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Kirche Bischof mahnt zu Geduld mit den Jugendlichen
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12:43 22.06.2010
Messe mit dem Weihbischof: 69 junge Menschen werden am heutigen Sonnabend in Gieboldehausen gefirmt. Quelle: Pförtner

Eben haben die Christen gemeinsam in der Kirche St. Laurentius die heilige Messe gefeiert. 300 Menschen waren dort. „Eine volle Kirche an einem Wochentag ist nicht selbstverständlich“, hebt der Weihbischof hervor und macht darauf aufmerksam, dass ein Drittel der Anwesenden Jugendliche waren. Am Sonnabend wird er um 18 Uhr 69 junge Menschen firmen.

Noch mehr staunt Schwertfeger über die vielen Messdiener. 68 junge Menschen assistierten ihm am Mittwochabend am Altar. „Meine Gemeinde in Hannover-Laatzen hat mit 6000 Gläubigen deutlich mehr Mitglieder als Gieboldehausen mit seinen 3600 Katholiken“, sagt er. Trotzdem gebe es in Laatzen gerade einmal 40 Messdiener. Er rät den Eichsfeldern, die „Schätze in ihren Gemeinden zu sehen und zu pflegen“.

„Aber einige der Jugendlichen, die Sonnabend gefirmt werden, waren nicht da“, klagt eine Wollbrandshäuserin. Auch Jesus, erwidert der Weihbischof, habe einst in Palästina nicht alle Menschen erreicht. Christus habe sich in einem Gleichnis mit einem Sämann verglichen. Nicht jeder Same falle auf fruchtbaren Boden. Einige landeten auf steinigem Grund, andere im Dornengestrüpp. Vor diesem Hintergrund sei er über jeden froh, den er in der Kirche sehe. „Aber die Jungen hinter mir auf der Bank haben nicht aufgepasst“, schimpft eine andere Christin und ergänzt: „Es hat nur noch gefehlt, dass sie anfangen, Karten zu spielen.“ Auch dazu kann der Weihbischof eine Geschichte erzählen. Eine Berufsschullehrerin habe in ihrer Klasse anonym Fragebögen ausfüllen lassen. Zu ihrer Überraschung hätten 70 Prozent der scheinbar desinteressierten Schüler angegeben, an Gott zu glauben und regelmäßig zu beten. Damit konfrontiert, hätten die jungen Männer erklärt, sie wollten sich nicht „outen“. Andere Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände lenkten den Blick des Bischofs auf die steigende schulische Belastung der Jugendlichen. Auch nachmittags würden sie mittlerweile betreut. Es werde dadurch für die Kirche schwieriger, an die jungen Menschen heranzukommen. Eine Mutter sagte, dass sich die Kinder zu nichts mehr verpflichtet wollten. „Das ist bei den Erwachsenen nicht anders“, erwiderten andere.

Lobend äußerte sich der Weihbischof gegenüber dem Tageblatt über das neue Firmkonzept, dass unter der Regie des Jugendzentrums Emmaus für das Untereichsfeld entwickelt worden sei. Schwerdtfeger dankte insbesondere Jugenddekanatsseelsorger Martin Marahrens und Dekanatsreferent Martin Grosche.

Von Michael Caspar

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