswagen, gilt als Unfall.

Infos für Unfallzeugen

Wer Zeuge einer Unfallflucht ist, sollte sich, wenn möglich, gleich ein paar Notizen machen. Hilfreich für die Ermittler sind zunächst Datum, Uhrzeit und der Unfallort. Die Farbe und Marke des flüchtigen Fahrzeugs, im besten Fall auch noch das Kennzeichen, sind ebenfalls nützlich für die Arbeit der Polizei, ebenso die Personenbeschreibung. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten auch Angaben zum geschädigten Fahrzeug gemacht werden, also Marke, Farbe und Kennzeichen aufgeschrieben werden. Nicht zuletzt sollte der Zeuge seinen eigenen Namen, Anschrift und Telefonnummer mit angeben, um bei möglichen weiteren Fragen zur Verfügung zu stehen. Polizist Dierk Falkenhagen rät: „Es ist nicht wichtig, alle Angaben komplett machen zu können. Die Polizei kann zum Beispiel auch ermitteln, wenn beim Kennzeichen ein paar Ziffern fehlen. Hauptsache es gibt ein paar Hinweise, die eine Ermittlung erleichtern.“

Insgesamt zwei Wochen dauern die Praktikumswochen an den weiterführenden Schulen. Die Neuntklässlerinnen Freya und Sina von der Kooperativen Gesamtschule Gieboldehausen haben sich beim Duderstädter Polizeikommissariat beworben, weil sie beide in ihrer zukünftigen Berufswahl etwas mit Menschen zu tun haben wollen. Beim Unfallfluchtpräventionsprojekt ist genau das gefragt: Auf fremde Menschen zugehen, sie freundlich ansprechen und, wenn möglich, über das Thema Unfallflucht aufklären. „Die meisten Leute reagieren sehr positiv. Viele sagen, dass ihnen das auch schon mal passiert ist. Jemand hat ihr Auto beschädigt und ist dann weggefahren“, erzählen die Mädchen.

 Die Sensibilisierung für das Thema Unfallflucht solle nicht nur dazu aufrufen, Zivilcourage zu zeigen und einen beobachteten Unfall zu melden, sondern auch Mut machen, ein eigenes Missgeschick einzugestehen, erklärt Falkenhagen. Manche Unfallverursacher hätten Bedenken, bei den Versicherungskosten hochgestuft zu werden, wenn sie einen Schaden melden. „Aber im Vergleich zu den Kosten, die entstehen können, wenn man Unfallflucht begeht, ist eine Höherstufung bei der Versicherung auf jeden Fall das kleinere Übel“, warnt Falkenhagen. Jede zweite Unfallflucht werde inzwischen aufgedeckt, nennt der Polizist die Zahlen der Statisik.

Mehr unter gturl.de/prävention oder landesverkehrswacht.de.

Von Claudia Nachtwey

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