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Duderstadt Ein Storch namens Lucky
Die Region Duderstadt Ein Storch namens Lucky
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15:44 23.07.2018
Mittlerweile steht „Lucky“ auf zwei Beinen im Leben. Quelle: hö
Hilkerode

„Lucky“ hatte Anja Leineweber als Namen vorgeschlagen und das Los hat bestimmt, dass der junge Storch so fortan heißen soll. Ein passender Name auch aus Sicht des Teams der Vogelauffangstation, vor allem, weil Lucky ein geschlechtsneutraler Name ist – und das Geschlecht des Storchs unbekannt ist. „Man müsste eine teure Gen-Analyse machen, um das herauszufinden“, sagt Magnus Duda.

Für Lucky ist das zweitrangig. Der junge Storche hat sich in den fünf Wochen in Hilkerode prächtig entwickelt, steht mittlerweile oft auf zwei Beinen in seinem Nest, das in Wirklichkeit ein mit Handtüchern ausgelegter Korb ist. Die zunächst dramatisch wirkenden Fleischwunden am Rücken des Storchs sind verheilt, ebenso wie das Gefieder deutlich kräftiger geworden ist und die charakteristische schwarz-weiß-Färbung der Artgenossen aufweist. „Er wächst hier genauso schnell wie in der Natur“, ist Dudas Eindruck.

Kann Lucky dieses Jahr nach Süden fliegen?

Das Gefieder ist für Duda ein besonders wichtiger Grund zur Freude: Offenbar haben die zwei Mahlzeiten täglich -immer noch Mäuse und Eintagesküken- Luckys ursprüngliche Mangelernährung ausgeglichen. Denn vermutlich hatten Luckys Eltern ihn als schwächstes Küken lange nicht gefüttert, bevor sie den von seinen Geschwistern angepickten Jungstorchen schlussendlich aus dem Nest warfen.

Stroch „Lucky“ in der Wildvogelstation Hilkerode. Quelle: r

„Das sieht gut aus“, sagt Duda aber mittlerweile auch über die Schwungfedern, deren Zustand ihm wegen der Mangelernährung zunächst Sorge bereitet hatte. Denn sind die Schwungfedern zu schwach, könnte Lucky nicht mit seinen Artgenossen nach Süden ziehen. Doch mittlerweile hat sich der Zustand so verbessert, dass Duda „relativ gute Chancen“ sieht, dass Lucky im Herbst die große Reise antreten kann.

Storchenretter halten Sicherheitsabstand

Ein wehmütiger Abschied wird das allerdings nicht, wie sowohl Duda als auch seine Frau Julia Metternich betonen: Zwar hatte Metternich anfangs gestanden, sich große Sorgen um den verletzten Vogel zu machen. Doch in der Praxis ist das Team der Wildvogelauffangstation auf Abstand geblieben, schließlich solle sich Lucky nicht an Menschen gewöhnen, um die Auswilderung nicht zu erschweren.

Bis dahin muss Lucky aber erstmal seinen künstlichen Horst in der Voliere der Vogelauffangstation verlassen, was bisher nicht geschehen ist. „Noch traut er sich nicht hinaus“, sagt Duda. Aus seiner Sicht kein Grund zur Sorge, denn Jungstörche verlassen das Nest erst, wenn sie wirklich fliegen könnten, erklärt der Vogelretter. „Sonst würden die ja nicht wieder hoch zum Horst kommen“.

Die ersten Flügelschläge stehen bevor

Duda rechnet damit, dass Lucky deshalb in den kommenden Tagen im Horst mit den ersten Flügelschlägen beginnen wird. Typischerweise würden Jungstörche zunächst im Nest mit den Flügeln schlagen, um Muskeln aufzubauen. „Das habe ich bei Lucky aber bisher noch nicht gesehen“, sagt Duda.

Die Auffangstation

Falken, Schwalben, Wildtauben, Sperlinge und andere Vögel beherbergt die Wildvogelauffangstation in Hilkerode derzeit. „Wir wollen das Verständnis für die Natur und vor allem für Vögel fördern“, erklärt Magnus Duda, warum er und seine Frau Julia Metternich das Projekt gestartet haben. Zugleich gehe es auch darum, die Auswirkungen menschlichen Handels auszugleichen. „Der überwiegende Teil der Vögel hat mit dem Rückgang der Artenvielfalt und dem Insektensterben zu kämpfen“, sagt Duda über die knapper werdende Nahrung für Wildvögel.

Während Duda und Metternich von den Behörden als Auffangstation anerkannt sind, ist der von ihnen mitgegründete Trägerverein auf Spenden zur Finanzierung der Arbeit angewiesen. Sie hoffen deshalb auf weitere Vereinsmitglieder, Spender oder Paten für den Storch. Die Vogelauffangstation ist unter Telefon 05529/2102200, Mobil unter 0178/5268762 oder per E-Mail an info@igwsn.de zu erreichen.

Von Christoph Höland

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