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Duderstadt Tafelbilder vom Stadthaus-Dachboden gerettet
Die Region Duderstadt Tafelbilder vom Stadthaus-Dachboden gerettet
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18:47 28.12.2009
Historische Szene: Erfrischung für den Stadtwächter. Quelle: Blank
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Sie wurden damals im großen Saal des frisch renovierten Rathauses aufgehängt und am 12. Januar 1930 erstmals gezeigt.

Wieder entdeckt wurden sie jetzt von dem aus Duderstadt stammenden Ingenieur und Architekten Nils Ballhausen, der Reproduktionen der Tafelbilder in dem 1989 vom Niedersächsischen Landesverwaltungsamt herausgegebenen Buch „Das Rathaus in Duderstadt“ fand und beschloss, der Sache nachzugehen. Rund ein Jahr der Recherche liegen nun hinter Ballhausen, und am Donnerstag, 21. Januar 2010 soll es dann so weit sein: Die Tafelgemälde werden im Rahmen einer etwa zweiwöchigen Ausstellung im Großen Rathaussaal erneut allen Bürgern präsentiert.

Nachdem die Tafelbilder 1930 aufgehängt worden waren, ergaben die Recherchen, verschwanden sie Ende der 50er- Jahre zugunsten einer Wandbemalung im Depot der Stadt – und gerieten dann in Vergessenheit. Ihr sollen die Bilder nun wieder entrissen werden, denn sie geben in eindruckvoller Weise Einblicke in die damalige Arbeitswelt der Goldenen Mark. Die Motive schildern Ackerbau, Milchviehwirtschaft, Ziegelindustrie, Musikanten, Spiel- und Fuhrleute. Dabei stellt der Maler die Menschen in den Vordergrund, die typischen Merkmale von Stadt und Landschaft sind dagegen eher im Hintergrund zu finden.
Über den Maler der Tafelbilder war bislang nur wenig bekannt. Die Nachforschungen Ballhausens brachten aber doch einige Erkenntnisse zu Tage, die sich in einem kleinen Ausstellungskatalog wiederfinden werden. Danach wurde Knottnerus-Meyer 1875 in Hohenhameln bei Hannover geboren. Seine Motive als Künstler erstrecken sich von Porträts über Landschaften bis hin zur christlichen Mythologie. Ergänzend zu den sechs Duderstadt-Tafelbildern wird in der geplanten Ausstellung auch eine Auswahl seines Lebenswerkes zu sehen sein.

Kurator der Ausstellung ist Ballhausen, der sich – inzwischen in Berlin ansässig – noch immer eng verbunden mit seiner alten Heimat im Eichsfeld zeigt und so auch beratend bei der farblichen Neugestaltung des Stadthauses tätig war. Die Verbundenheit mit der Stadt hat in Ballhausens Familie Tradition: Sein Großvater Fritz Ziesing war es, der jenen hölzernen Anreischke schnitzte, der alle zwei Stunden zwischen 9 und 19 Uhr aus einem der Rathaustürme die Bürger zu den Klängen des Duderstadtliedes „Mein Duderstadt am Brehmestrand: ...wir halten fest und treu zusammen...“ grüßt und ihnen freundlich zunickt.

Sebastian Rübbert

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