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Duderstadt Falsche Polizisten prellen Seniorin um 290.000 Euro
Die Region Duderstadt Falsche Polizisten prellen Seniorin um 290.000 Euro
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11:37 06.12.2018
Quelle: HAZ
Duderstadt/Göttingen

Noch vor Weihnachten steht ein 27-jähriger Mann vor dem Göttinger Landgericht, der eine 86-jährige Rentnerin um erhebliche Summen gebracht haben soll. Die Masche: Er trat als falscher Polizeibeamter auf. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen gewerbsmäßigen Betrug in zwei Fällen vor, wobei es in einem Fall beim Versuch geblieben sein soll. Der Angeklagte soll einer Bande angehören, „die sich zusammengeschlossen habe, um gemeinsam und arbeitsteilig in der gesamten Bundesrepublik Deutschland schwerwiegende Betrugstaten zu begehen“, teilt das Landgericht weiter mit. Deren Masche sei es, vorwiegend ältere Menschen telefonisch zu kontaktieren und ihnen vorzuspiegeln, dass sie Polizeibeamte seien und dass die Angerufenen demnächst Opfer von gehackten Konten, korrupten Bankmitarbeitern oder falschen Notaren werden sollen. Die Täter sollen ihre Opfer sodann aufgefordert haben, ihr Geld von der Bank abzuheben, um sich das Bargeld zur angeblichen Sicherung übergeben zu lassen.

Märchen von Festnahme

Eine der angeklagten Taten spielte sich am 20. März dieses Jahres ab. Bei einer 86-jährigen Rentnerin rief ein angeblicher „Kriminaloberrat Thomas Müller“ an, der ihr vorspiegelte, dass zwei Verbrecher festgenommen worden seien, die über die Vermögensverhältnisse der Frau Bescheid wüssten. Diese Männer hätten geplant, sie zu überfallen. Nach mehreren solcher Telefonanrufe habe die Frau zunächst ihre Immobilienfondsanteile im Wert von 60 000 Euro gekündigt und das Geld schließlich einem bisher unbekannten „Polizeikollegen Nowack“ übergeben. Außerdem habe sie von ihrem Sparbuch 30 000 Euro abgehoben und dieses Geld einem „Polizeikollegen von Herrn Müller“ übergeben. Schließlich soll ihr in einem weiteren Telefonat vorgespiegelt worden sein, dass ein falscher Notar in Kürze ihr Grundstück verkaufen wolle und dass sie dem zuvorkommen müsse, indem sie ihrerseits das Grundstück verkaufe. Auch dem soll die Zeugin nachgekommen sein, indem sie das Grundstück zum Preis von 200 000 Euro verkauft habe. Dieses Geld wiederum habe sie dem Angeklagten, der angegeben haben soll, von „Herrn Müller“ zu kommen, in bar übergeben.

Im Juni 2018 soll zudem eine 82-jährige Rentnerin mehrere Anrufe von einem Täter erhalten haben, der sich als Polizeibeamter „Herr König“ ausgab, so die Anklage. Im weiteren Verlauf soll die Zeugin noch an zwei weitere Täter weitergeleitet worden sein. Von diesen drei Tätern soll ihr etwas über eine „SoKo Rumänien“ erzählt worden sein, erklärt das Landgericht. Im Zuge dieser angeblichen Ermittlungen gegen eine Bande aus Rumänien sollen die Bankdaten der Zeugin gefunden worden sein. Nachdem die Täter die Vermögensverhältnisse der Zeugin in Erfahrung gebracht haben sollen, sollen sie ihr vorgetäuscht haben, dass ihre Ersparnisse gefährdet seien, wenn sie nicht umgehend ihr Geld abhebe und übergebe.

Rentnerin täuscht Betrüger

Doch dieser Plan schlug fehl. Nachdem – diesmal echte - Polizeibeamte der Kriminalinspektion Coburg von Kollegen aus Nordhessen einen Hinweis erhalten hatten, dass die Frau Opfer eines Betruges werden könnte, setzten sich die Beamten umgehend mit der 82-Jährigen in Verbindung, die danach den Anweisungen der Täter nur noch zum Schein folgte. Zwei Tage nach dem ersten Anruf, so die Anklage, soll der 27-Jährige gemeinsam mit zwei anderen Männern zum Haus der 82-Jährigen gefahren sein, um dort wie geplant die Ersparnisse der Zeugin in Höhe von 28000 Euro abzuholen. Doch dazu kam es nicht: Die drei Männer wurden festgenommen.

Die Verhandlung beginnt im Amtsgericht Duderstadt am Donnerstag, 20. Dezember, beginnt um 9.30 Uhr.

Von Matthias Heinzel

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