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Duderstadt Tiftlingerode bringt Kooperationsprojekt von Kommune und Kirche auf den Weg
Die Region Duderstadt Tiftlingerode bringt Kooperationsprojekt von Kommune und Kirche auf den Weg
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19:10 17.08.2018
Das Gemeindezentrum soll im Rahmen der Dorferneuerung erweitert werden hier (v.l.) Regina Gehrt vom Bauausschuss, Kirchenvorstand Johannes-Ludwig Dornieden und Ortsbürgermeister Gerd Goebel mit einer Architektenzeichnung der geplanten Erweiterung angrenzend an den Saal. Quelle: Niklas Richter
Tiftlingerode

Größtes Projekt der Dorfregion der sechs Duderstädter Dörfer ist die geplante Erweiterung des Pfarrzentrums Tiftlingerode zu einem Gemeindezentrum. Vor wenigen Tagen erst hätten, so berichtet Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU), die Stadt Duderstadt und das Bistum Hildesheim eine Vereinbarung geschlossen, in der unter anderem die Finanzierung und die Abwicklung geregelt werde. Damit sind nach Angaben Goebels „die entscheidenden Weichen gestellt“, damit das Ausschreibungsverfahren beginnen könne. Als Termin für die geplante Submission nennt der Ortsbürgermeister den 13. November. „Wir hofffen, dass sich genügend Firmen beteiligen“, so Goebel.

Rudolf Wengerek, bei der Stadt Duderstadt für die Stadtplanung zuständig, erläutert, dass sich bei diesem Projekt die Stadt und die Kirche zusammengetan haben, um für die geplante Erweiterung des Pfarrzentrums Fördermittel aus der Dorfentwicklung zu beantragen. Die Kooperation wird als „zukunftsweisend“ bezeichnet. Der Zuwendungsbescheid ging am 24. Mai ein, nun soll zügig mit der Umsetzung begonnen werden. Die Vereinbarung zwischen Stadt und Bistum sieht vor, dass die Stadt als Bauherr auftrete, die Aufgaben aber an das kirchliche Bauamt übertrage. Der Architekt, der bereits die Vorplanung und Kostenermittlung erstellt habe, werde nun auch die Ausschreibungen vorbereiten, wo Wengerek. Der Ortsbürgermeister gibt das geplante Ziel vor: „Im März, April 2019 wollen wir mit dem Bau beginnen, mögliche Fertigstellung wäre dann im Spätherbst 2019“, so Goebel und weiter: „Wir hoffen, dass wir das Gemeindezentrum zum Kirchenpatronatsfest St. Nikolaus am Nikolaustag seiner Bestimmung übergeben können.“

Das Projekt sieht eine Sanierung des bestehenden Pfarrheims und einen Anbau vor. Das Anfang der 80er-Jahre errichtete Gebäude habe feuchte Wände, die Toiletten müssten überholt werden und es fehle ein Jugendraum, so Goebel. Zurzeit würden die Räumlichkeiten „sehr rege“ genutzt. Sie sollen künftig als Gemeindezentrum Domizil für alle Vereine im Ort sein. „Die Vereine sollen das Gemeindezentrum kostenlos nutzen können“, erläutert der Ortsbürgermeister, eine Spende für die Heiz- und Unterhaltungskosten werde allerdings erbeten. „Es soll ein offenes Haus sein“, so Goebel und ergänzt für Familienfeiern, kulturelle Veranstaltungen, Trauercafé, Weiterbildungen, Jugendarbeit und vieles mehr.

Der bestehende, etwa 70 Quadratmeter große Pfarrsaal werde laut Planung auf künftig etwa 100 Quadratmeter erweitert. Ein neuer Jugendraum mit rund 35 Quadratmetern und ein neuer Gruppenraum sollen entstehen, weiterhin werde das Foyer umgestaltet sowie ein Schank- und Küchenraum vorgesehen. Mit dem entstehenden Gemeindezentrum, das für die folgenden Generationen gedacht sei, so Goebel, solle ein Zeichen gesetzt werden. Der Ortsbürgermeister lobt das bisher gute Zusammenspiel von politischer und kirchlicher Gemeinde: „Wir sprechen mit einer Stimme.“

Investitionsvolumen von 647000 Euro

Das Investitionsvolumen für das geplante Projekt in Tiftlingerode beläuft sich nach Angaben Goebels auf rund 647000 Euro. An Zuschüssen würden nun 395000 Euro vom Land, 105000 Euro vom Bistum Hildesheim, 60000 Euro von der Stadt Duderstadt sowie 50000 Euro von der katholischen Kirchengemeinde kalkuliert, 36000 Euro treibe dazu noch der Ortsrat auf, etwa durch Spendensammlungen und verschiedene Aktivitäten zugunsten des Projekts Gemeindezentrum.

Tiftlingerode denkt darüber hinaus auch über ein weiteres Projekt im Rahmen des Förderprogramms nach, nämlich die Gestaltung der Dorfmitte am Burgring. „Wir sind in intensiven Gesprächen mit der Stadt“, sagt Goebel, allerdings stehe momentan das Pfarrzentrum im Mittelpunkt. Zudem sollten Goebel zufolge auch erst einmal die anderen Dörfer im Programm mit ihren Projekten an die Reihe kommen.

In den Jahren 2016 und 2017 wurden in Tiftlingerode zehn private Förderanträge gestellt. Sieben davon wurden bewilligt, drei wurden abgelehnt.

Fördermöglichkeiten für sechs Dörfer

Breitenberg, Gerblingerode, Hilkerode, Immingerode, Tiftlingerode und Westerode – das sind die sechs Dörfer, die als „Dorfregion Duderstädter Dörfer“ 2014 in das Förderprogramm Dorfentwicklung des Landes Niedersachsen aufgenommen wurden. Ziel des Programms ist es, die Lebensqualität in ländlichen Räumen zu erhalten und zu verbessern. Dazu sollen Geheimschaftseinrichtungen und Nahversorgung aber auch Orstbild und Dorfcharakter im Mittelpunkt stehen. Gefördert werden können private Vorhaben mit bis zu 30 Prozent, wobei immer im Einzelfall geprüft wird, ob die Kriterien der sogenannten ZILE-Richtlinie (ZILE = Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung) erfüllt werden. Eigentümer älterer Gebäude oder früher landwirtschaftlich genutzter Immobilien, die saniert oder umgenutzt werden sollen, können sich unverbindlich und kostenlos vom Fachdienst Stadtplanung der Stadt Duderstadt beraten lassen – Kontakt: Anna-Lena Karnbach, Telefon 05527/841-140, E-Mail: a.karnbach@duderstadt.de.

Einmal im Jahr, im September, können Förderanträge über das Amt für Regionale Landesentwicklung gestellt werden. Insgesamt wurden bisher in der Dorfregion Duderstädter Dörfer 92 Beratungsgespräche geführt. 24 Anträge von Privatpersonen gestellt, 18 davon wurden bewilligt, vier abgelehnt und zwei zurückgezogen (Stand Ende Juli 2018). Das Förderprogramm zur Dorferneuerung läuft voraussichtlich noch bis zum Jahr 2022, letztmöglicher Termin für einen privaten Förderantrag ist der 15. September 2022.

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Von Britta Eichner-Ramm

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