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Duderstadt Feier zu 700 Jahren Hilkerode
Die Region Duderstadt Feier zu 700 Jahren Hilkerode
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00:17 22.04.2017
Quelle: r
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Hilkerode

Gestützt auf eine Urkunde der Grafen von Everstein gingen Forscher lange Zeit davon aus, dass der Duderstädter Ortsteil erstmals 1224 als Helekenroth erwähnt wurde. Da die anderen Orte, deren Namen in der entsprechenden Urkunde auftauchen, allesamt im Weser-Leine-Gebiet liegen, kamen sie zu dem Ergebnis, dass eine Wüstung bei Seesen gemeint gewesen sei.

Als „neue“ Ersterwähnung gilt seitdem eine Urkunde aus dem Jahr 1317, ausgestellt von Konrad von dem Hagen. Darin ließ er niederschreiben, dass die Hilkeröder Bauern ihre Abgaben künftig an Heyneke von Bernshausen zu entrichten hätten. Hilkerode wird dabei als Hiddekerode bezeichnet. 1392 geht der Ort durch Verkauf in den Besitz der Stadt Duderstadt über.

Lange Zeit war Hilkerode ein florierendes Bauerndorf, nachdem es sich von Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs erholt hatte. Wirtschaftlich war man in dem Bergdorf wegen der fortschreitenden Zersplitterung der Grundstücke und der eher schlechten Böden auf einen Nebenerwerb bedacht. Dokumente lassen den Rückschluss zu, dass vor rund 200 Jahren in Hilkerode der Tauschhandel seinen Anfang nahm. Flachs und Hanf wurden an Bauern verkauft und mit Holz gehandelt. Einige Jahrzehnte später begann der ambulante Handel mit Textilien. Anfänglich mit dem Reff, einem Holztragegestell, später dann mit Planwagen und seit den 1930er-Jahren mit dem Auto, trugen die Handelsleute ihre Waren in den norddeutschen Raum. Das Ortswappen, in dem ein Reff abgebildet ist, weist auf diese Vergangenheit hin.

Stolz auf die Traditionspflege

An die Zeit des Warenhandels erinnert auch ein Denkmal, das an der Grundschule steht. Die Bronzefigur stellt eine Handelsfrau mit ihrem Reff auf dem Rücken dar. Der Hilkeröder Künstler Professor Helmut Stephan Diedrich schuf das Kunstwerk - ebenso den Brunnen auf dem Dorfplatz. Mit Hermann Böning stammt noch ein weiterer bekannter Künstler aus Hilkerode, der ebenfalls Spuren in seiner Heimat hinterlassen hat. Dazu zählt die Windsbraut, ein fünf Meter hoher Monolith auf dem Ankerberg.

Stolz sind die Hilkeröder auf ihre Traditionspflege. Ein Beispiel ist die Mitte des vergangenen Jahrtausends gegründete Flurgenossenschaft der Kreteröder Erben, benannt nach einem früheren Ort zwischen Hilkerode und Brochthausen. Als die Kreteröder nach Hilkerode zogen und die Siedlung wüst fiel, wurde diese aufgeteilt. Die Erben kommen jährlich während der Fastnachtstage im „Tierrat“ zusammen. Angelehnt ist der Begriff an das alte Wort für „Zehrrat“, also „verzehren“. Und so wird gut gegessen, gut getrunken und gefeiert.

Ausstellung im Pfarrheim

Präsentation: Das Pfarrheim in Hilkerode wird von Dienstag, 25. April, bis Montag, 1. Mai, in eine Ausstellung verwandelt, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit den Jubiläen befasst. Geöffnet ist die Präsentation täglich von 15 bis 19 Uhr. Gezeigt werden bislang unveröffentlichte Exponate wie Bilder und Bildhauerarbeiten des Schirmherrn Professor Helmut Stephan Diedrich, so Festausschussmitglied Hiltrud Rust.
Die Entwicklung des Ortes, Spielmannszuges und der Jugendfeuerwehr sind ein Thema, ebenso Persönlichkeiten aus Hilkerode. Interessierte können die Festzeitschrift erwerben, die während der Eröffnung vorgestellt wird. Auch gibt es das „Familienbuch Hilkerode im Untereichsfeld“, das Michaela Kempa verfasst hat, rund 800 Seiten in zwei Bänden beinhaltet und die Zeit von 1695 bis 1900 betrifft. art

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