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Duderstadt Ortsrat sucht nach Lösungen
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13:47 11.03.2018
Enge Straßen sorgen für Verkehrsprobleme in Tiftlingerode. Quelle: Hinzmann

Schwellen aus Hartgummi gelten für das Gremium als mögliche Lösung, entscheiden will es während seiner kommenden Sitzung am Donnerstag, 1. März, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus.

Die Installation der als „Berliner Kissen“ bezeichneten Schwellen sei als Pilotprojekt angedacht, das vermutlich zunächst auf eineinhalb Jahre befristet werde, erläutert Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU). Geplante Standorte der Kissen seien in der unteren Musestraße, am Ausgang der Tiftlingeröder Straße in Richtung Immingerode und auf der Tiftlingeröder Straße im Ortseingangsbereich aus Richtung Duderstadt kommend.

„Gewisse Lärmbelästigung“

In Kürze würden Gespräche mit Anliegern geführt, weil „eine gewisse Lärmbelästigung“ als Folge des durch die Schwellen möglicherweise veränderten Fahrverhaltens der Straßenbenutzer nicht auszuschließen sei.

„Wir müssen aufgrund der Verkehrssicherheitslage irgendwie handeln, das sind wir den Bürgern schuldig“, betont Goebel und verweist darauf, dass mehr als 1500 Fahrzeuge jeden Tag auf der innerörtlichen Tiftlingeröder Straße und Musestraße durch den Ort fahren, am Wochenende halbiere sich der Zahl. Im Gegensatz zu Gerblingerode und Westerode habe der Ortsteil „enge Straßen und keine Bürgersteige“.

Mehr als 100 Stundenkilometer in Tempo 30-Zone gefahren

Goebel: „Unser größtes Problem ist, dass viele mit hoher Geschwindigkeit durch den Ort düsen.“ Dies belegten die Ergebnisse einer Verkehrszählung, die in der zweiten Februarwoche in der Musestraße erfolgt sei. Demnach hätten sich mehr als 65 Prozent der 9500 gemessenen Verkehrsteilnehmer nicht an das dortige Tempo 30-Limit gehalten. Zwei seien mit mehr als 100 Stundenkilometern unterwegs gewesen.

Im Vergleich zu einer früheren Messung seien die Zahl und die Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitungen „deutlich“ gestiegen. Ein kürzlich zeitlich befristet installiertes Geschwindigkeitsmessgerät solle die Autofahrer daran erinnern, mit welchem Tempo sie unterwegs seien. Goebel habe die Kreisrätin Marlies Dornieden (CDU) eingeschaltet und sie gebeten, zu veranlassen, dass es mehr als bisher in Tiftlingerode zu Geschwindigkeitskontrollen komme.

Anliegerregelung nur zum Teil bewährt

Bereits frühzeitig vor dem Bau der Ortsumgehung Westerode bis zum Euzenberg-Kreisel habe der Ortsrat Überlegungen angestellt, wie der Verkehr in Tiftlingerode reduziert werden könnte, erklärt Goebel. Die Anliegerregelung habe sich „nur zu einem ganz kleinen Teil bewährt“, lediglich zehn Prozent der Fahrer hätten sich danach gerichtet, die anderen seien weiterhin durch den Ort gefahren. „Die Polizei hat sich nicht in der Lage gesehen, den Verkehr zu kontrollieren“, berichtet der Ortsbürgermeister. Rechtliche Bedenken hätten schließlich dazu geführt, die Regelung wieder außer Kraft zu setzen.

Eine besondere Gefahr gehe von Lastkraftwagen und Lastzügen aus, die auf den innerörtlichen Straßen unterwegs seien. Achtmal seien Lkw in Hauswände gefahren, teilweise weil den Fahrern das Navigationsgerät nach deren Angaben die falsche Richtung angezeigt habe oder aus Unachtsamkeit. Goebel erinnert in diesem Zusammenhang nochmals „energisch“ daran, dass die Benutzung durch diese Fahrzeuge nur für den Anliegerverkehr zulässig sei. 350 Lastkraftwagen und Lastzüge seien während der Messwoche in der Musestraße registriert worden. Goebel verweist auch auf den „total desolaten“ Zustand von Straßen.

Ortsrat will mehr in Planungen eingebunden werden

Bis die Umgehungsstraße für Entlastung sorge, werde noch viel Zeit vergehen, sie könne nach dem Kenntnisstand von Goebel „nicht vor 2021/22 gebaut werden“. Volles Verständnis habe der Ortsrat, „dass wir aufgrund der geplanten Arbeiten an der Schindangerbrücke einen Teil des Verkehrs aufnehmen müssen“, schließlich besitze der Ort „keine Insellage“. Wichtig sei dem Gremium, dass es mehr in Planungen eingebunden werde „und nicht erst, wenn alles geregelt ist“.

Von Axel Artmann

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