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Duderstadt Stiftung Warentest: Duderstädter vergleichen soziale Netzwerke
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00:18 15.03.2013
Die Qual der Wahl? Bei sozialen Netzwerken entscheidet nicht die Qualität, sondern der Freundeskreis. Quelle: Blank
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Duderstadt

Die beiden Neuntklässler des Eichsfeld-Gymnasiums (EGD) haben soziale Netzwerke unter die Lupe genommen – neben Facebook auch Google plus, Myspace und Twitter – und dabei keine Mühen gescheut. Die Ergebnisse mit Vergleichen, Diagrammen und Tabellen haben sie pünktlich zum Einsendeschluss im Februar an die Jury geschickt. „Die Durchführung unserer Tests wird außerdem in der Schule im Profilkurs Politik/ Wirtschaft benotet und fließt mit in unsere Zeugnisnote ein“, erklärt Patrick, denn auch die anderen Mitschüler im Profilkurs haben verschiedene Produkte getestet und manches Markenbewusstsein hinterfragt.

Ähnliche Netzwerke

„Wir durften selbst wählen, was wir testen wollen. Uns haben die sozialen Netzwerke interessiert, weil heute jeder Jugendliche in mindestens einem davon aktiv ist“, sagt Teresa, die zu den ganz wenigen am EGD gehört, die nicht bei Facebook sind. Aber sie kommuniziert über Skype. „Skype haben wir nicht getestet, weil wir relativ ähnliche Netzwerke nehmen wollten, um Vergleiche anzustellen“, erklärt Patrick, und da falle Skype als Internet-Telefon mit Sichtkontakt zum Gesprächspartner in eine andere Kategorie als ein herkömmlicher Chatroom.

Die beiden Neuntklässler haben sich zunächst Kriterien überlegt, die sie bei den Netzwerken vergleichen wollten: Gestaltung, Verfügbarkeit, Anwendung, Werbung, Bedienungsfreundlichkeit und Datenschutz. Bewertet wurden die Kriterien nach dem Punktesystem der gymnasialen Oberstufe, also 15 ist am besten und null am schlechtesten. Außerdem haben sie eine Umfrage bei anderen Nutzern gestartet.

Google plus deutlich besser

Nach sorgfältiger Auswertung kamen die beiden zu dem Ergebnis, dass Google plus deutlich besser in allen Kategorien abgeschnitten hatte als die anderen Netzwerke, Myspace und Twitter befanden sich im Mittelbereich, und Facebook zeigte Mängel, nicht nur im Datenschutz, sondern auch bei der Anwendung und Bedienungsfreundlichkeit. „Ein eingestelltes Foto zu löschen, ist bei Facebook schwierig, bei Google plus dagegen ganz einfach. Und bei Myspace war das Foto zunächst gelöscht, tauchte aber später plötzlich an anderer Stelle wieder auf“, kritisieren die Tester.

Bei der Umfrage im Profilkurs deckten sich die Kritikpunkte der Mitschüler oft mit Teresas und Patricks Ergebnissen. So wünschten sich beispielsweise fast alle Befragten einen besseren Datenschutz in den Netzwerken. Bliebe die Konsequenz auszusteigen?

„Nein. Ohne soziales Netzwerk können die meisten nicht mehr klarkommen“, stellt Teresa fest. Patrick bestätigt: „Ich bin selbst misstrauisch, aber bei Facebook sind alle Freunde, mit denen man sich austauscht. Deshalb bleibe ich auch da.“

Originalität und Systematik, Genauigkeit und Verständlichkeit

Bei dem alljährlichen Wettbewerb der Stiftung Warentest „Jugend testet“ können Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren teilnehmen und sich ihr Thema selbst auswählen. Sowohl Produkte wie Lebensmittel, Handys oder Kosmetika können getestet werden, als auch Dienstleistungen. Die aus Verbraucherschutzexperten bestehende Jury bewertet nach zahlreichen Kriterien die eingesandten Tests und deren Ergebnisse. Originalität und Systematik werden in der Bewertung ebenso berücksichtigt wie Genauigkeit und Verständlichkeit. Zu gewinnen gibt es eine Reise nach Berlin und Geld- und Sachpreise, die Preisverleihung ist im Juni.

Von Claudia Nachtwey

Bewerben sich mit Testergebnissen beim Wettbewerb: Teresa Nolte und Patrick Schneegans. © Thiele
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