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Duderstadt Holste-Hoffmann plaudert aus dem Nähkästchen
Die Region Duderstadt Holste-Hoffmann plaudert aus dem Nähkästchen
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11:00 27.08.2018
Sabine Holste-Hoffmann begeistert ihr Publikum mit Geschichten aus ihrem Leben. Quelle: Helge Schneemann
Duderstadt

Die Musikwerkstatt ist pickepacke voll, nur in den hinteren Reihen, wo der Blick auf die Bühne nicht so gut ist, sind noch Plätze frei. Lautes Stimmengewirr, freudige Erwartung. Holste-Hoffmann erscheint und beim ersten Ton von Hildegard Knefs „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ hat sie die Aufmerksamkeit ihrer Zuschauer. Doch beim Refrain bricht sie ab. „Schon wieder zu hoch, dabei hab ich so geübt.“ Aber sie hat das im Griff. Gekonnt hält sie ihr Publikum mit „ruhig jetzt“ und „still“ erst mal zurück „Ihr vergesst jetzt mal die erste Minute und ich fang einfach noch mal an.“ Alles kein Problem hier. Holste-Hoffmann hat ein Heimspiel.

Viele kennen das Programm der langjährigen Mitarbeiterin der Stadt Duderstadt. Vor gut zwei Jahren ist sie damit schon einmal aufgetreten. Ihr Wunsch sei es gewesen zum einen mit dem Programm dem Publikum eine Freude zu bereiten, und zum anderem mit dem Erlös Gutes zu tun, sagt Holste Hoffmann. Die Einnahmen gingen damals an die Kinderkrebs-Station des Göttinger Uni.-Klinikums. Drei Tage lang konnte damit ein Clown engagiert werden, der die Kinder besuchte. Holste-Hoffmann war einen Tag lang dabei. Es sei eines der bewegendsten Erlebnisse in ihrem Leben gewesen. Mit den Erlösen der zweiten Show, um die viele sie gebeten haben, wird sie Kindern der Duderstädter Tafel Weihnachtswünsche erfüllen.

Von Teddymantel und Schlatterrock

Ganz professionell mit Headset steht Holste-Hoffmann auf der Bühne. Sie ist der Typ, der jede Party an sich reißen kann. Dass sie auch ein großes Publikum mit ihren Geschichten aus dem eigenen Leben begeistern kann, zeigt sie am Sonntag. Von peinlichen Erlebnissen mit ihrem Teddymantel ist da die Rede, von ihren Autos –vier Enten, ein Käfer. Genüsslich outet sie sich als völlig technikunbegabt und als Frau, die ohne Orientierungssinn auch in Denver zurecht kommt.

Zu großer Form läuft sie auf, als sie von ihrem Schlatterrock erzählt. Dieses wundervolle Kleidungsstück, aus dessen „Schlitzen sich die wohlgeformten Beine herauswagen und sich keck zur Sonne strecken“. Das sie aber auch zu „beklopptem Getue“ verleitet und ihr die Erkenntnis bringt: „Immer schön natürlich bleiben!“

Sabine Holste-Hoffmann präsentiert Plaudereien aus dem Nähkästchen am 26.08.18 in Duderstadt, Musikwerkstatt, Niedersachsen. | Foto: Helge Schneemann | Quelle: Helge Schneemann

Vicky Leandros Lied „Ich liebe das Leben“, auf ihre eigenwillige Art von Holste-Hoffmann interpretiert, läutet den zweiten Teil des Abends ein und reißt viele zu Begeisterungsstürmen hin. Jetzt geht es eher in die unteren Körperregionen. Holste-Hoffmann hatte gleich zu Beginn ihrer One-Woman-Show davor gewarnt, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen werde. Auf Befindlichkeiten einzelner könne sie keine Rücksicht nehmen.

Von der Peinlichkeit beim Toillettenpapierkauf geht es über ihre heftige Abneigung gegen Fürze, zu einem komplizierten Toillettenbesuch auf Kuba. Bei einem Essen mit Tanzlehrern hatte sie dort von einen Moment auf den anderen einen Handgranatenwurfstand oder den Hund von Baskerville im Darm. „Zwei Blatt Havanna-einlagig reichten da nicht aus. Erst mit der Sicherheit einer Rolle deutschen Toilettenpapiers habe ich dem Hund von Baskerville die Freiheit geschenkt.“

Vier Variationen von Schillers Glocke

Sie kann das, auch von den peinlichsten Situationen erzählen, dass sich die Zuhörer vor Lachen biegen. Zum Glück habe sie eine Gabe: sie nehme sich selbst nicht allzu ernst, sagt Holste-Hoffmann. Und mit einem „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani, begleitet von ihrem Neffen und ein paar Freiwilligen endet der vergnügliche Abend. Eigentlich. Denn ohne Zugabe will das Publikum sie nicht gehen lassen. Mit Schillers Glocke in vier Variationen setzt Holste-Hoffmann dann noch einen drauf.

Von Christiane Böhm

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