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Duderstadt Theater über Drogen in Duderstadt
Die Region Duderstadt Theater über Drogen in Duderstadt
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16:05 30.10.2018
Die Inszenierung verdeutlicht die Folgen von Drogenkonsum. Quelle: CH
Duderstadt

Die Dramaturgie folgte weitgehend dem Schema einer typischen Drogenkarriere vom ersten Joint bis zu immer härteren Stoffen Die zunächst rein freundschaftliche Beziehung von Anne und Florian, gespielt von Marie Eberhardt und Marcel Irmey, begann bereits in der Kindheit. Als Jugendliche begegneten sie sich wieder, verliebten sich und wurden ein Paar.

Cannabis im Liebesnest

Ihr „Liebesnest“ war ein alter Schuppen. Hier entdeckte Anne, dass ihr Freund „Gras“ rauchte, also Cannabis. Florian überredete sie, auch davon zu probieren. Um ihm zu imponieren, griff auch sie zum Joint. Deutlich wurden die Anfänge seiner „Drogenkarriere“ herausgestellt: der Leistungsdruck von Seiten der Eltern und die Versagensängste in der Schule. Es blieb nicht beim vermeintlich harmlosen Gras. Florian rutschte immer tiefer in die Abhängigkeit, nahm schließlich Crystal Meth.

Anne zog für sich die Konsequenzen, hörte auf mit dem Drogenkonsum. Sie erkannte die dramatische Lage ihres Freundes und versuchte, ihn vom Konsum wegzubringen. Vergebens. Florian reagierte typisch für einen Süchtigen, indem er die Folgen verharmloste. „Du trinkst ja auch täglich Kaffee, ich habe alles unter Kontrolle“, sagte er. In seiner Uneinsichtigkeit belog er sich selbst und zerstörte damit auch die Beziehung zu seiner Freundin. Es gab kein Happy end: Florian starb. Einfühlsam und zugleich intensiv machte das Stück die Stadien des Verfalls deutlich.

Viel Beifall für Schauspieler

Mucksmäuschenstill war es während der gesamten Aufführung. Anschließend gab es kräftigen und lang anhaltenden Beifall für die Schauspieler. Sie sprachen nach dem Schlussapplaus mit den Schülern über ihre Eindrücke und diskutierten über das Pro und Contra einer Legalisierung von Cannabis.

Gegner im Publikum verwiesen unter anderem auf die charakterlichen Veränderungen, zu denen der Konsum von Cannabis führen könne. Befürworter verwiesen auf die Möglichkeiten im Einsatz gegen Krankheiten. Auch Erfahrungen von Freunden im Umgang mit Drogen, die in einem Fall zum Tode geführt hätten, waren Thema in den Gesprächen.

„Wir haben es selten erlebt, dass Schüler von Anfang bis Ende so konzentriert sind und sich im Nachgespräch so öffnen“, schilderte Irmey seinen Eindruck. Nach seiner Ansicht müsse gerade auch in Schulen noch mehr über die Gefahren von Drogen aufgeklärt werden.

Negative Seite von Drogen

„Es war sehr gut, man hat viel gelernt über die negativen Seiten von Drogen“, meinte die 17-jährige Lycienne aus Göttingen. „Man hat gesehen, wie es ist, wenn man Drogen nimmt“, sagte die 16-jährige Amelie aus Duderstadt. Die gleichaltrige Sarah aus Duderstadt fand es gut, „das man aufgeklärt wird“. Es schreckt ab, Drogen zu nehmen, erklärte die 18-jährige Liliana aus Gieboldehausen. „Wichtig wäre es, dass man so ein Stück auch vor Jüngeren zeigt“, betonte die 17-jährige Jasmin aus Duderstadt.

„Wir wollen allen Schülern die Möglichkeit zu einem Theaterbesuch geben“, sagte Carolin Eisenbarth, Lehrerin für Deutsch und Wirtschaft an den BBS. Da Fahrten in ein Theater schwer zu organisieren seien, werde das Theater ganz einfach in die Schule geholt.

Von Axel Artmann

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