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Duderstadt Tagesausflüge für ältere Menschen in Duderstadt
Die Region Duderstadt Tagesausflüge für ältere Menschen in Duderstadt
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10:24 06.07.2018
Scharfrichter Claus Ludwikowski alias Hans Zinke hat den Senioren die Folterkammer im Duderstädter Rathaus gezeigt. Quelle: Christina Hinzmann
Duderstadt

Für Lydia Ballhausen, Projektleiterin des Freizeitangebots „Urlaub ohne Koffer“, steht im Mittelpunkt, Herzlichkeit zu schenken. „Einige der Teilnehmer haben schlimme Dinge erlebt“, sagte Ballhausen. „Ziel unseres Projekts ist Achtsamkeit zu vermitteln und rücksichtsvoll zu handeln – jeder ist wichtig.“

Zu Hause abgeholt

Mit einem Kostenaufwand von lediglich 135 Euro war für die Senioren alles enthalten. Gastgeber war jedes Jahr eine andere Pfarrgemeinde, in diesem Jahr St. Mariä Verkündigung in Breitenberg. Um 9 Uhr begann der Tag, ein Kleintransporter holte jeden der 30 Teilnehmer zu Hause ab, um ihn zum Frühstück nach Breitenberg zu fahren. Für Unterhaltung sorgte täglich ein lokaler Prominenter unter anderem aus kirchlichen oder politischen Kreisen, der einen kleinen Vortrag hielt. Darauf folgte eine thematisch stimmige Kurzgeschichte, die auf den Tag vorbereitete.

Erfahrungen sammeln

Zu den Aktivitäten zählten Besuche der Harz-Weser-Werkstätten, Führungen durch das Theater der Nacht in Northeim oder eine Fahrt zur Klinik Muschinsky in Bad Lauterberg. Die Reiseziele sind nach Angaben von Ballhausen bewusst gewählt worden, um Spaß und Nutzen miteinander zu verbinden. Indem die Senioren Erfahrungen sammeln, werde die Angst vor dem Unbekannten genommen. „Die Aktionen werden von der Region für die Region veranstaltet“, sagte Ballhausen.

Scharfrichter Claus Ludwikowski alias Hans Zinke (Mitte) hat den Senioren die Folterkammer im Duderstädter Rathaus gezeigt. Quelle: Christina Hinzmann

Unterstützung durch Ehrenamtliche

Organisatorisch möglich wird der Reisespaß durch die Unterstützung mehrerer Ehrenamtlicher. „Man sieht bei den Ausflügen immer wieder etwas Neues“, erzählte Ritta Rappe, die bereits zum dritten Mal ehrenamtlich bei „Urlaub ohne Koffer“ mithilft. Am Donnerstag hatten die Dorf-FSJler aus den umliegenden Dörfern im Lorenz-Werthmann-Haus in Duderstadt ein Mittagessen zubereitet. Dorf-FSJlerin Sevda Boran ist für Breitenberg und Hilkerode zuständig. Zu ihren täglichen Aufgaben zählt die soziale Daseinsvorsorge. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die Senioren ihre Arzttermine wahrnehmen, geht einkaufen und plant gesellschaftliche Aktionen. Neben den Hilfestellungen der Ehrenamtlichen wird diese Woche unterstützt von der Sparkasse Duderstadt und der Lebenshilfe. Private Fahrzeuge wurden von der Kirchgemeinde und dem Krankenhaus zur Verfügung gestellt. Hilfe kam außerdem vom Ortsrat Breitenberg, der Katholischen Kirchengemeinde, der Caritas und privaten Sponsoren.

Kontakte knüpfen und Freunde finden

Wolfgang Fischer ist einer der Busfahrer und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass auch Menschen im Alter noch Kontakte knüpfen und Freunde finden. Interessant sei auch, wenn die Senioren aus ihrer Vergangenheit berichten. Mit 95 Jahren ist Brunno Teichert der älteste Teilnehmer der Gruppe. „Das Angebot ist einer der spät gefundenen Sonnenscheine“, sagte Teichert. Das Lorenz-Werthmann-Haus bietet über das ganze Jahr verteilt Angebote für Senioren. Nach Angaben Ballhausen habe das Haus jährlich mehr als 5000 Senioren zu Gast, die von der Schreibwerkstatt bis zum Romme-Spiel vielfältige Möglichkeiten bekommen, dem Alltagstrott zu entfliehen.

Scharfrichter Claus Ludwikowski alias Hans Zinke hat den Senioren die Folterkammer im Duderstädter Rathaus gezeigt. Quelle: Christina Hinzmann

Große Nachfrage

Die Nachfrage nach dem Projekt ist groß. Jeder Teilnehmer darf nach Angaben von Ballhausen lediglich zwei Jahre am Angebot „Urlaub ohne Grenzen“ teilnehmen, damit jeder, der möchte, die Chance hat, teilzunehmen. Das Ehepaar Inge und Karl Sczuplinski haben das Freizeitangebot geschenkt bekommen und sind zum ersten Mal Teil der Gruppe. „Alles ist sehr gut organisiert“, sagte Karl Sczuplinski. Er habe anfangs gar nicht gewollt, jetzt sei er jedoch begeistert. Man komme mit jedem gut ins Gespräch.

Eigenes Projekt in Immingerode angeregt

Ein eigenes Angebot wie „Urlaub ohne Koffer“ einzurichten, regte die Seniorenbeauftragte Edith Reinhardt in der jüngsten Sitzung des Ortsrates Immingerode an. Das Angebot der Caritas sei sehr attraktiv, doch auch sehr stark frequentiert. Von daher sei es nicht leicht einen Platz zu bekommen. Deshalb sehe sie ein ähnliches Angebot im eigenen Dorf als interessante Alternative an. Die Idee sei gut, stimmte Ortsbürgermeister Stefan Stollberg (CDU) zu. Doch eine Umsetzung sei mit vielen Vorbereitungen verbunden. Deshalb gelte es, zunächst möglichst viele Informationen zu sammeln, worauf bei einer Realisierung zu achten sei.

Von Lisa Hausmann

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