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Duderstadt Silvia Ziesing schweißt Kunstwerk aus 3000 Metallplatten
Die Region Duderstadt Silvia Ziesing schweißt Kunstwerk aus 3000 Metallplatten
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00:26 18.05.2018
Vielseitig begabt: Unter anderem hat die Duderstädter Künstlerin Silvia Ziesing den rund 150 Kilogramm schweren Drachen "Wotan" aus Eisen geschaffen, der in ihrem Garten steht. Quelle: Christoph Mischke
Duderstadt

„Wenn die Kindergartenkinder hier vorbeikommen, rufen sie schon aufgeregt, dass da ein Drache ist“, beschreibt die Künstlerin lachend die Reaktionen der Spaziergänger auf dem Wall, wenn ihr Blick in den Garten der Ziesings fällt.

So manches kleine oder größere Wunderwerk hat sich dort im Laufe der Jahre zu den Bäumen, Beeten, Steinen und Blumen gesellt: Ein Mädchengesicht in einem Astloch, ein Vogel aus Holz mit Metallschnabel, eine Schildkröte aus Sandstein und sogar der Westerturm, der aus einem abgestorbenen Baumstumpf herausragt, sind nur einige der kunstvoll gefertigten Figuren, die einen Eindruck von dem Fantasie-Potenzial der Erschaffer geben. Doch der riesige Drache, der so voller Dynamik steckt, als würde er gleich abheben, krönt die ganze magische Gartenwelt.

Tomaten unter Drachenflügeln

„Eine kleine Werkstatt hatten wir schon immer am Haus. Mein Schwiegervater Fritz Ziesing war Holzbildhauer“, sagt Silvia Ziesing, die nicht etwa eine handwerkliche Ausbildung durchlaufen hat, sondern Erzieherin ist. Dennoch habe ihr schon immer das Kreative gelegen, erklärt die Künstlerin. Das hat sie allerdings nicht nur im Zeichnen von Bildern und im Töpfern ausgelebt. Sie hat sich selbst auch das Steinmeißeln, Schnitzen, Schweißen und vielerlei weitere Kunstfertigkeiten angeeignet, schreibt Gedichte und Prosa und pflanzt außerdem etwas Gemüse im Garten an. Auch Tomaten.

Denen ist es im vergangenen Sommer bei all dem Regen nicht so gut ergangen, und so wollte ihr Ehemann Michael Ziesing ein weiteres Gewächshaus aufstellen. Dieses Vorhaben gab einen erneuten Anstoß für die Kreativität von Silvia Ziesing. Um Tomaten vor Regen zu schützen, reiche ein Dach, und diese Funktion könnten auch Drachenflügel übernehmen, so der erste Gedanke. Es folgten Skizzen, Drachenzeichnungen mit Bleistift, dann ein Modell aus Styropor. „Mit dem Styropor habe ich ausprobiert, dem Drachen Lebendigkeit einzugeben. Der muss doch Ausdruck haben“, so der Anspruch der Künstlerin.

In der kleinen Werkstatt am Haus ist alles vorhanden, um der Kreativität freien Lauf zu lassen. Stichsäge, Plasmaschneider, Schweißgerät – all das weiß Silvia Ziesing zu bedienen. Nach den Skizzen wurde das Grundgestell aufgebaut, dann rund 3000 Metallschuppen einzeln zurechtgeschnitten, geschliffen und verschweißt. Die Drachenzähne wurden aus einer Fahrradkette gemacht. Und um dem Tier eine kunstvolle Patina zu verpassen, wurde Eisenstaub mit Essig vermischt und auf die Schuppen gerieben.

Drache wird professionell gesichert

Michael Ziesing, der in seinem Berufsleben Werkzeugmachermeister war, ist für die Dinge zuständig, die seiner Frau nicht so liegen, wie Statik berechnen. „Der Drache musste professionell gesichert werden, damit er beim nächsten Sturm nicht in Nachbars Garten landet“, erklärt die Künstlerin und verweist auf die einbetonierten Metallständer und die im Boden verankerten Drahtseile.

Trotz stabiler Sicherung wirkt das Metallgestell fast filigran und kann zudem noch als Rankengitter genutzt werden. Obenauf hockt der imposante Drache mit schwingendem Schwanz, breitet seine Flügel über das Beet und reißt das Maul auf. Feuer kann er zwar nicht spucken, aber er leuchtet nachts. Ein Dämmerungsschalter funktioniert automatisch, ein Solarmodul sorgt für Strom. Dass das Prachttier mal geklaut werde, befürchten die Ziesings nicht – bei der Sicherung sei das unmöglich.

Von Claudia Nachtwey

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