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Duderstadt Lämmer streicheln und Esel führen
Die Region Duderstadt Lämmer streicheln und Esel führen
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00:32 14.03.2018
Eines der Schafe sucht den Kontakt mit Familie Nowakowski, die geduldig im Stroh auf die Begenung wartet. Quelle: Rüdiger Franke
Gut Herbigshagen

„Es war sehr schön“, sagte die siebenjährige Romy nach dem Besuch im Tiergehege. Zuvor hatte sie mit ihren Eltern, ihrem drei älteren Bruder Finley und Dozentin Beate Kücking geduldig im Stroh gesessen und auf die Tiere gewartet. „Wir warten auf die Schafe“, hatte die Dozentin im Vorfeld erklärt. Es sei kein Streichelzoo, sondern die Tiere würden entscheiden, ob sie sich den fremden Gästen nähern. Damit das geschehe, müssten sie sich sehr langsam bewegen und auch keine plötzlichen lauten Geräusche machen.

Während des Besuchs erzählte Kücking über Schafe. „Bei vielen Herdentieren kommt im Frühjahr der Nachwuchs“, sagte sie. Das Gras würde wieder wachsen und die Elterntiere hätten dann ausreichend Milch, um die Jungen zu versorgen. Gerade bei den Skudden, der kleinsten Schafrasse in Deutschland, sei der Herdentrieb stark ausgeprägt. Die auch auf Herbigshagen lebende Rasse sei dazu sehr schreckhaft. Wenn eines sich erschrecke und loslaufe, würden die anderen sofort folgen. „Dann würden sie die Kleinen überrennen.“

Bei der Veranstaltung „Es wird Frühling im Stall – Wolliger Nachwuchs auf Gut Herbigshagen“ durften die Teilnehmer in direkten Kontakt mit den Schafen und Lämmern treten.

Skudden seien eine Landschaftsrasse, die noch sehr ursprünglich sei, erläuterte Kücking. Die wolligen Vierbeiner seien gut geeignet für Landschaftspflege, weil sie zuerst Brennesseln und andere unliebsame Pflanzen fressen. „Wenn man sich aber für einige Wochen auf der Weide nicht mit ihnen beschäftigt, entwickeln sie wieder ihren Wildcharakter.“ Dann ließen sie sich nicht mehr einfach zurück in den Stall treiben.

An Menschen gewöhnt

„Unsere Schafe sind an Menschen gewöhnt“, sagte Kücking. „Sie lassen sich streicheln, wenn sie Lust darauf haben.“ Das es tatsächlich geschehe, könne sie nicht versprechen. Familie Nowakowski hatte Glück. Ein schwarzes und ein weißes Lamm sowie ein Schaf hatten Lust auf direkten Kontakt. Nicht so viel Glück hatte eine andere Gruppe, in der Familie Hillebrand wartete. Sie nahmen mit ihren eineinhalb und zwei Jahre alten Kindern an der Veranstaltung teil. Doch gerade als sich zwei Schafe näherten, sprang einer der Kleinen auf und die Schafe nahmen Reißaus. Spaß gemacht habe es trotzdem, sagten sie. Sie wollen noch einmal teilnehmen, wenn die Kinder älter sind.

Treffen mit Schafen, Lämmern, Ziegen und Eseln im Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen Quelle: Rüdiger Franke

Wer nicht im Stroh saß und auf die Schafe und Lämmer oder die Thüringer Waldziegen Gandalf und Galadriel wartete, ging mit Marni Könker, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf Gut Herbigshagen absolviert, zu den Eseln Isi und Leo. Gemeinsam mit den beiden Grautieren ging es auf eine kleine Wanderung. Zum Abschluss wurden die Tiere von den Teilnehmern gebürstet.

Unterschiedlicher Spaß

Spaß gemacht hat der Nachmittag den Teilnehmern. Das Erlebnis mit den Tieren nahm aber jeder anders wahr. Der zehnjährige Finley ließ sich mehr von den Eseln begeistern. „Da ist mehr passiert“, sagte er. Sein Vater hingegen genoss die ruhige Zeit im Stroh und die Möglichkeit, die Tiere aus einer ganz anderen Perspektive zu beobachten. Es sei ganz anders, wenn kein Gitter dazwischen sei. Und die siebenjährige Romy fand beide Teile gleich gut, ließ sich am Ende aber kaum von den Eseln losreißen. Die seien unterwegs zwar manchmal ein bisschen störrisch gewesen, hätten sich aber insgesamt gut führen lassen.

Treffen mit Schafen, Lämmern, Ziegen und Eseln im Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen Quelle: Rüdiger Franke

Wer die Begegnung im Schafstall auch erleben möchte, hat am Sonntag, 25. März Gelegenheit dazu. Die Veranstaltung ist ebenfalls auf 20 Personen begrenzt. Anmeldungen nimmt die Heinz-Sielmann-Stiftung entgegen unter Telefon 0 55 27 / 91 42 15 beziehungsweise per Mail unter seminare@sielmann-stiftung.de. Alle Veranstaltungen finden Interessierte auf der Internetseite der Heinz-Sielmann-Stiftung.

Von Rüdiger Franke

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