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Duderstadt Hallenbad: Zukunft wegen Finanzierungslücke ungewiss
Die Region Duderstadt Hallenbad: Zukunft wegen Finanzierungslücke ungewiss
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00:35 27.04.2018
Hallenbad Auf der Klappe. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Die Fakten sind schon lange bekannt: das Hallenbad Auf der Klappe in Duderstadt ist dringend sanierungsbedürftig. Die veraltete Technik wird von der Eichsfelder Blockheizkraftwerk- und Bädergesellschaft (EBB) als Teil der Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB) so eben am Laufen gehalten und von Energie sparen ist im bestehenden Hallenbadbau keine Rede. „Wir heizen durch die Decke“, hat EWB-Geschäftsführer Markus Kuhlmann unlängst gesagt. Sanierungsbedarf besteht im übrigen auch im Freibad, das ebenfalls von den EBB betrieben wird.

Bisher fast nur negative Antworten

In den vergangenen Jahren hat die Stadt Duderstadt versucht, an Fördermittel heranzukommen, und nach anfänglicher Ablehnung (2016) wurden dann Ende März 2017 vom Bund bis zu 3,32 Millionen Euro in Aussicht gestellt, wobei nach Beschluss des Rates im Dezember ein Ersatzneubau im Bereich der Talwiese angrenzend an das Freibad favorisiert wurde. Auch hierfür können unter bestimmten Voraussetzungen die Fördermittel eingesetzt werden. Eine Vorgabe ist, dass bis zur endgültigen Antragstellung die Finanzierung des Vorhabens sichergestellt sein muss. Das allerdings ist bislang nicht gelungen, sowohl bei verschiedenen Ministerien, beim Landkreis Göttingen und Institutionen erhielt die Stadt gab es negative Antworten. Auf Bitten der Stadt gewährte der Bund einen Aufschub und verlängerte die Antragsfrist bis Ende Mai 2018.

Viele Daten nicht für die Öffentlichkeit

Zur Sitzung des Ratsausschusses für Bildung, Kultur und Sport am Donnerstag, 26. April, hat die Stadtverwaltung den aktuellen Sachstand zusammengefasst und unterbreitet drei Varianten als Beschlussvorschlag. Dazu werden den Kommunalpolitikern für die Entscheidungsfindung auch Zahlen und Fakten vorgelegt. Dazu zählen unter anderem die seit Jahren rückläufigen Besucherzahlen und der Einnahmeentwicklung. Nicht öffentlich vorgelegt wird dabei die Höhe der Subventionierung je Badegast des Hallenbades, und auch den Überblick über notwendige Investitionen und Höhe der Unterhaltungskosten für Hallen- und Freibad bekommen ausschließlich die Ratsmitglieder zu sehen.

Immerhin: die Entwicklung der Hallenbad-Besucherzahlen seit 2005 - allerdings ohne „Privatnutzer“ - kann in den Beratungsunterlagen eingesehen werden. Danach wurden im Jahr 2005 aus den Schulen im Landkreis Göttingen, der Stadt Duderstadt sowie kirchlichen Trägern und Vereinen zusammen 15240 Besucher gezählt, 2010 waren es 12181 Hallenbad-Nutzer und 2017 nur noch 9794 Besucher.

EWB-Chef Kuhlmann hatte im März bei der Versammlung der DLRG Eichsfeld – größter Verein, der das Duderstädter Hallenbad nutzt – von etwa von einer Gesamtbesucherzahl von 16000 im Jahr 2017 gesprochen, einschließlich der privaten Badegäste. Bei Bädern mit ähnlicher Struktur lägen, so Kuhlmann im März, die Besucherzahlen bei rund 40000.

Ersatz-Neubau ohne Unterstützung nicht verantwortbar

Am 10. April gab es noch ein Gespräch mit der EBB-Geschäftsführung, Vertretern des Niedersächsischen Landessportbundes, der DLRG, der Initiative „Rettet die Bäder“ und der Stadt, wie Bürgermeister Wolfgang Nolte mitteilt. Konsens aller sei gewesen, „dass die Variante Ersatz-Neubau am Standort Freibad für die Stadt und die EWB „ohne Unterstützung des Landes, des Landkreises oder Dritter aus finanziellen Gründen (Bau- und Betriebskosten) leider nicht verantwortbar sei“. Um das Schwimmsportangebot weiter vorhalten zu können, sei eine Sanierung der bestehenden Schwimmhalle Auf der Klappe durchzuführen. Eine Entscheidung über Umfang und Ausmaß der Sanierung beziehungsweise einer Instandsetzung müsse jetzt getroffen werden.

Finanzierungslücke von bis zu 8,9 Millionen Euro

In der jetzt zur Entscheidung vorliegenden Sitzungsvorlage werden drei mögliche Varianten aufgeführt, wie das Schwimmsportangebot in Duderstadt weiter vorgehalten werden könnte. Alternative eins, die vorliegt, geht von einem Ersatzneubau am Standort Talwiese mit Gesamtaufwendungen in Höhe von rund 8,39 Millionen Euro aus - abzüglich einer Förderung von 3,32 Millionen Euro bliebe eine Finanzierungslücke in Höhe von etwa 5,07 Millionen Euro - auszugleichen in den folgenden Jahren. Würde der Ersatzneubau an der Talwiese noch ergänzt, müssten weitere Kosten gegenfinanziert werden: eine fünfte Schwimmbahn mit zusätzlich 310000 Euro, ein Bewegungsbecken mit 1,1 Millionen Euro, eine Sauna-/Wellnesslandschaft mit 1,4 Millionen Euro und einer Erneuerung der Freibadtechnik mit einer Million Euro.

Alternative zwei geht von einer umfassenden Sanierung und Modernisierung des bestehenden Hallenbades Auf der Klappe mit Kosten in Höhe von rund 6,79 Millionen Euro aus. Die Zuwendung von 3,32 Millionen Euro vorausgesetzt beliefe sich die Finanzierungslücke auf mindestens 3465143 Euro. Der Einbau eines Bewegungsbeckens und die Erneuerung der Freibadtechnik sind darin noch nicht enthalten.

„Nur dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen“

Bei Alternative drei wird auf eine umfassende Sanierung und Modernisierung des Hallenbades verzichtet, nur „dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Schwimmbetriebes sind vorzunehmen“, heißt es in der Beratungsvorlage. Die geschätzten Kosten von rund 100000 Euro sollen von der Gesellschaft getragen werden.

SPD kritisiert Bürgermeister Nolte

Unterdessen hat die SPD-Ratsfraktion in einer Pressemitteilung Kritik an Bürgermeister Nolte geübt, der „nicht alle Fakten auf den Tisch gelegt“ habe. Vor allem mit Blick auf den Aspekt des Standortes im Überschwemmungsgebiet hätten Fragen der Machbarkeit und Zusatzkosten aufgrund möglicher Auflagen vor Beantragung der Fördergelder geklärt werden müssen. In seiner Antwort auf eine entsprechende SPD-Anfrage zum Hallenbad-Neubau an der Talwiese hatte Nolte darauf verwiesen, dass im Rahmen der Erstellung des hydraulischen Nachweises „auch die Entwicklungsgedanken zu Freibad/Hallenbad und Feuerwehr einbezogen worden“ seien.

Von Britta Eichner-Ramm

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