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Duderstadt Angeschossener Graureiher stirbt
Die Region Duderstadt Angeschossener Graureiher stirbt
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13:41 11.03.2018
Der tote Reiher. Quelle: r
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Hilkerode

Das Tier sei am Sonntag, 4. Februar, geschwächt gegen ein Haus geflogen und schien schwer verletzt zu sein, sagt der Pressesprecher der Interessengemeinschaft, Jan Mücher, unter Verweis auf die Erzählungen eines Ehepaars in Westerode. Der Reiher habe sich nicht mehr aufrappeln, „geschweige denn zum Weiterflug ansetzen können“. Bei Ankunft in der Station in Hilkerode hätten die Stationsleiter Julia Metternich und Magnus Duda festgestellt, dass die Beine des Vogels schwer verletzt gewesen seien, die Bauchdecke habe einen rund zehn Zentimeter langen Riss gehabt, „aus dem Blut schoss“. Mücher berichtet von einem „enormen“ Blutverlust.

Zustand des Reihers erinnert an Schussverletzungen

„Woran der Graureiher genau gestorben war, konnte zunächst bei der Vielzahl an Verletzungen nicht gesagt werden“, betont der Presessprecher. Der Zustand des Reihers habe die Tierschützer an Schussverletzungen erinnert. Während einer Obduktion bei den Duderstädter Tierärzten Dr. René Rautenberg und Dr. Rebecca Rust habe sich der Verdacht bestätigt, dass das Tier gewildert worden sei.

„Beim Röntgen wurden mehrere Schrotsplitter in dem Kadaver des Graureihers gefunden. Das Schrot hatte den kompletten rechten Flügel durchgeschossen“, erklärt Mücher. Wahrscheinlich sei der Schuss sogar aus nächster Nähe sowie gezielt auf den Vogel abgegeben worden. Anders sei ein so starkes Ausmaß an Verletzungen kaum zu erklären.

„Aufgrund des Schrotes liegt die Vermutung nahe, dass der Schütze aus dem Jagdbereich kommt“, betont Jutta Metternich. Nach dem Besuch beim Tierarzt habe sie die Tat bei der Polizei gemeldet. Mücher verweist darauf, dass Wilderei mit bis zu mehreren Jahren Freiheitsentzug bestraft werden könne.

Schrot lasse keinen Rückschluss auf benutzte Waffe zu

Die Chancen für eine Ermittlung des Täters stehen schlecht: „Aus dem Schrot kann nicht genau abgelesen werden, welche Waffe eingesetzt worden ist“, berichtete der Pressesprecher. Weiterhelfen könnten Zeugen, die am 4. Februar gegen 17 Uhr den mutmaßlichen Täter gesehen haben. Daher suche die IGWSN dringend nach Anwohnern oder Passanten, die den Vorfall erlebt hätten oder erinnern könnten. „Jeder kleine Hinweis könnte helfen den Wilderer zu stellen“, betont Mücher.

Er verweist darauf, dass die Graureiher sich vor allem von Fischen ernähren, weshalb Teiche, Seen und Flüsse zu ihren bevorzugten Jagdrevieren zählten. „Ihre Nester hingegen bauen sie in Bäume und brüten in Kolonien“, erläutert der Pressesprecher. Das bedeute, dass sie sich in Gruppen mit mehreren Gruppen niederließen. Sie könnten bis zu einem Meter groß werden und bis zu 25 Jahre alt. Im Winter ziehe es einige Graureiher-Kolonien in wärmere Regionen.

Von Axel Artmann

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