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Duderstadt Mit jährlichen Reparaturen den Betrieb in Duderstadt aufrecht erhalten
Die Region Duderstadt Mit jährlichen Reparaturen den Betrieb in Duderstadt aufrecht erhalten
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21:28 25.06.2018
Badleiter Uwe Tuma vor der reparaturbedürftigen Filteranlage im Keller des Duderstädter Hallenbades. Quelle: Foto: Franke
Duderstadt

„Die Bäder sind uns übertragen worden, da waren sie schon gebaut“, sagt Kuhlmann. Innerhalb der Unternehmen gebe es einen steuerlichen Querverbund. Das bedeute, dass die Gewinne der EWB mit den Verlusten der Eichsfelder Blockheizkraft- und Bädergesellschaft (EBB) gegengerechnet werden. Dadurch können pro Jahr rund 120 000 Euro an Steuern (Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Solidfaritätsbeitrag) gezahlt werden. Das sei wie ein jährlicher Zuschuss vom Land und der Kommune.

Bestandsgarantie für steuerlichen Querverbund

Der Querverbund sei über das Blockheizkraftwerk installiert und falle bei einer Schließung des Bades sofort für die Zukunft weg, erläutert Kuhlmann. „Damit werden die Betriebskosten auf einen Schlag 120 000 Euro teurer.“ Der Querverbund habe zwar Bestandsgarantie, werde aber bei einer Sanierung hingegen neu bewertet.

Das Hallenbad in Duderstadt: das leere Becken während der Sommerpause Quelle: Rüdiger Franke

Die vierte Variante in der Beschlussvorlage des Rates, der Weiterbetrieb ohne Sanierung und Modernisierung, gefährde den steuerlichen Querverbund nicht. Allerdings sei es langfristig gesehen die teuerste Variante. Denn die jährlich eingeplanten 100 000 Euro seien nur für die notwendigsten Reparaturen. Außerdem sei das Geld bei einer späteren Sanierung verloren. „Weil die Technik so alt ist, müssen wir großflächiger reparieren“, erklärt Kuhlmann. Außerdem werde es immer schwieriger, Ersatzteile und auch Firmen zu finden.

Dringende Arbeiten an der Filteranlage

In diesem Jahr seien Arbeiten an der Filteranlage erforderlich, sagt der Geschäftsführer, um die Vorgaben zur Menge der Keime im Wasser einhalten zu können. „Allein das kostet rund 50 000 Euro“, sagt Kuhlmann. Hinzu kommen rund 20 000 Euro für den Ersatz der Rohre von und zum Filter. „Außerdem werden wir noch drei oder vier gebrochene Scheiben austauschen.“ Anders als im Freibad könne nicht in größeren Teilbereichen saniert werden. Aus diesem Grund sei die Lüftung auch nur mit einem Roboter durchfahren und gereinigt worden, damit sie die Grenzwerte einhalte.

Das Hallenbad in Duderstadt: die Lüftungsanlage Quelle: Rüdiger Franke

Den Vorwurf, die Betriebskosten für die Varianten mit Neubau des Hallenbades am Freibad beziehungsweise Sanierung des Hallenbades „Auf der Klappe“ seien zu hoch angesetzt, weist Kuhlmann von sich. Die Unterhaltungskosten hängen von den Zuschüssen ab, sagt er. Denn 50 Prozent der Betriebskosten seien Abschreibungen. Und der Bedarf von 3,7 Millionen Euro stamme aus dem Ursprungsantrag von 2012. Die seien mittlerweile deutlich gestiegen auf rund sechs Millionen Euro bei einer Sanierung und fast zehn Millionen Euro bei einem Neubau. Allerdings gebe es nicht nur das finanzielle Problem, sondern auch ein zeitliches. Das Projekt müsse europaweit ausgeschrieben werden. Das dauere mindestens ein halbes Jahr und verschlinge etwa ein Drittel der möglichen Fördermittel. Und bis 31. Dezember 2020 müsse das Bad nach den Vorgaben für die Förderung stehen.

DIN-Norm mit Empfehlungen

Als reine Betriebskosten wurden bei beiden Varianten rund 350 000 Euro eingerechnet. „Es gibt eine DIN-Norm mit Empfehlungen zu Wasser- und Hallentemperatur“, sagt Kuhlmann. „Da liegen wir leider vier Grad darunter.“ Badleiter Uwe Tuma erklärt dazu, dass die Wassertemperatur mindestens zwei Grad unter der Lufttemperatur liegen müsse. Doch durch die Einfachverglasung lasse sich das Hallenbad nur auf maximal 29 Grad aufheizen. Nach einer Sanierung würden dann aber die höheren Empfehlungswerte eingehalten, so Kuhlmann. Dadurch entstünden auf der anderen Seite aber auch höhere Betriebskosten. „Außerdem würden wir die Öffnungszeiten anpassen, zum Beispiel auch am Wochenende öffnen.“

Das Hallenbad in Duderstadt: Badleiter Uwe Tuma vor der reparaturbedürftigen Filteranlage Quelle: Rüdiger Franke

Um den Betrieb des Bades halbwegs betriebswirtschaftlich rechtfertigen zu können, würden 40 000 Badegäste pro Jahr benötigt, so Kuhlmann. In den 70er-Jahren hätten 20 000 gereicht. Doch die benötigte Menge an Besuchern sei mit Schülern allein nicht zu erreichen.

Von Rüdiger Franke

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