Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Sturm Friederike: 1200 Notrufe am 18. Januar 2018
Die Region Duderstadt Sturm Friederike: 1200 Notrufe am 18. Januar 2018
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 30.03.2018
Umgestürzter Baum: Während des Sturms Friederike am 18. Januar waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Quelle: r
Göttingen

„Alle 1200 Anrufe, die während des sechs Stunden tobenden Sturms eingingen, wurden ordnungsgemäß abgearbeitet“, stellte die Dezernentin klar. Sonst seien es 200 Anrufe, ergänzte der Leiter des Feuerwehr-Fachdienstes Katastrophenschutz, Martin Schäfer. Die Leitstelle, führte Dornieden aus, habe während des Sturms den Einsatz von mehr als 1000 Hilfskräften, darunter neben der Feuerwehr unter anderem auch das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz koordiniert.

Kellerbrand

„Alle unserer acht vorhandenen Disponentenplätze sind während des Sturms besetzt gewesen“, sagte Schäfer. Die Kollegen nahmen zudem zeitgleich die normalen Notrufe, darunter ein Kellerbrand, eine Geburt und eine Reanimation, auf. „Vor dieser Leistung ziehe ich den Hut“, erklärte Kreisbrandmeister Volker Keilholz.

Schäfer ermahnte die Bürger, Notrufnummer künftig nur noch bei „echten Notfällen“ zu wählen und nicht wegen jedes „umgefallenen Buschs“. Die „Erwartungshaltung“ sei in den vergangenen Jahren gestiegen, klagte er. Alles müsse sofort geschehen. Während des Sturms hätten ungeduldige Bürger, die bei der Leitstelle nicht sofort dran gekommen seien, bei der Polizei, in der Verwaltung und sogar bei der Feuerwehr direkt angerufen.

Feuerwehr kommuniziert über WhatsApp

Mehr Disziplin beim Kontaktieren der Leitstelle forderte der Kreisbrandmeister von den Feuerwehrkameraden. Er berichtete, dass während des Sturms teilweise mehr als 40 Kameraden gleichzeitig bei der Leitstelle angerufen hätten. Keilholz lobte aber auch, dass viele Kameraden über WhatsApp-Gruppen miteinander kommunizierten. Die Feuerwehr sei mit 130 Fahrzeugen im Einsatz gewesen. „16 von 18 Wehren haben eigene Meldestellen eingerichtet und vieles vor Ort geregelt“, hob Dezernentin Dornieden hervor.

CDU relativiert ihre Kritik

Die CDU habe die Arbeit der Leitstelle nicht kritisieren wollen, beteuerte Harm Adam (CDU). Sie fordere auch keine Reaktivierung der alten, im Dezember vergangenen Jahres mit der in Göttingen zusammengelegten Leitstelle in Osterode. Er bedauere, wenn einige eine CDU-Pressemitteilung so verstanden hätten. „Mehr Sorgfalt“ beim Schreiben mahnte daraufhin der Ausschussvorsitzende, Harald Grahovac (SPD), an.

Die Unzufriedenheit von Bürgern aufgreifend, erklärte Dornieden dass sich die Zahl der Disponentenplätze in der Leitstelle erhöhen ließen. Das koste allerdings Geld. Selbst eine Verzehnfachung der Plätze reiche nicht aus, sagte dazu Einsatzstellenleiter Schäfer. Er lehnte zudem den Vorschlag ab, Feuerwehren künftig bei jedem möglichen Aufziehen eines Sturms zu alarmieren. Das sei in Deutschland 30 bis 40 Mal der Fall. Die Feuerwehren würden die Alarmierungen bald nicht mehr ernst nehmen.

Lob für die Helfer

Parteiübergreifendes Lob gab es im Ausschuss für die mehr als 1000 Helfer. Abends versorgten sie noch die 1000 Reisenden, die im Göttinger Bahnhof nach der Einstellung des Zugverkehrs festsaßen, sagte die Dezernentin. Viele arbeiteten bis zur Erschöpfung, berichtete Ingrid Rüngeling (Freie Wähler). Wer bei einem solchen Sturm anderen helfe, bringe sich selbst in Lebensgefahr, unterstrich Kris Runge (SPD).

Weiteres zum Thema:

Fotogalerie: Friederike tobt über Deutschland

Stromausfall in Hann. Münden

Sturm Friederike wütet in und um Göttingen

Von Michael Caspar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Erneuerung der Brücke über den Soolbach „Am Mönchberg“ wird um ein Jahr auf 2019 verschoben. Dies ergibt sich aus dem Investitionsprogramm im Verwaltungsentwurf zum städtischen Haushalt, mit dem sich die Mitglieder des Ortsrates Fuhrbach während ihrer jüngsten Sitzung befasst haben.

05.03.2018
Duderstadt Sachbeschädigung auf Duderstädter Parkplatz - Autotüren zerkratzt und Wischer abgerissen

Mutwillig beschädigt worden ist nach Polizeiangaben am Donnerstagabend ein auf dem Parkplatz Feilenfabrik in Duderstadt abgestelltes Fahrzeug. Jetzt werden Zeugen gesucht, die Hinweise geben können.

02.03.2018

Zu verschiedene Möglichkeiten der Anwendung von „Virtual Reality“, also „virtueller Realität“, haben sich rund 100 Besucher am Donnerstagabend im Duder­städter Rathaus informieren lassen. Die Veranstaltung bot zum Abschluss auch Möglichkeiten zum eigenen Erlebnis mit der besonderen Brille.

04.03.2018