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Morgens um 10 Drei Generationen frisches Gemüse
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16:55 10.06.2009
Letzter Ferientag auf dem Feld: Hendrik Burchard. Quelle: Pförtner
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Als ich 1961 hier angefangen habe, war hier nur Ackerland“, sagt Herbert Manegold Senior. Nebenbei lädt er sich die Schubkarre mit Sellerie- und Kohlrabiblättern voll. „Alles, was jetzt hier steht, hat sich erst danach entwickelt.“ Die Karre ist voll, der 78-Jährige schiebt sie zum Schweinestall und wirft das Grünfutter hinein, die Schweine machen sich sofort darüber her. „So wird hier nichts weggeworfen. Es gibt gar kein besseres Futter für die Tiere.“ Kühe, Rinder und Bullen stehen im nächsten Stall. Nebenan kochen schon die Abfallkartoffeln, die „Schweinekartoffeln“. Über dem Dampf garen rote Beete. Das sei ein Service für den Kunden, der die Erdfrucht dann gleich für den Salat verwenden kann, ohne sie noch lange kochen zu müssen. „Außerdem schmeckt sie dann wie sie schmecken soll“, sagt Doris Burchard. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Dorothea Leineweber wartet die Aushilfe auf die Abfahrt zum Feld. Dort sollen Kartoffeln gerodet werden. Als sich herausstellt, dass es noch ein paar Minuten dauern wird, beginnen die beiden, weitere Kohlrabi- und Sellerieköpfe für den Verkauf vorzubereiten. Der Anhänger steht mitten auf dem Hof, Messer und Kisten sind hier immer zur Hand. In der angrenzenden Halle werden Möhren in einer Waschanlage gewaschen. Herbert Manegold Junior stellt  große Kisten in eine Art Dusche, später gelangen die Möhren in eine Waschtrommel, von dort fährt der Landwirt sie zur Sortieranlage. 

Auf dem Band stehen Frauen, die die sauberen Exemplare in drei Sparten trennen: die feinen normalen für den Markt, die größeren für Saft und Rohkost, die aufgeplatzten, angenagten und beinigen für Pferde. Selbst bei der letzten Gruppe werden noch sorgfältig mit dem Messer faule Stellen abgeschnitten. 

Auf zum Kartoffelfeld

Schon kommen Herbert Junior und Sohn Stefan um die Ecke, es geht zum Feld. Stefan, der als Gärtnermeister seit dem ersten Juli ganz auf dem  Hof mitarbeitet, fährt auf dem Kartoffelacker den Trecker mit dem Roder. Mit 1,3 Kilometern pro Stunde scheint es langsam voran zu gehen, doch so viel Sorgfalt ist nötig. „Wir roden vorsichtig und vermeiden unnötige Wege der Kartoffeln über Bänder um ihre Lagerungsfähigkeit zu erhalten. Ein Fallsegel schütze die Erdknollen der festkochenden Sorte Cilena vor dem harten Aufprall auf dem Kistenboden. Jeder noch so feine Haarriss schadet, meint Manegold. 

„Einmal hatte eine Gans ihr Gelege zwischen die Kartoffelpflanzen gelegt. Als wir rodeten, kam ein heiles Ei auf dem Förderband an.“ Burchard und Leineweber sortieren Steine, Klumpen und Faule aus. Glücklicherweise liege das Feld auf einem Hügel beim Kuhligsberg, so dass der in diesem Jahr reichlich gefallene Regen hinunterlaufen und nicht in dem schweren Boden zur Fäule führen konnte. Schnell sind die beiden Kisten voll, sie werden gegen leere ausgetauscht. Der Sohn Burchards, Hendrik ist mit dabei. Am ersten Schultag nach den Ferien ist er allein hier, die 

5. Klasse beginnt einen Tag später als die anderen. In den Ferien sind an manchen Tagen bis zu zehn Kinder aus dem Dorf mit auf dem Betrieb.

Auf dem Hof geht während der ganzen Zeit der Betrieb weiter. Seniorin Hedwig Manegold sitzt ein wenig abgelegen in einem Raum. Hier bündelt und putzt sie alle Kräuter für den Markt, macht Ware verkaufsfertig. Spinat und Zwiebeln werden in die Kühlung gebracht.

Irma Manegold ist währenddessen im Hofladen. Bis auf mittwochs und sonntags ist hier geöffnet, am Sonnabend wechseln sich die beiden Kinder Johanna und Moritz mit dem Verkauf ab, weil Irma Manegold dann, wie auch am Mittwoch, nach Duderstadt auf den Markt fährt. Jeweils am Vortag werden Rohkostsalate hergestellt. Hier im Laden vertreibt sie all das Gemüse aus eigenem Anbau, Tomaten, Möhren, Gurken, Kürbisse, Spinat, Zwiebeln, Kartoffeln und vieles mehr, aber auch Zwetschgen, Äpfel, Birnen und auch mal Melonen und Nektarinen. Sie erklärt: „20 Prozent werden an besonderem Obst und Paprika zugekauft.“ 

Von Tina Lüers

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